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EVGA Supernova GT 750 - günstiges Netzteil mit Gold-Effizienz

Gold-Netzteil für Preisbewusste

Es ist lange her, dass wir uns ein Netzteil des Herstellers EVGA angeschaut haben. Warum? Nun in der Vergangenheit beschränkte sich das Angebot von interessanten Modellen quasi auf die zu den Netzteilen von Superflower baugleichen Modelle (z.b. P2-Serie), wobei diese überwiegend in den USA angeboten wurden und hier bei uns in Deutschland eher schlechter lieferbar waren.

Das hat sich nun aber geändert und Deutschland scheint wieder mehr in den Fokus von EVGA gerückt zu sein. Die Lieferbarkeit der EVGA Netzteile hat sich deutlich verbessert und es sind auch einige interessante neue Modelle dazu gekommen, die es sich lohnt einmal genauer anzuschauen.

Als erstes nehmen wir uns das neue EVGA Supernova GT vor, ein Netzteil aus der Gold-Klasse, das auf hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis optimiert ist. Solche Netzteile sind für Testberichte immer besonders interessant, da der Hersteller  Kompromisse eingehen muss um den Preis niedrig zu halten. Und genau da trennt sich dann schnell die Spreu vom Weizen.

EVGA ist einer der Top-Anbieter von Grafikkarten und Netzteilen in den USA und hat sich unter anderem über sein Step-Up-Programm einen Namen gemacht, bei dem man Grafikkarten durch Zuzahlung auf bessere Modelle upgraden kann. Zuletzt ist EVGA auch wieder bei den Mainboards aktiver geworden, was uns sehr erfreut hat, denn bis heute liegen bei uns in der Redaktion einige EVGA-Berühmtheiten wie das EVGA X58 Classified 4-Way SLI, seinerzeit das mit beste und aufwendigste X58-Mainboard auf dem Markt.

Aber zurück zum Thema und dem neuen Supernova GT Netzteil. Die Serie mit 80-Plus-Gold Zertifizierung bestand zunächst aus vier Modellen mit 550,650, 750 und 850 Watt, wobei natürlich aktuell aufgrund des Stromhungers neuer Grafikkarten besonders die 750 und 850 Watt Version spannend sind. EVGA hat die Serie nachträglich noch um ein Modell mit 1000 Watt ergänzt.

Alle Modelle sind vollmodular, so dass alle Kabel abnehmbar sind. EVGA setzt dabei auf die höherwertigen Rundkabel mit schwarzem Sleeving, was in der Preisklasse des Supernova GT schon eine erste Besonderheit ist.

Der Lüfter im Supernova GT, ein 135 mm Modell mit Fluid Dynamic Bearing (FDB), soll für Laufruhe sorgen und zudem auch die Haltbarkeit hoch halten. Der Lüfter arbeitet zudem auch noch semi-passiv. Bei niedrigen Lasten soll er also still stehen und damit das Netzteile quasi lautlos machen. Die 7 Jahre Garantie, die EVGA auf das Netzteil bietet, sind zwar nicht Höchstwert, aber lang genug.

Die Supernova GT Netzteile sind beim Gehäuse mit 150 mm kompakt gehalten und EVGA setzt dabei auf ein gestanztes Lüftergitter, was im Vergleich zu separaten Lüftergittern in der Regel etwas Kosten einspart.

Um die Optik nicht zu langweilig werden zu lassen, was bei gestanzten Gittern oft der Fall ist, hat EVGA die Stanzung in Form einer Sonne mit Sonnenstrahlen ausgeführt, in der in der Mitte das EVGA Logo positioniert ist. Obwohl das Modell mit quasi nur ein Standardgehäuse besitzt, bringt man durch die leicht abgerundeten Ecke und die besondere Ausstanzung tatsächlich eine sehenswerte Optik zu Stande!

Technisch gesehen bekommt man beim Supernova GT den aktuell gehobenen Standard geboten. Das Netzteil setzt dabei sogar auf 100% Japanische Kondensatoren. Alle notwendigen Schutzschaltungen OCP,OPP, OVP, UVP, SCP und zusätzlich die weniger oft vorhandene OTP, sind vorhanden. Bei der OTP setzt man sogar auf eine (Dual OTP). Sprich der Übertemperaturschutz findet auf der Primär und Sekundärplatine statt. Das gibt es bei anderen Herstellern natürlich auch, aber EVGA hat sogar einen extra Namen dafür. Prinzipiell ist es natürlich immer besser, wenn die Temperaturen in einem Netzteil an mehreren Stellen überwacht werden, denn die Komponenten in so einem Netzteil werden eben auch alle unterschiedlich heiß.

Für unseren Test des Supernova GT von EVGA ziehen wir die 750 Watt Version heran, die bereits für etwa 85 Euro zu haben ist (z.b. über Alternate*). Aktuell, sind die 750 Watt Modelle, für die meisten Grafikkarte bis auf die absoluten Top-Modelle ausreichend, so dass man hier eine vernünftige praxisnahe Größenordnung vorfindet.

Wie immer haben wir das neue Netzteil für euch an unserer Chroma-Teststation, die wir immer noch weiter upgraden komplett durchgetestet und zeigen euch auf den nächsten Seiten die gesammelten Testergebnisse mit Erläuterungen zu den einzelnen Tests, bei Fragen sei an dieser Stelle noch einmal auf unsere Forum verwiesen, in dem ihr  Fragen zu Netzteilen stellen könnte.

Technische Details und Spezifikationen

Das Supernova GT 750 ist ein Single-Rail-Netzteil, dass bei unserem Testmodell eine Gesamtleistung von 750 Watt liefert. Auf der 12V Schiene werden 70,8 A bereit gestellt, also die gesamte Leistung des Netzteils. Das Netzteil ist auf  80 Plus Gold bei 115 V spezifiziert und arbeitet mit Eingangsspannungen von 100 bis 240 V. 

Die beiden Nebenspannungen leisten maximal 130 Watt, wobei die beiden Spannungen 3,3 V und 5V auf 20A ausgelegt sind. Die Standby und -12V Spannung liegen auf den üblichen Werten von 0,3 und 3A. Die Combined-Power auf den Nebenspannungen liegt mit 130 Watt etwas oberhalb des mittlerweile üblichen Standards von 100 bis 120 Watt.


Für den Test des Netzteils nutzen wir die Lastverteilung, die nach der 80-Plus-Spezifikation für die verschiedenen Schienen vorgesehen ist. Dabei handelt es sich um eine symmetrische Verteilung, die alle Schienen gleichmäßig nach ihrer maximalen Leistung beansprucht.

Das Diagramm unten zeigt die genutzten Lasten im Vergleich zur maximal möglichen Ampere-Leistung. Diese Verteilung entspricht im Test 100% Last. 0 % Last bedeutet, dass das Netzteil mit jeweils 0 Ampere Einstellung am Load-Tester läuft und lediglich die Spannungen der einzelnen Schienen ohne zusätzliche Last gemessen werden. Es ist also an alle Schienen nur ein Voltmeter in Betrieb und das Netzteil läuft ansonsten im Leerlauf

Lieferumfang und Kabel

Bei EVGA bekommt man zum eigentlichen Netzteil alle notwendigen Kabel inklusive einer kleinen Aufbewahrungsatasche. Insgesamt 8 Kabel können an das Netzteil angeschlossen werden, wobei das Angebot an Anschlüssen mit 4 PCIe 8 Steckern für ein 750 Watt üblich ist. Das EVGA Supernova verwendet bei PCIe-Doppelkabel, sprich zwei Stecker befinden sich an einem Kabel.

Auffällig ist in jedem Fall, die Länge der Kabel. Denn zum Besspiel 850 mm Lange PCIe Kabel findet man nicht ganz so häufig. Auch die EPS-Kabel sind mit 700 mm lang.

Aus der Tabelle unten kann die komplette Kabelkonfiguration entnommen werden kann.

Kabellänge Chieftronic Polaris 850 
KabelAnzahl
Kabel
Anzahl
Stecker
Länge mm
(Stecker zu Stecker)
 
ATX 20+4 Pin11600 
EPS 8 PIN22700  
VGA 8 (6+2) Pin 24700/150 
SATA550/100/100 
MOLEX1550/100/100* 
Floppy 1* an Molex 

Der Lieferumfang des Netzteils besteht aus:

  • Netzteil
  • Modularkabel + Tasche
  • Handbuch
  • Netzkabel
  • Blindstartstecker

Unser Test-Equipment

Gerade wenn es darum geht kleinste Unterschiede in der Effizienz zu bestimmen und so ein Netzteil qualitativ einordnen zu wollen, ist extrem teures professionelles Messequipment unabdingbar. Bei günstigen Messgeräten sind die Messtoleranzen so hoch, dass eine korrekte Einschätzung der Performance im Vergleich zu anderen Netzteilen kaum möglich ist. Gerade wo die Netzteile in den letzten Jahren immer enger zusammenrücken.

Wir werden In Sachen Testequipment direkt vom deutschen Chroma Service Center unterstützt. Chroma ist auf professionelles Testequipment zur Effizienzmessung spezialisiert und unterstützt uns mit Know-How in Sachen Messtechnik. Die Messtechnik von Chroma gilt im Bereich der Netzteilproduktion und Qualitätskontrolle als Referenz.

Neben der Chroma Teststation verfügen wir über weitere präzise Messinstrumente wie Keysight 34461a 6,5 Digit-Voltmeter, drei 4-Kanal-Oszilloskope mit 100 MHz, mit denen wir konstant alle Spannungen des Netzteils sowie die PG, PS_ON und AC-In Signale überwachen. Zu Kontrolle der Ripple-Noise-Werte besitzen wir zudem eine Low-Voltage-Differential-Probe, wie sie in den ATX-Spezifikationen vorgeschlagen wird.

Das gesamte Testequipment ist unser Eigentum und wurde von uns selbst angeschafft. Es wird nicht von einem Netzteilhersteller bereitgestellt und wurde auch nicht von Netzteilherstellern gesponsert. Wir sind diesbezüglich also völlig unabhängig.

Wer unsere Tests regelmäßig verfolgt, der weiß, dass wir zudem auch noch Zugriff auf die Teststation von Cooler Master in direkter Nähe in Eindhoven haben und in Zweifelsfällen dort unsere Ergebnisse an einer zweiten Station aber in einem anderen Setup verifizieren können. Wir sind nun also nun in der mehr als "luxuriösen" Lage gleich zwei Chroma-Teststationen in direkter Reichweite zu haben um unserer Ergebnisse zu validieren.

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