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Größere Festplatten nicht in Sicht

Samstag, 04. Okt. 2003 23:37 - [al] - Quelle:

In den letzten 12 Monaten verlangsamte sich die sichtbare Festplatten-Entwicklung sehr deutlich und dass obwohl die notwendige Technik schon seit längerem in diversen Schubladen schlummert. Durchaus gibt es gute Gründe für diese Vorgehensweise, leider aber auch schlechte.

So hat sicherlich auch ein anspruchsvoller Anwender seine Schwierigkeiten damit, eine 250GB oder gar 300GB Festplatte sinnvoll mit Daten zu füllen. Bedenkt man die Tatsache, dass RAID sowie JBOD diese Kapazitäten noch vervielfachen können, erübrigt sich vorerst ein weiteres Ansteigen der Datendichte. Womit die Hersteller ihr Pulver für zukünftige Generationen aufsparen können, die durch extreme Video-Bearbeitung - und sonstige speicherintensive Anwendungen - nach größeren Speichermedien verlangen werden. Die Verlangsamung des aktuellen Verlaufs kommt dabei den Backup-Medien sehr gelegen, beispielsweise den Bandlaufwerken. Konkurrierten noch bis vor kurzem Festplatten mit Datenbändern, in der Kapazität und selbst im Preis, so distanzieren sich Datenbänder wieder deutlich von der ordinären Festplatte und können ihren entsprechend hohen Preis wieder rechtfertigen. Ein gutes Beispiel ist hier Sonys neues S-AIT-1 Medium, welches mit einer Band-Kapazität von 500GB (komprimiert sogar 1,3TB) neue Spitzenwerte erklimmt. Entsprechend kostet das zugehörige Laufwerk auch 14.000,- bis 16.000,- Euro. Ein weiterer Grund für die Verlangsamung der Entwicklung (bzw. Entwicklungs-Umsetzung) könnte die Metamorphose sein, welche die Industrie für die Festplattensparte vorgesehen hat. So soll sich nicht nur die neue S-ATA Schnittstelle bei Festplatten etablieren, sondern nach Möglichkeit auch ein Größen-Wechsel von 3,5 hin zu 2,5 vollziehen. Ersteres um Kosten zu senken und Übertragungsgeschwindigkeiten von aktuell 133MB/s auf zukünftig anvisierte 600MB/s zu steigern. Und Letzteres, um die Notebooks, Set-Top-Boxen und PCs endlich auf einen Nenner zu reduzieren, was die Festplatten-Herstellungskosten auf ein noch nie da gewesenes Rekordtief drücken würde. Hätte sich die Festplattenentwicklung wie gehabt fortgesetzt, müsste spätestens zu Weihnachten eine 400GB Festplatte oder besser noch Anfang nächsten Jahres eine 500GB Festplatte auf den Markt kommen. Dabei sollte man auch bedenken, dass nur wenige Hersteller sich noch an diesem Wettlauf beteiligen. Beispielsweise präsentierte Hitachi Global Storage erst kürzlich seine eigene 250GB Festplatte, wogegen Seagate 200GB als aktuell größte Desktop-Festplatte propagiert und Samsung gar nur bei 160GB dümpelt. Bleibt zu hoffen, dass dies kein Dauerzustand ist, denn selbst wenn momentan niemand wirklich eine 400GB oder 500GB Festplatte benötigt, bedeutet ein Ausfall der Konsistenz gleichzeitig auch dauerhaft hohe Preise und zwar für Speicherkapazitäten, die man irgendwann ganz bestimmt benötigen wird.
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