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Corsair RMX 2021 im Test - Die neue Generation der Mittelklasse! (9/9)

Zusammenfassung

Wer sich für die einzelnen Details und Messwerte interessiert, kann auf den vorherigen Seiten zu fast allem, was man an so einem Netzteil an relevanten Daten messen kann ein Diagramm finden. Für die, die sich den "Zahlenwust" ersparen wollen, fassen wir hier zusammen was das neue RMX 2021 so an Leistung abliefert. 

Ganz klar im Vordergrund steht auch beim RMX 2021, wie schon beim RM 2019, das doch recht exklusive Feature bei sehr niedrigen Lasten extrem hohe Effizienz herauszupumpen. Pumpen passt hier sogar recht gut, denn durch das Umschalten des Netzteils in einen hochfrequenteren Burst-Modus kann die Effizienz bei niedriger last deutlich gesteigert werden.

In der Effizienz erreicht das RMX in allen Wattklassen bei uns ein solides Gold Level, wobei es insbesondere bei 230 V Eingangspannung sogar deutlich darüber liegt. Bei 115V Eingangspannung sehen wir ein deutliches übertreffen des Gold-Niveaus nur unterhalb von 50% Last.

Interessanter am RMX ist eben die Effizienz unterhalb von 10% Last, wo sie schon bei gut 88 % liegt. Aber geht man runter bis auf 2 %, was bei einem 550 Watt Netzteil nur noch 11 Watt entspricht, so erhält man immer noch eine Effizienz von gut 75%. Die Verlustleistung, die dort entsteht beträgt gerade einmal noch 3,8 Watt. Selbst beim 1000 Watt Modell sehen wir bei 1% Last also 10 Watt eine Effizienz von 73,8 % und eine Verlustleistung von 3.53 Watt. Zum Vergleich: Es gibt nagelneue Netzteilmodelle, die hier Effizienzwerte von gerade einmal 40-50% erreichen und Verluste von 10 - 15 Watt an den Tag legen! Die Werte des RMX 2021 insbesondere der großen 1000 Watt Version, sind also geradezu fantastisch! Besonders schön kann man das auch an der Effizienz des Netzteils bis 100 Watt Leistungabnahme sehen, die wir hier einfach noch einmal einblenden wollen (weil sie so schön ist). Wie man sieht ist die Effizienz über 10 Watt bereits konstant über 70% und sehr gut lässt sich hier auch die Umschaltung in den Burst Mode sehen, wenn die Last unterhalb von 50 Watt sinkt. Kurzfristig steigt dann die Effizienz sogar wieder. Der Mythos, dass leistungsstarke Netzteile unten automatisch ineffizient sind, ist damit endgültig zerstört, wird sich sicherlich trotzdem noch Jahre halten.

 

In der Spitze erreichen die Netzteile der RMX 2021 Serie Effizienzwerte von bis zu 93 %, wobei der Peak wie mittlerweile üblich im Bereich von 25-40% Last liegt. Der genaue Effizienzbereich, in dem z.b. das 1000 Watt Modell arbeitet, kann in diesem Diagramm eingesehen werden. Die Effizienzspitze liegt bei 350 bis 400 Watt mit 93,48 % bei einer reinen Belastung auf 12V.

Leider gibt es wie beim RM 2019 durch den Burst-Modus aber auch kleine Nachteile. So gibt es gewisse Lastkombinationen im niedrigen Bereich z.b. etwa 2 A auf den Nebenspannungen und 4A auf 12V beim 1000 Watt Modell, bei denen das Netzteil ein leises Pfeifen von sich gibt. Der Effekt lässt sich auch an der Ripple ablesen, die dann deutlich ansteigt. Insgesamt erscheint uns das Problem aber geringer als beim RM 2019 auszufallen. Hörbar ist das Pfeifen vor allem auch deshalb weil der Lüfter bei so niedrigen Lasten still steht.

Was die Ripple ansonsten angeht, so kommt man durchaus aus dem Staunen beim neuen RMX nicht heraus. Galt bislang eigentlich Superflower immer als der Hersteller mit den niedrigsten Ripple-Werten, bei hochwertigen Modellen, so zieht das RMX 2021 nun durchaus gleich. Mit den in den Kabel eingebauten Kondensatoren reduziert sich der Ripple-Level der Netzteile auf ein absolutes Spitzenmaß und liegt prinzipiell um 10 mV und darunter. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn diese 10 mV laufen in einer Sinuswelle entsprechend des Eingangsstroms. Betrachtet man sich das Signal in einem engeren Zeitraum um die eigentlichen Noise-Werte des Netzteils zu sehen, so sieht man hier auf den PCIe und EPS Anschlüssen wahnwitzige 3 mV, was dann auch das Ende der Fahnenstange in Sachen Genauigkeit bei unseren Messungen erreicht. Um noch genauer zu Messen müssten wir sogenannte Power-Rail-Probes nutzen, von denen wir jeweils 8 Stück benötigen und jede etwa 3000 Euro kostet. Wie man sich vorstellen kann, können wir darauf verzichten und bleiben hier einfach bei der Aussage 3 mV oder sogar weniger! bei 120 mV erlaubter Ripple auf 12 V ist das einfach kurz gesagt "nichts". 


Top Ripple 10mV im normalen Modus, 30 mV hochfrequent im Burst-Modus

Der Burst-Modus hat wie bereits erwähnt leider auch Nachteile was die Ripple angeht. So kann diese bei sehr niedrigen Lasten und ganz bestimmten Lastkombinationen leider auch auf hochfrequente 30 mV hoch gehen. Das Gute ist, dass dies dann eher nur passiert wenn der PC im Idle Modus hängt und nicht gerade der neue OC-Record angetestet werden soll.

Zum Thema Timings, Holduptime und so weiter gibt es bei RMX 2021 nicht viel zu sagen. Die Messwerte sind allesamt top. Insbesondere fällt die hohe Holduptime auf, die bei etwa 20 ms liegt und das auch beim großen 1000 Watt Modell, wo ja sonst gerne gespart wird.

In der Spannungsregulation zeigen sich alle Modelle recht gut und erreichen Spannungsdrops von um die 1 %, das sind keine Spitzenwerte die unter 0,5% liegen, aber solide Werte für die obere Mittelklasse. Bei der Spannungsregulation fällt am RMX zusätzlich aber eine sehr schöne Gleichverteilung über die 12V Anschlüsse auf. Hier liefern alle Stecker immer sehr ähnliche Spannungswerte, was tatsächlich oft nicht der Fall ist.

Die Schutzschaltungen des RMX 2021 funktionieren einwandfrei und die Reserven bei OPP/OCP auf 12V belaufen sich auf etwa 200 Watt.

Bleibt uns zum Abschluss noch etwas über den Lüfter und die Lüftersteuerung zu sagen. Zunächst einmal ist der verbaute ML-Lüfter ebenfalls top, man kennt ihn schon von anderen Corsair Produkten.

Bei der Lüftersteuerung sind mit unserem 750 Watt Modell leider auf ein Problemchen gestoßen sind, dass aber bei Corsair bekannt ist und in den finalen Verkaufsmodellen des RMX 2021 behoben sein soll. Zunächst einmal funktioniert die Semi-passive-Steuerung hervorragend. Es kommt weder zu einem Aufschaukeln des Lüfters, noch jagt dieser beim Einschalten hoch. Dazu gibt es eine relativ lange Nachlaufzeit, so dass der Lüfter nicht sofort an, aber auch nicht sofort ausgeht bei kleinen Lastwechseln. Das ist insbesondere beim Idle Betrieb bei dem nur kurzfristig Lasten entstehen relevant, so dass der Lüfter hier eigentlich konstant aus bleibt. Es kann sein, dass der Lüfter bei langsam fallender Last kurz ausgeht und wieder anspringt, das fällt aber im Praxis-Betrieb nie auf. Die 550 und 1000 Watt Versionen waren von dem Problem nicht betroffen. Bei allen Modellen steht der Lüfter in der Regel bis 50% Last still.

Ein Problem tritt bei unserem 750 Watt Muster und auch beim 850 Watt Modell allerdings auf wenn man das Netzteil auf 100% Last fährt und entsprechend hohe Belastungen auf der 3,3 und 5V Schiene anliegen. Dann kann es vorkommen, dass der Lüfter plötzlich seine Drehzahl drastisch erhöht und von 1200 auf 1800 UPM hoch springt und auch mal wieder zurück (hier im Diagramm schön zu sehen). Das macht Netzteil natürlich extrem laut und steht im krassen Widerspruch zu den Werksangaben von eben etwa 1200 UPM. Sollte jemand also die Hohe Laustärke des Netzteils bei Volllast bemängeln, dann ist er vermutlich diesem "Bug" aufgesessen.

Das Gute an der Sache, in der Praxis kommt das nicht vor, denn wir reden hier von Lasten von je 12 A und m ehr auf der 3,3 und 5V Leitung. Das Problem soll wie gesagt auch in den Verkaufsversionen beseitigt sein und wir werden dies bei Gelegenheit anhand eines weiteren Musters nachprüfen.

Fazit

Abschließen bleibt nur, das RMX tatsächlich hoch zu loben, denn in der Mittelklasse bei den 80-Plus-Gold-Netzteilen gibt es aktuell kaum etwas Vergleichbares. Die Messwerte des Netzteils sind allesamt gut bis herausragend und am Ende steht nur ein einziger Kritikpunkt da, denn einige als Nachteilig empfinden werden. Das leichte Pfeifen, das unter Umständen unter gewissen niedrigen Lasten entstehen kann und leider technisch bedingt ist. Bei allem anderen kann das RMX absolut überzeugen und darf sich deshalb aktuell zu den definitiv besten Netzteilen in der Gold-Klasse zählen. Legt man Wert auf Top Effizienz bei geringer Belastung oder such ein leistungsstarkes Netzteil, dass auch unter 50-100 Watt keinen Strom verschwendet, dann ist das RMX 2021 1000 mit die Top-Wahl.

Das RMX Netzteil ist natürlich im 80-Plus-Gold-Segment nicht das günstigste, wobei man nie weiß wie sich die Preise so entwickeln. Der Preiskampf ist gerade bei den Gold-Netzteilen extrem hart. Insgesamt ist es sein Geld aber sicherlich wert und zählt zur Elite in seiner Klasse.

Man darf gespannt sein, wie sich das nächste Update der HX- oder gar AX-Serie als Platinum oder Titanium Netzteil schlagen wird. 

Vorteile

  • Solide Gold Effizienz, unter 230V mehr
  • Herausragende Effizienz bei niedrigen Lasten
  • hochwertiger leiser Lüfter
  • Sehr gute Semipassiv-Lüftersteuerung
  • Fantastische Ripple-Werte (vor allem 1000 Watt)
    (leider durch Burst Mode nicht bei sehr niedrigen Lasten)
  • Schönes Gehäusedesign
  • Sehr hohe Holduptime
  • Insgesamt hochwertige Verarbeitung
  • 3 EPS 12V Kabel für Serverboards
  • Gute Spannungsregulation

Nachteile

  • Unter Umständen leises Pfeifen bei sehr niedrigen Lasten
    (nur bestimmte Lastkombinationen betroffen)
  • Kabel am Stecker unflexibel, weil mit Kondensatoren bestückt


30.3.20 / rj

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