
Laut internen Prognosen des Unternehmens könnte das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage bis mindestens 2030 bestehen bleiben. Besonders betroffen seien Firmen ohne eigene Speicherproduktion, da sie Speicherchips nur noch schwer und zu stark erhöhten Preisen erhalten.
Pua erklärte, dass Hersteller inzwischen oft Speicherbausteine im Voraus bezahlen müssen, teilweise mit mehrjährigen Rahmenverträgen. Unternehmen ohne ausreichendes Kapital könnten diese Bedingungen nicht erfüllen. Bereits jetzt zeigen sich deutliche Preisunterschiede: Samsung habe bei SSDs bis 2 TByte rund 50 Prozent Aufschlag, während Marken wie Kingston oder Lexar laut Marktbeobachtungen Preissteigerungen um den Faktor 3 verzeichnen.
Die Engpässe betreffen nahezu alle Speichertypen, von DDR5 über LPDDR5X bis hin zu NAND für SSDs und eMMC. Ein 8-GByte-eMMC-Chip, der 2025 noch 1,50 US-Dollar kostete, liege laut Pua inzwischen bei rund 20 US-Dollar. Er erwartet, dass Elektronikhersteller ihre Produktion deutlich reduzieren müssen, etwa um bis zu 250 Millionen Smartphones pro Jahr. Auch PCs und Fernseher seien betroffen.
Als Hauptgrund nennt Pua die enorme Nachfrage durch KI-Rechenzentren. Hyperscaler würden Speicher ungeachtet der Kosten in Massen aufkaufen, wodurch der klassische Marktmechanismus ausgesetzt sei. Neue Fertigungskapazitäten würden wohl erst ab Ende 2027 spürbar werden, das eigentliche Problem aber nicht beheben.