Der KI-Konflikt zwischen den USA und China verschärft sich weiter. Die US-Regierung hat die Nutzung von DeepSeek in zivilen Bundesbehörden untersagt und den Einsatz der Technologie auf Regierungssystemen gestoppt. Betroffen ist dabei nicht nur der bekannte KI-Chatbot, sondern auch Produkte und Dienste anderer Anbieter, die auf DeepSeek-Modellen basieren.

Die entsprechende Anordnung stammt vom Department of Homeland Security und wurde bereits Ende Juli beschlossen. Jetzt wurde die Entscheidung öffentlich gemacht. Grundlage ist ein US-Gesetz zum Schutz staatlicher Lieferketten vor potenziellen Sicherheitsrisiken.
Sicherheitsbedenken wachsen
Washington begründet den Schritt mit möglichen Gefahren für sensible Regierungsdaten. Nach Ansicht der Behörden könnten in China betriebene Server sowie die dort geltenden Gesetze theoretisch den Zugriff chinesischer Stellen auf Informationen erleichtern. Zusätzlich verweist die US-Regierung auf bekannte Sicherheitslücken und mehrere potenzielle Angriffsvektoren innerhalb des DeepSeek-Ökosystems.
Besonders weitreichend ist die Formulierung der Anordnung. Nicht nur DeepSeek selbst steht im Fokus. Auch Softwarelösungen, die auf den Modellen des Unternehmens aufbauen, können betroffen sein. Bundesbehörden müssen deshalb künftig genauer prüfen, welche KI-Technologien in eingekauften Produkten eingesetzt werden.
China reagiert scharf
Die chinesische Regierung kritisierte die Entscheidung umgehend. Außenamtssprecherin Mao Ning warf den USA vor, Sicherheitsargumente als Vorwand zu nutzen und technologische Konkurrenz gezielt politisch zu bekämpfen. China werde die Rechte heimischer Unternehmen verteidigen und gegen Benachteiligungen vorgehen.
Für DeepSeek kommt die Entwicklung nicht völlig überraschend. Bereits Anfang 2025 war die Nutzung der Plattform innerhalb der US Navy kritisch diskutiert worden. Damals stellte das Militär allerdings klar, dass die Einschränkungen Teil allgemeiner Regeln für frei zugängliche KI-Dienste waren und nicht speziell gegen DeepSeek gerichtet seien.
KI wird zum Politikum
Der aktuelle Fall zeigt, wie stark künstliche Intelligenz inzwischen zum geopolitischen Faktor geworden ist. Während die USA Sicherheitsrisiken in den Vordergrund stellen, sieht China darin eine politische Maßnahme gegen einen erfolgreichen heimischen Anbieter. Für DeepSeek bedeutet die Entscheidung zwar kein landesweites Verbot in den USA, der Ausschluss aus Bundesbehörden stellt jedoch einen empfindlichen Rückschlag im wichtigsten Technologiemarkt der Welt dar.
