
Chinas DDR5-Speicher von ChangXing-Memory-Technologies sorgt für wachsende Aufmerksamkeit, da immer mehr Hersteller die Module in ihre Systeme integrieren.
Erste Tests des Overclockers Safedisk, veröffentlicht von Uniko’s-Hardware, zeigen jedoch ein ernüchterndes Bild. CXMTs DDR5 erreicht nicht die Performance vergleichbarer SK-hynix-Dies und weist eine auffällig hohe Silizium-Streuung zwischen verschiedenen Produktionschargen auf.
Im Test kam ein Kingbank-48-GB-Kit (2x24 GB) DDR5-6000 CL36 zum Einsatz, das zwar auf 8600 MT/s bei CL44 übertaktet werden konnte, jedoch mehrere strukturelle Schwächen offenbarte. CXMT-Dies skalieren nicht mit Spannung, reagieren kaum auf straffere Subtimings und lassen sich nur eingeschränkt manuell optimieren. Damit fällt das OC-Potenzial deutlich geringer aus als bei SK-hynix-Modulen, die bei identischen Taktraten stabiler und schneller arbeiten sollen.
CXMT produziert seit Ende 2025 DDR5, obwohl dem Unternehmen moderne EUV-Lithografie fehlt. Dennoch kursieren Berichte, dass CXMT bereits 2026 Microns Produktionsvolumen erreichen könnte, was China zum zweitgrößten DRAM-Hersteller weltweit machen würde. Entsprechend setzen immer mehr OEMs auf CXMT-RAM: Dell und HP nutzen die Module in regionalen Systemen, während Marken wie Corsair, Lexar, Kingbank, Netac, Asgard und Gloaway Retail-Kits mit CXMT-Chips anbieten. Mainboard-Hersteller haben BIOS-Optimierungen veröffentlicht, die Taktraten jenseits der 8000 MT/s ermöglichen.
Trotz dieser breiten Integration bleibt die Qualitätsfrage offen. Die fehlende Spannungsskalierung, die eingeschränkte Timing-Anpassbarkeit und die starke Silizium-Streuung könnten Enthusiasten abschrecken, die auf konsistente Ergebnisse angewiesen sind. Zudem fehlen bislang unabhängige Benchmarks, die die Leistung im direkten Vergleich zu SK-hynix-Dies belegen würden.
Ob CXMT langfristig im westlichen Markt Fuß fassen kann, ist unklar. Der Hersteller ist bisher auf China beschränkt, und ein globaler Ausbau würde hohe Anforderungen an Zuverlässigkeit, Preisgestaltung und Qualitätskonsistenz stellen. Mit dem bevorstehenden Börsengang will CXMT seine Position stärken, doch Berichte wie diese könnten Skepsis schüren. Für viele Beobachter zeigt der Test vor allem eines: Hohe Produktionsmengen ersetzen keine ausgereifte Technologie, und CXMT muss erst beweisen, dass es mehr ist als eine kostengünstige Alternative.
