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MSI MPG Z690 Carbon Wifi im Test

Z690 Highend-Mainboard mit Augenmaß

Die neuen Intel Core Prozessoren der 12-ten Generation finden bei den Usern viel Anklang mit überwiegend positivem Feedback. Und tatsächlich ist es sogar recht einfach unter den Modellen für sich den passenden Prozessor zu finden, vom Preisbrecher-Einsteigermodell 12400F bis hin zum schnellen 12900K.

Was hingegen deutlich schwerer fällt, ist unter der gigantischen Auswahl auch das passende Mainboard zu finden, vor allem da die Preise der neuen Sockel 1700 Untersätze in zum Teil schwindelerregende Höhen geschnellt sind. Die teuersten Mainboards überragen den Preis der teuersten CPU um erhebliche Summen. Wir haben uns kurzfristig über den Handel mit CPUs (12600K, 12700K und 12900K) eingedeckt um wieder einmal mehr Mainboard-Tests für unsere Leser durchzuführen. Angefangen haben wir bereits mit dem gerade neu vorgestellten B660 Chipsatz auf dem MSI MPG B660M Mortar DDR4, für den Sockel 1700 eher ein "Einsteiger-Mainboard".

Als nächstes wollen wir uns dem Gegenteil zuwenden, einer Highend-Platine mit dem Z690 Chipsatz. Das Testmodell stammt ebenfalls aus dem Hause MSI und trägt den Namen MPG Z690 Carbon Wifi. Das Highend-Mainboard darf sich aber zu den Modellen zählen, bei denen der Preis zwar hoch aber noch "erträglich" ist. Etwa 450 Euro muss man für das Mainboard locker machen. Ein stolzer Preis, aber gegenüber den "verrückten" Modellen, die zum Teil 700, 800 oder sogar über 1000 Euro bis hin zu 2000 Euro kosten geradezu ein Schnäppchen.

Das heißt aber nicht, das es zum MPG Z690 Carbon Wifi nicht auch noch eine aufgemotzte Version  geben würde, denn das Board ist optional auch mit einem Wasserkühler als MSI MPG Z690 Carbon EK X für satte 700 Euro erhältlich. Günstigere Z690-Mainboards gibt es von MSI natürlich auch, zum Beispiel das MSI MPG Z690 Torpedo für 260 Euro, welches wir bereits in der Redaktion haben und uns auch noch im Test genauer anschauen werden.

Der Intel Z690 Chipset

Bevor es mit dm Mainboard los geht schnell noch ein Blick auf den Z690-Chipsatz und wie sich dieser gegenüber den zusätzlich verfügbaren Modellen H610, B660 und H670 verhält. Der kleinste Chipsatz der H610 ist ein absolutes Einsteiger-Modell, das man auch als "Notlösung" ansehen kann, wenn es einem lediglich um den niedrigsten Preis geht. Der H610 besitzt nur einen Speicher-Channel, so dass hier der Speicherdurchsatz schlechter ausfällt (weil nur Single-Channel Modus), der Chipsatz reduziert damit also tatsächlich die Performance des Systems.

Ab dem B660 sind die Chipsets in der Performance quasi gleichgestellt. Selbst der kleine B660 unterstützt bereits Speicher-Overclocking, was durchaus einen gewissen Performanceschub mit sich bringen kann, gerade bei den DDR4-Versionen der Mainboards. Die übrigen Unterschiede zwischen den Chipsätzen beziehen sich auf die angebotenen PCIe-Lanes sowie der Anzahl der SATA/USB-Ports, die aus der Tabelle unten entnommen werden können.

Der wesentlichste Unterschied zwischen dem Z690 und allen anderen Modellen besteht darin, dass der Z690 als einziger das Übertakten der CPU über den Multiplikator erlaubt. Wer also die CPU außerhalb der Spezifikationen betreiben will um das Maximum an Performance  herauszuholen, der kommt am Z690 nicht vorbei. Aber auch Features wie das Undervolting funktionieren zum Teil nur mit den teuren Z690-Modellen, weil sich bei den kleineren Chipsätzen wegen des fehlenden CPU-Overlocking die CPU-Spannungen nicht geändert werden können. Hier gilt es also genau hinzuschauen. In jedem Fall kann man sagen, dass es sich für PC-Freaks mit kleinerem Geldbeutel eher lohnt ein günstigeres Z690-Mainboard zu kaufen, als ein teures Modell mit den kleineren Chipsets.

MSI MPG Z690 Carbon Wifi

Die Mainboards aus der Carbon Serie sind bei MSI eigentlich immer in der Oberklasse zu finden. Das gilt auch für das MPG Z690 Carbon Wifi. Das Board ist ein top ausgestattetes Modell, das sich nicht nur bei den Features sondern auch von der Optik weit oben ansiedelt. Es gehört dementsprechend auch zu den teuersten Z690 Platinen von MSI und wird nur vom Z690 Unify und Z690 Ace übertroffen.

Interessant am neuen Modell ist zudem, dass es nicht mehr den Beinamen „Gaming“ trägt wie frühere Modelle. So nannte sich die Z590 Version des Boards noch MSI MPG Z590 Gaming Carbon WIFI. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass sich das neue Mainboard nicht mehr an Gamer richtet, den eigentlich tun das sowieso fast alle Modelle.

Dank seiner top Ausstattung kann das MSI MPG Z690 Carbon Wifi so ziemlich für jeden Anwendungszwecke vom Overclocking, Gaming bis hin zu professionellen Anwendungen genutzt werden.

Zu den interessanteren Features des Mainboards gehört sicherlich die starke Spannungsversorgung. Das MPG Z690 CARBON WIFI nutzt ein direktes 18+1+1-Phasen-VRM mit 75A Smart Power Stages. Und dazu gesellt sich eine besonders aufwendige Kühlung mit 7W/mK MOSFET-Wärmeleitpads und zusätzlichen Drosselpads. Die Kühler in L-Form mit Kühlrippen sind durch eine Heatpipe verbunden und sorgen für eine sehr gute Wärmeabfuhr. Als PCB kommt ein 8-Layer Modell mit 2-OZ-Kupferdicke zum Einsatz.

Das Mainboard ist nur als DDR5-Version verfügbar und bietet 4 Slots , die Speicherübertaktungsgeschwindigkeiten bis zu 6666 MHz und mehr unterstützen. Maximal können 128 GB Speicher eingesetzt werden.

Im Gegensatz zu vielen der günstigeren Boards besitzt das Z690 Carbon Wifi gleich 3 PCIe x16 Slots. Die ersten beiden, die metallverstärkt sind um die Stabilität bei schweren Grafikkarten zu erhöhen, sind als PCIe 5.0 ausgeführt und entweder x16+x0 oder x8+x8 angebunden. Der dritte Slot hingegen beschränkt sich auf PCIe 3.0.

Zu den absoluten Highlights aber gehört sicher, dass das Mainboard gleich 5 M.2 Slots anbietet, womit sich natürlich eine stattliche Gesamtkapazität durch M.2-Speicher erreichen lässt. Wenn man lediglich  auf die bereits kostengünstigeren 2 TB Versionen zurückgreift, kann das Board damit schon 10 TB an „Onboard Speicher“ mit sich schleppen. Vier der Slots sind mit M.2 Gen4 x4 Anbindung und bieten die aktuell maximale Performance und ein Slot arbeitet mit Gen3 x4.

Die Ports 4 und 5 unterstützen dabei auch alte SATA SSDs und Port 5 kann für Intel Optane eingesetzt werden.

Die M.2-Slots sind allesamt mit den von MSI als Shield Frozr bezeichneten Kühlern bestückt. Eine besondere Position nimmt dabei der erste Slot ein, denn dieser besitzt einen speziellen Kühler, der mittels Kühlpads die SSD von oben und unten kühlt. Ebenfalls sehr schön ist, dass die Steckplätze nun mit einem Schnellverschluss bestückt sind, man die SSDs also nicht mehr Verschrauben muss. Die SSD wird nur eingesteckt und der Schnellverschluss gedreht um die SSD fest zu setzen. Leider haben nur drei der fünf Slots diesen Mechanismus und bei einigen unserer Test-SSDs sitzen die Verschlüsse sehr stramm, so dass sich die SSDs schwer entfernen lassen.

Der Chipsatzkühler ist beim Carbon mit dem M.2 Kühler der mittleren beiden SSDs verbunden um hier eine größere Kühlfläche zu schaffen. Der eigentlich Chipsatzkühler ohne den „Anbau“ ist allerdings auch schon großer als bei so manchem anderen Z690-Mainboards. Kühlprobleme sind hier also nicht zu erwarten.

Das Board besitzt für weitere Speicher 4x SATA 6Gb/s Ports die vom Z690 Chipsatz bereit gestellt werden. Dazu gesellen sich noch zwei weitere langsamere SATA 6Gb/s Prts durch einen ASMedia ASM1061. Der Z690-Chipsatz stellt eigentlich 6 SATA Ports  bereit, die dann aber weniger M.2 Slots erlauben. Mit dem Trick ermöglich das Board somit mehr SATA und M.2 Geräte gleichzeitig zu betreiben.  Trotzdem wird noch der SATA 7 Port deaktiviert, wenn eine M.2 SATA SSD in den M2_4 Slot gesteckt wird.

In Sachen Netzwerk bietet das Carbon das aktuelle übliche Programm, was auf fast alle Z690 Mainboards zutrifft. Hier gesellt sich zum Intel Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.2  auch noch ein schneller Intel I225V 2.5 Gbit LAN. Dank der MSI LAN Manager Software, kann die Lösung auch den Datentrafik optimieren oder den Durchsatz je nach Anwendung beschränken. Betreibt man verschiedene Netzwerkanwendungen parallel, dann  kann das sehr nützlich sein.

Bei den Anschlüsse braucht sich das Mainboard definitiv nicht zu verstecken, denn das ATX-Panel ist vollgestopft mit USB-, Monitor- und Audio-Anschlüssen. Darunter auch den besonders schnellen USB 3.2 Gen 2x2 Typ-C (20Gbits), HDMI 2.1 & DisplayPort 1.4 und 7.1 HD Audio mit MSI Audio Boost 5 und S/PDIF-Ausgang.


In Sachen Optik und Bling-Bling hat das Mainboard auch einiges parat, abgesehen vom sehr schwarzen PCB, den vielen schwarz grau gefärbten Elementen und Carbon Designs, besitzt das Board am Chipsatzkühler und auf dem IO-Shield-Abdeckung eine RGB-Beleuchtung. Insbesondere der beleuchtete Drache macht dabei natürlich einiges her. Die Chipsatz-Beleuchtung ist ebenfalls recht nett und zeigt einfach nur den Carbon Schriftzug. Im eingebauten Zustand mit größerer Grafikkarte ist dieser sowieso weniger zu sehen, so dass sich die aufwendigere Beleuchtung am IO-Shield tatsächlich als bessere Option erweist.

Was wir beim Test allerdings definitiv an dem Board vermisst haben, sind die kleinen Onboard-Taster für Power und Reset, die sich früher schon auf jedem Mittelklasse-Board befanden, aber offenbar aus der Mode gekommen sind. Die Taster haben sich immer als sehr nützlich für die Fehlersuche und vor allem auch für Overclocker erweisen, die das Mainboard nur auf einem Benchtable betreiben. Die Taster finden sich leider erst auf den noch wesentlich teuren MSI Unify und ACE Modellen. Schön hingegen ist dafür der am IO-Shield vorhandene Bios-Flash Taster mit dem das BIOS auch ohne CPU aktualisiert werden kann.

Testsystem Konfiguration
CPUIntel Core i9 12900K CPU
RAMDDR4: Patriot Viper Steel 4400 MHz 2x8 GB
DDR5: Corsair Dominator Platinum RGB DDR5 2x16 GB
VGARadeon RX 6900 XT
M.2 Speicher SystemWD Black SN850 1 TB PCIe 4.0
M.2 Speicher SystemKingston FURY Renegade PCIe 4.0 NVMe M.2
USB-SpeicherWD Black P50 1 TB USB 3.2 Gen 2x2
Kühler

MSI MPG CoreLiquid K360

NetzteilSeasonic Prime TX 1000 Watt
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