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Corsair RMx Shift 2025 ATX-3.1-Netzteil im Test - RM750x, RM850x, RM1000x

Die zweite Generation des RMx Shift

Vor etwa zwei Jahren stellte Corsair das erste RMx-Shift-Netzteil vor und generierte damit exklusiv eine neue Klasse von Netzteilen mit seitlichen modularen Kabelanschlüssen. Das RMX Shift 2023 war seinerzeit auch das erste Netzteil von Corsair nach dem neuen ATX-3-Standard. Seitdem ist einiges passiert. Aus ATX 3 wurde ATX 3.1 und das Shift-Konzept ist mittlerweile auch auf die HXi-Serie in Form des Corsair HXi Shift 2025 übertragen worden.

Im gleichen Zuge hat Corsair auch dem beliebten und kostengünstigeren RMx Shift ein Update verpasst und legt das Modell als RMx Shift 2025 neu auf. Das neue Modell kommt anders als der Vorgänger mit einem nativen 12V-2x6-Anschluss daher und orientiert sich damit am etwas überarbeiteten ATX 3.1 Standard.

Bereits beim Test des HXi und des HXi-Shift konnte man eine interessante Beobachtung machen.  Der Effizienzunterschied zwischen Netzteilen in der Gold- und Platin-Klasse hat sich zunehmend verringert, da Netzteile mit Gold-Zertifizierung immer leistungsfähiger wurden. Oft unterscheidet sich die Effizienz sogar nur noch in Teilbereichen, also zum Beispiel um die 50 % Effizienz. Ein ähnlicher Trend war bereits zuvor zwischen den Silber- und Gold-Klassen zu beobachten. Um die Netzteilserien wieder stärker zu differenzieren, hat Corsair deshalb den Ansatz gewählt, über die Ausstattung zu gehen.

Die Netzteile der Gold-Serie werden unter dem Kürzel RMe/RMx weiterhin als Standardreihe geführt, während die HXi-Serie mit einer erweiterten Ausstattung speziell für Enthusiasten aufgewertet wurde. Zudem trennt man die Wattklassen stärker und macht die Top-Serien erst ab 1000 Watt verfügbar. Mit diesem Schritt entsteht wieder ein klarerer Abstand zwischen den verschiedenen Netzteil-Serien, der sich rein durch die Effizienz oft kaum noch ergibt.

Für unseren Test schauen wir uns in der ersten Runde die beiden größeren Modelle mit 850 und 1000 Watt an. Das 750 Watt Modell liefern wir nach. Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Ergebnisse eines Modells nicht einfach auf ein anderes übertragen lassen, weshalb wir immer versuchen alle Modelle einer Serie zu testen, wenn der Hersteller uns dabei unterstützt.

Von 750 bis 1000 Watt

Die kleineren Modelle der RM-Serien mit 550 oder 650 Watt sind wohl Geschichte, obwohl sie bei vielen Nutzern wegen ihrer enormen Effizienz im Niedriglastbereich geschätzt wurden. Es geht also bei 750 Watt los und derzeit bis 1000 Watt. Ob später noch weitere Modelle kommen ist nicht ausgeschlossen und war beim alten RMX-Shift auch schon so.

Kleine effiziente Netzteile zu bauen ist nicht einfach, wenn dazu auch noch der Preis stimmig sein soll, weshalb viele Hersteller diese eingestellt haben. Auch bei Corsair sieht man, dass die Preisdifferenz zwischen 750 und 850 Watt recht gering ist und bei etwa 15 Euro liegt. Noch kleiner wäre sie dann wohl bei einem 650 Watt Modell. Die UVPs in Europa liegen bei 154,90, 169,90 und 204,90 Euro für die drei verfügbaren Varianten. 

Alle Modelle der Serie sind mit den seitlich angeordneten Shift-Anschlüssen ausgestattet. Durch diese Neupositionierung sind alle modularen Anschlüsse an der Seite des Netzteils erreichbar, was den Kabelzugang vereinfacht und eine übersichtliche Kabelführung ermöglicht.

Um das neue Konzept möglich zu machen, nutzt Corsair an SHIFT-Modellen bei den Modularbuchsen die deutlich kleineren Microfit-Anschlüsse, die man vom neuen 12V-2x6-Anschluss kennt. Die schmalen und kleinen Stecker sorgen erst dafür, dass man mit etwa 3-4 cm Platz hinter dem Netzteilschacht gut auskommt um die Kabel direkt ohne zu starkes abknicken vom Netzteil nach oben zu legen. Damit kann ein Shift-Netzteil in die meisten modernen Gehäuse eingebaut werden, wenn zwischen Mainboardhalter und Gehäusewand mehr als 3 cm Platz sind.

Das Konzept erfordert auch flexible Kabel, weshalb Corsair beim RMx Shift auf „Debossed-PVC-Kabel“ setzt. Diese Flachbandkabel, die zum Teil noch mit flachen Kabelkämmen bestückt sind, können eng um Ecken gelegt werden und zudem flach auch übereinanderliegen, was bei typischen Rundkabeln immer ein Problem ist. Corsair setzt bei den neuen Shift-Modellen auf Typ-5-PSU-Kabel, sprich die Kabel der verschiedenen Modelle der Shift-Serien sind gleich.

Im Gegensatz zum Vorgänger besitzt das neue RMX Shift einen nativen 12V-2x6-Anschluss, genau wie das HXi Shift. Damit man genug 8-Pol-Anschlüsse für ältere Grafikkarten hat, legt Corsair dem Netzteil ein Adapterkabel bei, das den 12-V-2x6-Anschluss am Netzteil in zwei 6+2-Pol-PCIe-Anschlüsse überführt. Dabei besitzt die Netzteilseite einen gewinkelten Anschluss.

Bei der Optik gibt es einige kleine Änderungen, Corsair verabschiedet sich von dem ikonischen Design mit den abgeschrägten Kanten. Es wird wieder eckiger, dafür haben die neuen Modelle allerdings ein schickes neues Lüftergitter, das nun mit Corsairs hauseigenem Muster und nicht mehr nur mit Dreiecken gestanzt wurde. Auch auffällig ist das eingestanzte Muster auf der geschlossenen Seite des Netzteils.

Da die Corsair-Shift-Netzteile technisch bedingt immer nur mit dem Lüfter nach unten montiert werden können, weil sonst die Anschlüsse auf der falschen Seite und nicht erreichbar sind, hat man sicherlich gedacht, es könne nicht schaden, wenn die Oberseite des Netzteils dann etwas ansehnlicher aussieht.

Im Inneren kommen 105 °C-zertifizierte, zu 100 % japanische Kondensatoren zum Einsatz. Die Stromwandlung erfolgt über eine LLC-Topologie mit DC-zu-DC-Konverter, die eine effiziente Spannungsversorgung ermöglicht.

Das Netzteil unterstützt Modern Standby, wodurch sehr schnelle Aufwachzeiten aus dem Ruhemodus in modernen PCs möglich werden.

Wie mittlerweile üblich gibt es bei Corsair auf die RMx SHIFT 2025-Serie eine zehnjährige Herstellergarantie.

Semi-passiv mit Reglung der Minimaldrehzahl

Für die Kühlung kommt ein 140-mm-Lüfter mit Fluid-Dynamic-Lager zum Einsatz. Dieser arbeitet auf Basis einer berechneten Lüfterkurve, die eine kontrollierte Drehzahlregelung ermöglicht. Der integrierte Zero-RPM-Modus – so nennt Corsair seine semi-passive Lüftersteuerung – sorgt dafür, dass sich der Lüfter bei geringer oder mittlerer Last vollständig abschaltet. Während bei allen anderen Herstellern dieser Modus über einen Schalter an- und ausgeschaltet wird, gibt es bei Corsair einen Lüftergeschwindigkeitsregler.

Damit kann die Drehzahl zusätzlich manuell angepasst werden, man kann also die Mindestdrehzahl des Lüfters festsetzen, wenn man eine bessere Kühlung will. Wichtig ist dabei, dass man sie aber nie unter die vom Netzteil vorgegebene Drehzahl senken kann. Kurz gesagt: Man kann die Drehzahl immer nur höher einstellen, nie niedriger, weil sonst die Gefahr bestehen würde, dass User aus dem Netzteil ein Passivmodell machen und die Drehzahl bei Volllast auf 0 senken.

Technische Details, Spezifikationen, Kabel und Lieferumfang

Bei den technischen Leistungsdaten folgt das Modell dem üblichen Standard mit einigen kleinen Besonderheiten.

Auch beim RMX Shift verzichtet Corsair wieder auf die –12-V-Leitung, wie schon bei den HXi-2025-Modellen oder der RM-Serie. Der Verlust der –12-V-Leitung hat für moderne PCs quasi keine Bedeutung, denn die Leitung ist seit langem optional und wurde früher nur für spezielle Interface-Karten auf PCI-Basis genutzt.

Das RMx Shift ist als Single-Rail-Netzteil konzipiert. Spezielle Features wie eine extra Absicherung über einzelne Anschlüsse wie beim HXi gibt es hier nicht. Die Leistung auf der Nebenspannungen ist mit 20A auch etwas  niedriger als beim HXi mit 25A. Praktische Auswirkungen hat das aber kaum.

Bei der Kabelausstattung unterscheiden sich die Modelle nur durch die Anzahl beiliegender SATA-Kabel, die von 2 bis 4 Stück reichen, mit jeweils 3 Anschlüssen. Insgesamt ist man damit recht gut bestückt, auch beim kleinsten 750 Watt Modell.


Spezifikationen Leistung
Modell 750 Watt 850 Watt 1000 Watt
Leistung gesamt W 750 850 1000
Peak Leistung W = = =
12V-Gesamt A/W 62,5
750 
70,8
850
83,3
1000
12V-Rails 1 1 1
Leistung Multirail A -  - -
Leistung 3.3/5V W gesamt 120 120 120
3,3V A 20 20 20
5V A 20 20 20
-12V A - - -
5 V SB A 3 3 3


Kabelkonfiguration
      750 850 1000
  Länge mm Typ Kabel x Stecker
ATX 24-pin 610 flach 1x1 1x1 1x1
EPS / ATX12V 4+4Pin 650 flach 2x1 2x1  2x1
PCIe 5.0 - 12V-2x6
Leistung
650 flach 1x1
600W
1x1
600W 
2x1
600W
PCIe 5.0 - 12V-2x6
auf 6+2-Pin PCIe
650 flach 1x2 1x2 1x2
 6+2-Pin PCIe 650 flach 1x2 1x2 1x2
SATA #1 500/100/100 flach 2x3 3x3 4x3
Molex 450/100/100/100/100 flach 1x4 1x4 1x4
Floppy     0 0 0
           

Testverfahren Test-Equipment

Für den Test des Netzteils nutzen wir die Lastverteilung, die nach der 80-Plus-Spezifikation für die verschiedenen Schienen vorgesehen ist. Dabei handelt es sich um eine symmetrische Verteilung, die alle Schienen gleichmäßig nach ihrer maximalen Leistung beansprucht.

Das Diagramm unten zeigt die genutzten Lasten im Vergleich zur maximal möglichen Ampere-Leistung. Diese Verteilung entspricht im Test 100% Last. 0 % Last bedeutet, dass das Netzteil mit jeweils 0 Ampere Einstellung am Load-Tester läuft und lediglich die Spannungen der einzelnen Schienen ohne zusätzliche Last gemessen werden. Es ist also an alle Schienen nur ein Voltmeter in Betrieb und das Netzteil läuft ansonsten im Leerlauf. Für den gesamten Ablauf halten wir uns eng an das von 80 Plus vorgegebene messverfahren mit kleinen Abweichungen, die wir aus praktischen Gründen vornehmen. z.B. werden bei uns die Spannungen nicht direkt am Stecker gemessen sondern auf der "Platine", was die Spannungen in der Regel aufgrund des Übergangswiederstands etwas reduziert und damit die Effizienz verschlechtert. Wir messen also im Gegensatz zu 80 Plus hier den "Worst Case".  

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Gerade wenn es darum geht kleinste Unterschiede in der Effizienz zu bestimmen und so ein Netzteil qualitativ einordnen zu wollen, ist extrem teures professionelles Messequipment unabdingbar. Bei günstigen Messgeräten sind die Messtoleranzen so hoch, dass eine korrekte Einschätzung der Performance im Vergleich zu anderen Netzteilen kaum möglich ist. Gerade wo die Netzteile in den letzten Jahren immer enger zusammenrücken.

Wir werden In Sachen Testequipment direkt vom deutschen Chroma Service Center unterstützt. Chroma ist auf professionelles Testequipment zur Effizienzmessung spezialisiert und unterstützt uns mit Know-How in Sachen Messtechnik. Die Messtechnik von Chroma gilt im Bereich der Netzteilproduktion und Qualitätskontrolle als Referenz.

Unser Setup für die Netzteil-Tests ist von uns selbst zusammengestellt und besteht aus folgenden Komponenten:

  • Chroma 66202 Power Meter
  • Chroma High-Speed DC Loads bis 3600 Watt
    • 10x Chroma 63303 a 300W
    •  4x Chroma  63302 Dual Load a 2x100 W
    •  1x Choma 63306 a 600W OPP/ OCP testing
    •  4x Croma 63301 a 200 w in Reserve
  • Chroma AC Source 6420 2 KW
  • Chroma AC Source 61505 4 KW PLD-Simulation
  • Keysight 34460A 6,5 Digit Tisch-Multimeter zur Spannungskontrolle 
  • 4x Rigol DS1054Z Oszilloskop 4x4=16 channels
  • Fluke 80i-110s AC/DC-Stromzange (100 A) Inrush, Holdup etc.
  • weitere Messgeräte wie Low-Voltage-Differentialtasköpfe etc. sowie diverse Kleinteile, Anschlüsse, Adapter usw.

Das gesamte Testequipment ist unser Eigentum und wurde von uns selbst angeschafft. Es wird nicht von einem Netzteilhersteller bereitgestellt und wurde auch nicht von Netzteilherstellern gesponsert. Wir sind diesbezüglich also völlig unabhängig.

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