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Schock für Intel: 18A-Prozess gefährdet Panther Lake - Releasetermin nicht mehr sicher?

Mittwoch, 06. Aug. 2025 14:47 - [ar] - Quelle: fudzilla.com

Intels neu entwickelter Fertigungsprozess "18A" steht laut internen Berichten vor erheblichen Qualitätsproblemen. Insbesondere für den kommenden Panther-Lake-CPUs zeigten Testläufe deutlich niedrigere Ausbeuten als erwartet. Zahlreiche Wafer erreichen nicht die für eine wirtschaftliche Massenfertigung nötigen Quoten, was die termingerechte Auslieferung in Frage stellt.

Schock für Intel: 18A-Prozess gefährdet Panther Lake - Releasetermin nicht mehr sicher?

Hintergrund ist Intels Strategie, mit dem 18A-Knoten wieder in die Spitzengruppe der Halbleiterfertigung vorzurücken. Nach umfangreichen Investitionen in bestehende Werke und dem Ausbau neuer Fertigungsstätten sollte der Schritt auf "angströmnahe" (ein Angström entspricht 0,1 Nanometer) Strukturen den Rückstand zu Konkurrenzunternehmen wie TSMC verringern. Gleichzeitig sollte das eigene Foundry-Geschäft durch attraktive Fertigungsdienstleistungen gestärkt werden.

Doch die aktuellen interne Daten deuten darauf hin, dass nur ein geringer Anteil der gefertigten Panther-Lake-Chips die Qualitätsanforderungen für den Verkauf erfüllt. Entwickler sprechen von einer "Hail-Mary-Aktion" (Erfolg in letzter Sekunde), wenn es gelinge, den Prozess noch in diesem oder im kommenden Quartal wirtschaftlich zu optimieren. In der Praxis liegt die Ausbeute weit unter den üblichen Schwellen: Intel strebt bei neuen Nodes in der Regel mindestens 50 Prozent funktionsfähige Siliziumanteile an, um erste Produktionsläufe zu starten. Erst ab Ausbeuten von 70 bis 80 Prozent werden stabile Gewinnmargen erwartet.

Als zentrale Herausforderung werden die neuen Transistor-Designs und das überarbeitete Stromversorgungskonzept genannt. Diese Neuerungen hätten die Komplexität erhöht und unerwartete Defektmechanismen ausgelöst. Für Panther Lake könnte das bedeuten, dass Chips zunächst zu deutlich niedrigeren Preisen oder sogar mit Verlust verkauft werden müssten, um Lagerbestände abzubauen. Ein solcher Notverkauf würde das Vertrauen potenzieller Foundry-Kunden in Intels High-End-Fertigung weiter erschüttern.

Seit Jahresmitte steht mit Lip-Bu Tan ein neuer verantwortlicher Manager an der Spitze des Foundry-Bereichs. Er prüft eine umfassende Neuausrichtung, die neben Prozessoptimierungen auch neue Kooperationsmodelle umfassen soll. Sollte sich zeigen, dass die 18A-Technik nicht zügig auf marktfähige Ausbeuten skaliert werden kann, könnte Intel den Fokus auf ältere Nodes und weniger anspruchsvolle Produktionen legen.

Parallel dazu ist bereits ein noch ambitionierterer Nachfolger "14A" vorgesehen. Für diesen Prozess strebt Intel eine weitere Miniaturisierung an, die jedoch erst nach dem Erfolg von 18A starten kann. Ohne eine belastbare Basis in der 18A-Fertigung rückt das 14A-Projekt in weite Ferne.

Analysten bewerten den aktuellen Zustand als kritische Phase für Intels Fertigungsdivision. Sollten keine substantiellen Fortschritte bei den Ausbeuten erzielt werden, könnte das Unternehmen Marktanteile an Wettbewerber verlieren und das lang angekündigte Ziel, die Produktion von Spitzentechnologie unabhängig zu gestalten, deutlich verfehlen. 

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