Intel hat mit der GPU D Series seine neue Generation von KI-Beschleunigern für Rechenzentren vorgestellt. Die neue Familie basiert auf der Architektur Crescent Island und richtet sich gezielt an Inferenz-Workloads, Agentic AI und große Sprachmodelle.

Das Spitzenmodell trägt die Bezeichnung Intel GPU D270 und fällt vor allem durch seine enorme Speicherausstattung auf. Pro Karte stehen bis zu 480 GB LPDDR5X-Speicher zur Verfügung. Hinzu kommen 32 Xe3P-Kerne, 256 XMX-Matrix-Engines, PCIe-5.0-Anbindung und eine Leistungsaufnahme von 350 Watt. Anders als viele aktuelle KI-Beschleuniger setzt Intel dabei weiterhin auf Luftkühlung statt aufwendige Flüssigkeitskühlung.
Intel verfolgt mit der D270 eine andere Strategie als NVIDIA. Statt sich auf das Training großer KI-Modelle zu konzentrieren, steht die Ausführung bereits trainierter Modelle im Mittelpunkt. Genau dieser Bereich gewinnt durch Agentic AI, KI-Assistenten und Retrieval-Augmented-Generation-Systeme zunehmend an Bedeutung.
480 GB LPDDR5X - Massig Speicher für große Modelle
Ein zentrales Verkaufsargument ist die Speicherkapazität. Während moderne KI-Anwendungen immer längere Kontexte und größere KV-Caches benötigen, soll die D270 möglichst viele Modelle und Anfragen direkt auf einer einzelnen Karte halten können. Intel verspricht dadurch mehr gleichzeitige Sessions, längere Kontextfenster und niedrigere Infrastrukturkosten. Die Karte soll dabei ohne proprietäre Netzwerke oder spezielle Serversysteme auskommen und sich in bestehende PCIe-Infrastrukturen integrieren lassen.
Auch softwareseitig setzt Intel auf ein offenes Ökosystem. Genannt werden unter anderem PyTorch, vLLM, SGLang und OpenAI Triton. Parallel arbeitet Intel bereits an der Linux-Unterstützung, die laut Phoronix bis zum breiten Marktstart vollständig im Upstream-Kernel verfügbar sein soll.
Mit der D Series macht Intel deutlich, dass der Wettbewerb im KI-Markt längst nicht mehr nur zwischen NVIDIA und AMD stattfindet. Insbesondere bei Inferenz und speicherintensiven KI-Anwendungen will sich Intel als dritte Alternative im Rechenzentrum etablieren.


