
Natalie Vock, verantwortlich für Teile des RADV-Vulkan-Treibers, hat Kernel-Anpassungen und neue User-Space-Tools entwickelt, die verhindern, dass Hintergrundanwendungen wertvollen VRAM belegen und Spiele dadurch in langsamen Systemspeicher auslagern müssen.
Unter Linux wird ein laufendes Spiel nicht automatisch höher priorisiert als Browser-Tabs, Chat-Apps oder Desktop-Effekte. Füllt sich der VRAM, landen Spieldaten im GTT, also im über PCIe angebundenen RAM. Das führt zu meist zu unschönen Rucklern und Frame-Time-Spikes, die besonders Besitzer von 8GB-Karten kennen.
Vocks Lösung kombiniert neue DRM-Memory-Cgroup-Funktionen, optimiertes TTM-Handling und zwei Tools namens dmemcg-booster und plasma-foreground-booster. KDE Plasma kann damit das aktive Vollbildspiel erkennen und priorisieren, während Gamescope ähnliche Funktionen für andere Desktop-Umgebungen bereitstellt.
In Cyberpunk 2077 reduzierte der Fix die GTT-Auslagerung auf einer 8GB-GPU um rund 53 Prozent. VRAM-Auslastung stieg von etwa 6GB auf fast 7.4GB, während GTT von 1.37GB auf 650MB sank. Erste Distribution mit integriertem Support ist CachyOS ab Kernel 7.0rc7-2.
Die Patches zielen primär auf AMDs offenen Linux-Stack, könnten aber auch Intel-Xe-GPUs zugutekommen. Für den freien Nvidia-Treiber nouveau wurde bereits ein Upstream-Patch eingereicht.