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EVGA Supernova GT 750 - günstiges Netzteil mit Gold-Effizienz (9/9)

Zusammenfassung

Das erste EVGA Netzteil seit langem hat bei uns im Test direkt einen gute Eindruck hinterlassen. Um ein Modell wie das Supernova GT, dass eben auf einen aggressiven Preis optimiert ist, zu beurteilen muss man wie Eingangs erwähnt erst einmal herausfinden wo der Hersteller denn den Rotstift angesetzt hat. Jeder Hersteller kann heute ein hervorragendes Netzteil für einen exorbitanten Preis anbieten, die eigentlich Kunst, gerade in der Gold-Klasse ist es, das beste zu einem vorgegebenen Preisniveau zu realisieren. Es fällt immer leicht zum Beispiel über bestimmte Bauteile zu meckern, die genutzt werden, aber am Ende zählt eben, was das Netzteil an Leistung auf die Straße bringt. Und dazu ist die Garantiezeit immer noch ein netter Hinweis auf das "Selbstvertrauen" des Herstellers.

EVGA hat ein erstaunlich gutes Händchen erwiesen um beim Supernova GT an den richtigen Stellschrauben zu drehen. Das Netzteil schmeißt sogar einige echte Überraschungen in die Waagschale, die man in der Preisklasse selten antrifft. Da wären zum Beispiel die Holduptime von 16 ms (exakt die ATX-Spec), die von anderen Anbietern gerne unterschritten wird um beim Primär-Kondensator zu sparen. Oder die extrem schnellen Timings beim Einschalten des Supernova GT, welche das Netzteil fit für die neusten Energiespartechniken machen. Das dabei auch noch alle Timings usw.

Sogar die Kabel sind beim EVGA Netzteil schön lang. Das man die PCIe-Kabel dafür doppelt belegt, ist mittlerweile ja fast schon üblich.

Kleinigkeiten, wie das man trotz günstigem gestanztem Lüftergitter aus Blech trotzdem eine nette Optik hinbekommt, spricht auch dafür, dass einiges an Gedankengut in das Design des Supernova GT geflossen ist. Tatsächlich merkt man das EVGA eben an genau den richtigen Stellen gespart hat.

Die Effizienz des Supernova GT ist absolut solides Gold-Niveau, sicherlich haben wir vor allem bei 230V Betriebsspannung schon etwas effizientere Gold-Netzteile gesehen, aber die Unterschiede sind da eher minimal. Auffällig ist allerdings, dass das Modell auf 115V optimiert zu sein scheint, denn das Effizienzbild vor allem bei niedrigeren Lasten sieht unter 115V eben etwas besser aus. Hier erreicht das Supernova GT nämlich unterhalb von 40% fast Platinum Level.

In der Spitze sehen wir bei 230V  bis zu 92.5 % Effizienz. Im relevanten Lastbereich von 20-100 % liegt das Netzteil eigentlich nie unter 90%. Insgesamt also ein gutes Resultat. Bei sehr niedrigen Lasten unter 30 Watt schneidet das Modell bei 230V nicht so gut ab. Hier liegt die Verlustleistung auffällig höher als bei 115V. Auch bei der Standby-Effizienz liefert das Netzteil einen guten Schnitt. Die Stromaufnahme ohne Last liegt bei niedrigen 0.08 Watt, und bei 45 mA, dem Maximum was ein Mainboard mit ErP aufnehmen sollte, bei 0.38 Watt. Insgesamt liegt die Effizient bei hohen Standby-Lasten etwa bei 76 %. Damit sollte das Supernova GT auch bei der EU617/2013 Richtlinie für Systemintegratoren keine Probleme bereiten. rreicht.

Die Spannungsregulation liegt auf der 12V Leitung unter 1% und fällt damit gut aus. Die Nebenspannungen liefern zwar ein etwas schlechteres Bild, sind aber eben auch nicht so wichtig. Wichtiger ist da, dass alle Werte klar innerhalb der Regulationsgrenzen liegen.

Bei der Restwelligkeit bekommt man ein solides Niveau. Zwar sind auch hier auf den Nebenspannungen die Werte etwas höher, aber immer noch klar innerhalb der Spezifikation. Auf der 12V Leitung, insbesondere EPS und PCIe-Anschlüssen gibt es sogar wieder sehr gute Werte.

Zwei Kritikpunkte am EVGA Supernova GT muss man allerdings anmerken. Der erste Betrifft den Einschaltstrom, denn dieser fällt mit 62,4 Peak und 86,7 Peak-to-Peak relativ hoch auf. Problematisch sind die Werte aber noch nicht, es sei denn man hat extrem empfindliche Sicherungen und schaltet gleichzeitig mehrere Geräte ein.

Punkt zwei betrifft die semi-passive Lüftersteuerung, die hier vermutlich recht kostengünstig mit einer einfachen analogen Steuerung realisiert wurde. Das Supernova GT neigt dazu den Lüfter beim Wechsel von aktiv zu Passiv nicht dauerhaft abzuschalten sondern geht in eine Wechselphase über bei der der Lüfter immer an und abschaltet. Das Verhalten kennen wir von einigen Netzteilen, allerdings ist es hier besonders ausgeprägt. Bei geringeren Lasten kann der Lüfter auch kurzfristig anspringen um dann wieder auszugehen. Das gute ist aber, das die Drehzahl beim anlaufen mit 600 UPM moderat ist. Es kommt also nicht zu einem "aufheulen" des Lüfters. Überhaupt hält das EVGA Supernova GT die Lüfterdrehzahl auf angenehm niedrigem Level und fällt damit recht leise aus.

Fazit

Das EVGA Supernova GT 750 ist aufgrund seines attraktiven Preises von etwa 85 Euro ein sehr interessantes Netzteil (Preis laut Geizhals, Alternate*). Es gehört zu den günstigsten vollmodularen 750 Watt Gold Netzteilen, die aktuell verfügbar sind und liefert zum gebotenen Preis wirklich überzeugende Resultate. Die kleinen Unzulänglichkeiten mit der semi-passiven Lüftersteuerung kann man da tastsächlich gerne in Kauf nehmen, zumal die meisten das vermutlich gar nicht bemerken werden.

Auf der anderen Seite hat das Supernova GT nämlich richtig viele gute Eigenschaften stehen, die es zu einem sehr soliden Netzteil zu einem sehr guten Preis machen. Vergleichbare Modelle gehen schnell 10-15 Euro teurer über den Ladentisch und liegen bei 95-100 Euro. Wer deutlich bessere Leistungen will muss auch schnell 110 bis 120 Euro zahlen. Für Preisbewusste Kunden ist das EVGA Supernova GT also ein echtes Schätzchen, dass man im Auge behalten sollte.

Vorteile

  • Sehr hohe Effizienz für Gold-Netzteil (230 und 115V)
    Effizienz bis 93.5 %
  • Optimale Power-On-Time (50 ms) , PG-Delay (130 ms)
  • 16 ms Holduptime (ATX-Spec erfüllt)
  • Gute Ripple-Werte auf EPS, PCIe Kabeln
  • Vollmodulare Kabel
  • Lange Kabel
  • Gute Spannungsregulation auf 12 V

Nachteile

  • Semi-passiv Lüftersteuerung mit Aufschaukeln des Lüfters
  • Effizienz unter 30 Watt nimmt deutlich ab, hohe Verlustleistung (nur 230V)
  • Relativ hoher Einschaltstrom


08.09.21 / rj

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