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Branche läuft Sturm gegen TKG-Pläne und warnt vor Glasfaser-Ausbauchaos

Mittwoch, 20. Mai. 2026 21:44 - [ar] - Quelle: heise.de

Der geplante Glasfaserausbau bekommt durch geplante Neuerungen des Telekommunikationsgesetzes neuen Druck, aber auch massiven Gegenwind aus der Branche.

Branche läuft Sturm gegen TKG-Pläne und warnt vor Glasfaser-Ausbauchaos

Bundesdigitalminister Karsten Wildberger will bis 2029 drei Viertel aller Haushalte mit Glasfaser versorgen. Besonders in Mehrfamilienhäusern soll der Ausbau schneller vorankommen, doch genau dort stoßen die Netzbetreiber auf Widerstand.

Laut BMDS gibt es in Bestandsbauten ein starkes Beharrungsvermögen, weshalb das neue TKG ein Recht auf Vollausbau vorsieht, das Eigentümer stärker in die Pflicht nimmt.

Ausbauunternehmen halten das für riskant. willy.tel-Chef Bernd Thielk warnt vor Klagewellen, da der Sanierungsrhythmus der Wohnungswirtschaft nicht zum gesetzlichen Vollausbau passe. Auch M-net-Chef Soeren Wendler rät davon ab, gegen den Willen von Eigentümern Glasfaser zu verlegen. Gleichzeitig ist der Status quo kaum tragbar. Von 30,5 Millionen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern haben weniger als zehn Prozent einen Glasfaseranschluss.

Kritik gibt es auch am geplanten Mitnutzungsrecht. Deutsche-Glasfaser-COO Gerhard Mack sieht darin unnötige physische Zugänge, die vor allem der Telekom nutzen würden. OXG-CEO Sören Trebst warnt, dass die Refinanzierung gefährdet sei, wenn Dritte zu BNetzA-Bedingungen auf die Netze dürfen. Eine echte symmetrische Regulierung gebe es erst, wenn auch die Telekom zu Open Access verpflichtet werde. Positivbeispiele wie die Kooperation zwischen M-net und Telekom zeigen jedoch, dass gemeinsame Modelle wohl auch funktionieren können.

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