Ein kürzlich veröffentlichter Treiber für Radeon-Grafiklösungen hat interne Verweise auf bislang unveröffentlichte Produkte zutage gefördert. In den Aktualisierungsnotizen wurden spezifische Modellbezeichnungen erwähnt, die auf die kommende Ryzen 9600X3D und eine Reihe von Ryzen 9000 PRO CPUs hindeuten.
Die interne Dokumentation legt nahe, dass AMD innerhalb des Zen-5-Segmentes neue Ansätze verfolgt, um sowohl den Gaming-Markt als auch den Geschäftskundenbereich mit maßgeschneiderten Lösungen zu bedienen.
Der angeblich kommende Ryzen 5 9600X3D wird demnach als Variante mit 6 Kernen und 12 Threads auf den Markt kommen. Technisch basiert dieses Modell auf einer einzelnen Core-Chiplet-Diensteinheit (CCD) und integriert eine zweite Generation der 3D V-Cache-Technologie. Während in der Standardausführung bisher 32 MB L3-Cache üblich waren, soll die X3D-Version mit einem zusätzlichen Cache-Modul ausgestattet werden, sodass insgesamt 96 MB L3-Cache zur Verfügung stehen. Dieser erweiterte Cache ist als Maßnahme zu verstehen, um die Grafikleistung in Einstiegs-Gaming-Anwendungen zu optimieren, ohne mit hohen Produktionskosten verbunden zu sein. Es wird erwartet, dass Temperaturgrenzwerte und Taktfrequenzen in Anlehnung an den bereits in vorgefertigten Systemen eingesetzten Ryzen 5 9600 umgesetzt werden. Dort sind ebenfalls 6 Kerne und 12 Threads bei einem Boost-Takt von bis zu 5,2 GHz in einem 65-Watt-Design zu finden.
Parallel dazu liefern interne Hinweise auch Informationen über den Business-Bereich. Die sogenannten Ryzen 9000 PRO Prozessoren, die für den Einsatz in Businesssystemen konzipiert sind, dürften in vier Varianten erscheinen. Es bleibt vorerst unklar, ob diese Chips dieselbe „Granite Ridge“-Architektur nutzen oder ob es Weiterentwicklungen in dieser Produktfamilie gibt. Auffällig ist, dass bei diesen Modellen das übliche "G"-Suffix für integrierte Grafiklösungen nicht aufgeführt wird. Dies unterstreicht den Fokus auf klassischen Mehrkernprozessoren ohne integrierte Grafiklösungen, während eine separate APU-Lösung laut internen Informationen erst zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr 2025 geplant ist.
Die Veröffentlichung dieser Informationen erfolgte vornehmlich über Systemintegratoren, was darauf hindeutet, dass der erste Zugang zu den neuen Prozessoren in professionellen OEM-Umgebungen stattfindet. Selbstbau-Enthusiasten könnten zunächst von diesen Neuheiten ausgeschlossen sein, sofern der Vertrieb nicht über alternative Kanäle erfolgt. Die Strategien zur Markteinführung und Verfügbarkeit scheinen somit vorerst auf institutionelle Kunden ausgerichtet zu sein.
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