Sonntag, 11. Okt. 2026 19:12 - [rj]

Gerade erst hat der unter dem Namen CyberLeek bekannte Leaker rund 25 Minuten Gameplay-Material zu Grand Theft Auto 6 veröffentlicht. Zwei Tage später folgt nun eine deutlich weiterreichende Ankündigung: CyberLeek behauptet, Zugang zu einer vollständigen, spielbaren Entwicklungsfassung von GTA 6 zu besitzen, mit der sich die komplette Story-Kampagne bis zum Abspann durchspielen lasse.
Die Veröffentlichung dieser Fassung knüpft CyberLeek an eine Bedingung: Die mit seinem Account verbundene Kryptowährung muss eine Marktkapitalisierung von 30 Millionen US-Dollar erreichen. Wenn das Ziel erreicht wird, erscheint der GTA-6-Build mit vollem Story-Modus, bis zu den Credits.
Krypto als Druckmittel
Die Verbindung zwischen Leaks und Kryptowährungen ist bei CyberLeek nicht neu. Bereits während der ersten Leak-Welle im August 2026 wurden die veröffentlichten Videos mit einem Meme-Coin beworben. Laut NotebookCheck erreichte die Währung zuvor eine Höchst-Marktkapitalisierung von umgerechnet rund 22,3 Millionen Euro. Die jetzt geforderten 30 Millionen Dollar (rund 26,8 Millionen Euro) liegen also über dem bisherigen Höchststand.
Wichtig zur Einordnung ist hier die Unterscheidung: Eine Marktkapitalisierung ist kein eingebrachter Bargeldbetrag. Sie beschreibt den rechnerischen Gesamtwert der im Umlauf befindlichen Token. Gerade bei Meme-Coins kann dieser Wert stark schwanken. Für CyberLeek könnte die Konstruktion dennoch finanziell attraktiv sein: Wenn die Aufmerksamkeit der GTA-6-Drohung dazu führt, dass Anleger Token kaufen, steigt der Kurs. Davon profitieren insbesondere diejenigen, die bereits größere Bestände der Kryptowährung halten.
Disc-Version und Entschuldigung als Alternative
Neben der Krypto-Bedingung nennt CyberLeek eine zweite Möglichkeit, die angekündigte Veröffentlichung zu verhindern: Take-Two Interactive soll GTA 6 auf physischer Disc veröffentlichen und sich öffentlich entschuldigen. Damit spielt der Leaker auf die aktuelle Diskussion um das Ende von physischen Discs für kommende Spiele an.
Rechtlicher Druck von Take-Two
Unabhängig von der aktuellen Drohung hat Take-Two bereits rechtliche Schritte eingeleitet. Laut mehreren Medienberichten wurden am 20. August 2026 DMCA-Vorladungen gegen Microsoft und Discord beim U.S. District Court eingereicht. Beide Plattformen wurden angewiesen, bis zum 4. September 2026 identifizierende Nutzerdaten herauszugeben. Das Ziel dabei ist natürlich, die Identität von CyberLeek zu ermitteln.
Wie viel GTA 6 hat Cyberleak wirklich?
Rockstar Games und Take-Two haben die Authentizität des geleakten Materials bislang nicht bestätigt. Eine unabhängige Verifizierung, dass tatsächlich eine vollständig spielbare Fassung von GTA 6 in die Hände des Leakers geraten konnte, gibt es bislang auch nicht.
Ein Aspekt des Leaks sorgt jedoch für Fragen: Cyberleak bietet unter anderem auch "custom-made gameplay footage" an. Die 25-minütigen Gameplay-Aufnahmen zeigen Rennveranstaltungen, Zwischensequenzen, First-Person-Ansichten und Szenen mit den Protagonisten Jason und Lucia. Solche Inhalte hat Rockstar selbst bis dahin nicht öffentlich gezeigt, was zumindest auf Zugriff auf internes Material hindeutet. Ob der Leaker aber wirklich eine komplett spielbare Fassung von GTA 6 besitzt ist komplett offen.
UPDATE 11.10.26: Nächster Video-Leak mit unbekleideter Lucia
Kurz nach der Krypto-Ankündigung hat CyberLeek weitere fünf Minuten Gameplay-Material veröffentlicht, das Lucia in Vice City zeigt: eine Sequenz, in der sie komplett ohne Bekleidung durch die Innenstadt läuft, einen Geldautomaten plündert und einen Base-Jump absolviert. Hinzu kommen eine ATM-Mechanik für Ein- und Auszahlungen sowie ein Checkpoint-System nach einem tödlichen Sturz.
Technisch interessant ist dabei, wie die Nacktszenen wohl zustande gekommen sein dürften. In der RAGE-Engine gab es bisher eigentlich keinen direkten "Nackt-Modus" - derartige Szenen entstehen durch den Austausch von Texturdateien. Wer solche Änderungen an einer laufenden Spielinstanz vornehmen und aufnehmen kann, hat vermutlich Zugriff auf die eigentlichen Spieldateien. Das ist ein stärkeres Indiz für einen spielbaren Build als die bloße Veröffentlichung vorproduzierten Videomaterials: Es spricht dafür, dass CyberLeek nicht nur Aufnahmen besitzt, sondern eine Fassung, in der er aktiv Eingriffe vornehmen kann.
CyberLeek hat zudem nun angekündigt, ein "4K-Close-Up" von Lucia zu veröffentlichen. Ob die Drohung mit dem vollständigen Story-Modus tatsächlich umsetzbar ist, bleibt weiterhin unbelegt.