Laut der taiwanischen Economic Daily News prüft TSMC die Errichtung eines zweiten Fertigungsstandorts in den USA. Der potenzielle Standort: die Region Dallas im Bundesstaat Texas. Geplant sein sollen bis zu sechs zusätzliche Wafer-Fabs für fortgeschrittene Fertigungsstufen. Die Investitionen könnten die bereits zugesagten 265 Milliarden Dollar für den Arizona-Komplex übertreffen. TSMC selbst hat die Pläne bislang nicht bestätigt.

Sechs neue TSMC Wafer-Fabs?
Dem Leak zufolge soll der zweite US-Campus bis zu sechs Wafer-Fabs umfassen, die auf fortgeschrittenen Fertigungsstufen produzieren würden. Der genaue Fertigungsprozess, die verbindliche Investitionssumme und ein Zeitplan werden in keiner der Quellen genannt.
Die 265-Milliarden-Dollar-Schwelle bezieht sich auf den bereits geplanten Arizona-Komplex in Phoenix. Dieser umfasst zwölf Fertigungs- und Packaging-Einrichtungen sowie ein Forschungszentrum. Im Juli 2026 hatte TSMC eine zusätzliche Investition von 100 Milliarden Dollar in Arizona angekündigt, die den Gesamtwert auf 265 Milliarden Dollar erhöhte.
Treiber: KI-Nachfrage und Zollpolitik
Die Economic Daily News benennt als Gründe für eine mögliche zweite US-Expansion die anhaltende Nachfrage von Großkunden wie Nvidia, Intel, AMD und Apple nach US-Produktion. Zudem habe die Trump-Administration erneut Zölle von bis zu 200 Prozent auf Chip-Hersteller angedroht, die ihre Fertigung nicht in die USA verlagern.
US-Kunden machten im ersten Halbjahr 2026 rund 75,64 Prozent des TSMC-Umsatzes aus. TSMC habe seine Investitionsprognose für 2026 auf 60 bis 64 Milliarden Dollar angehoben.
Auf ins Silicon Prairie
Der bestehende TSMC-Standort in Phoenix, Arizona, kämpft laut Branchenberichten mit Engpässen bei Wasser, Strom und Fachkräften. Die Dallas-Region – bekannt als "Silicon Prairie" – bietet eine etablierte Halbleiter-Infrastruktur. Dort sind unter anderem Texas Instruments, Samsung, Tesla und Coherent tätig.
Die ursprüngliche Meldung stammt von der Economic Daily News, die am 28. September auf Basis anonymer Branchenquellen berichtete. Mehrere nicht namentlich genannte Zulieferer hätten gehört, dass TSMC eine zweite US-Expansion diskutiere. Reuters bestätigte die Berichterstattung am 30. September unter Berufung auf zwei eigene, ebenfalls anonyme Quellen. Die Pläne seien "nicht finalisiert", so Reuters. Die Quellen sprachen unter der Bedingung der Anonymität, da sie nicht zur öffentlichen Äußerung befugt seien.
TSMC hat auf Anfragen beider Medienunternehmen nicht reagiert. Ein offizieller Beschluss des Vorstandes liegt laut der Economic Daily News nicht vor. Die Standortwahl Dallas sei in der "Endphase der Bewertung", aber noch nicht beschlossen.