BSI und Verfassungsschutz melden eine stark zunehmende Angriffswelle auf Messenger wie Signal und WhatsApp. Die Täter geben sich als offizieller Support aus und versuchen, über gefälschte Nachrichten Zugang zu Konten zu erhalten.

Besonders im Fokus stehen Personen aus Politik, Militär, Diplomatie und dem journalistischen Umfeld. Bereits im Februar hatten die Behörden vor einer mutmaßlich staatlich gesteuerten Kampagne gewarnt.
Die Angreifer nutzen dabei Social Engineering in mehreren Stufen. Neben gefälschten Support-Chats kommen KI-generierte Stimmenklone zum Einsatz, die mit wenigen Sekunden Audiomaterial täuschend echt wirken. Ziel ist es, Nutzer zur Herausgabe von Verifizierungscodes oder PINs zu bewegen. Gelingt der Zugriff, können Einzelchats und ganze Gruppen unbemerkt mitgelesen werden. Teilweise werden QR-Codes missbraucht, um zusätzliche Geräte zu koppeln. Der Zugriff kann bis zu 45 Tage verborgen bleiben.
Das BSI stellt einen interaktiven Leitfaden bereit und empfiehlt schnelle Gegenmaßnahmen wie das Ändern der PIN oder das Neuanlegen des Kontos in schweren Fällen. Nutzer sollten ihr Umfeld informieren, wenn verdächtige Aktivitäten auftreten. Plattformbetreiber reagieren ebenfalls. Meta entfernte im Frühjahr Millionen betrügerischer Accounts, während Aktivitäten zunehmend auf Dienste wie Telegram ausweichen. Grundsätzlich gilt, dass Anbieter ihre Nutzer nicht unaufgefordert über Messenger kontaktieren.
Bildquelle: BSI/Bernd Lammel/bundesfoto