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Tesoro Gram XS im Test - die ultra flache mechanische Tastatur (2/4)

Technik, Design, Layout

Aus technisches Sicht stellen sicherlich die „ultra-flachen mechanischen Schalter“ (so bezeichnet sie Tesoro selbst) das Highlight der Gram XS dar. Diese werden von Tesoro selbst in den Ausführungen blau und rot angeboten und unterscheiden sich natürlich hinsichtlich ihrer Tipp-Eigenschaften, wie man in nachfolgender Tabelle erkennen kann. Die Daten stammen von Tesoros Homepage:

  • Actuation Distance:
    • Blue: 1,1mm +/- 0,4mm
    • Red: 1,1mm +/- 0,4mm
  • Operation Force:
    • Blue: 40g +/- 10g
    • Red: 45g +/- 15g
  • Pressure Force:
    • Blue: 50 +/- 15g
    • Red: nil
  • Travel Distance :
    • Blue: 3,0 +/- 0,3mm
    • Red: 3,0 +/- 0,3mm

Hinsichtlich Schreib- und Gaminggefühl musste sich die Gram XS in unserem Test sowohl mit anderen mechanischen Tastaturen (Tesoro Gram SE Spektrum und G.Skill Ripjaws KM780 RGB Gaming) als auch mit auf anderen Techniken basierenden Tastaturen in flacher Bauweise (Logitech K800) messen.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen: Die Gram XS ist nach unserem Geschmack zwar einer anderen flach gebauten Tastatur definitiv vorzuziehen, kann aber weder beim Schreiben längerer Texte noch beim Gaming zu 100% mit herkömmlichen mechanischen Schaltern mithalten. Im Vergleich zur K800 überzeugt die Gram XS vor allem dadurch, dass sich die Tasten nicht so schwammig oder positiv formuliert präziser und knackiger anfühlen. Genau in diesen Disziplinen ist die Gram XS einer herkömmlichen mechanischen Tastatur jedoch weiterhin minimal unterlegen, aber dennoch einer Tastatur mit Rubberdome-Technik überlegen.

Gegenüber ihren etwas voluminöseren Geschwistern kann die Gram XS aber auch einige Vorteile ins Feld führen. So ist sie beim Tippen beispielsweise deutlich leiser als andere mechanische Schalter, auch das „pingen“ der Metallfeder ist wesentlich seltener zu hören, als bei den meist freistehenden Tastatur-Designs anderer mechanischer Tastaturen. Ein Vorteil der flachen Bauweise ist unserer Meinung auch, dass keine Handballenauflage benötigt wird bzw. dass auch ohne diese langes ermüdungsfreies Schreiben möglich ist.

Negativ aufgefallen ist uns, dass die im Testexemplar vorhandenen roten Schalter sehr leicht auslösen. So kam es während des Tests häufiger vor, dass ein gefühlt nur abgelegter Finger den Schalter ausgelöst hat und lange Buchstabenschlangen produziert hat, die wieder gelöscht werden wollten. Gerade beim Gaming kann sich diese Eigenart auch mal negativ auswirken. Einschränkend muss aber auch erwähnt werden, dass je länger die Tastatur genutzt wurde, dieses Phänomen seltener auftrat. Hierbei dürfte es sich um einen Gewöhnungseffekt an die Tastatur und ihre Eigenarten handeln, sodass es bei den meisten Nutzern nach einer gewissen Eingewöhnungsphase gar nicht mehr auftreten sollte.

Auf der Rückseite der Tastatur wird deutlich, dass Tesoro ob der flachen Bauweise der Tastatur auf eine Höhenverstellung mittels ausklappbarer Füße, wie man sie sonst von Tastaturen gewohnt ist, gänzlich verzichtet hat.

Design

Wie die anderen Tastaturen der Gram-Serie besticht die Gram XS einerseits mit einer pro Taste individualisierbaren RGB-Beleuchtung andererseits aber mit einem sehr aufgeräumten Fullsize-Tastatur-Design. Dezidierte Makro- oder Multimedia-Tasten sucht man beispielsweise vergebens. Diese Funktionen werden, wie sonst insbesondere bei Laptoptastaturen üblich, über Doppelbelegung der regulären Tasten mittels FN-Taste realisiert. Neben den o.g. Zusatztasten verzichtet Tesoro bei der Gram XS wie bereits erwähnt auch auf eine Handballenauflage. Während dies beispielsweise bei der Gram SE Spectrum noch von uns kritisiert wurde, fällt das Fehlen bei der Gram XS durch die geringe Bauhöhe von lediglich 23,5 Millimetern nach unserem Empfinden nicht oder wenn überhaupt nur unwesentlich ins Gewicht. Ermüdungsfreies Schreiben und Spielen über einen längeren Zeitraum war, auch dank eines weichen XL-Stoffmauspads für Tastatur und Maus, überhaupt kein Problem.

Ausgesprochen gut gelungen ist unserer Meinung nach wie bei den anderen Tastaturen der Gram-Serie das Zusammenspiel von RGB-Hintergrundbeleuchtung und schlichtem Korpus. Da die Beleuchtung der Gram sehr hell ist, erkennt man die Farben auch bei Tag sehr gut. Insbesondere im Zusammenspiel mit einer dezenteren Farbeinstellung, kann die Gram XS so auch auf dem (Büro-)Schreibtisch sehr elegant wirken.

Verarbeitung

Die Verarbeitung der Tesoro Gram XS weiß in allen Lebenslagen zu überzeugen, sodass wir der Einfachheit halber unseren Text aus dem Test der Gram SE Spectrum wiederholen wollen, da er absolut auch auf die Gram XS zutrifft:

Die Basisplatte aus Metall weißt keinerlei scharfe Kanten auf und verleiht der Tastatur neben einem hohen Gewicht auch eine hohe Stabilität. Im Zusammenspiel mit den gummierten Standfüßen steht die Tastatur so satt auf dem Schreibtisch, sodass auch bei hitzigen Gefechten in Multiplayer-Spielen ein Verrutschen der Tastatur nicht zu befürchten ist.

Weiterhin gefällt auch, dass die Tastatur mittels separatem Kabel, welches mit 1,8 m Länge ausreichend bemessen ist, an den PC angeschlossen wird. So kann dieses beim Transport der Tastatur einfach abgenommen werden oder im Falle eines Kabelbruchs einfach ersetzt werden. Letzterer scheint übrigens bei dem relativ dicken, mit Stoff ummantelten Kabel eher unwahrscheinlich. Das Kabel bleibt auch trotz der Dicke weiterhin flexibel genug, um es problemlos verlegen zu können.

Die Keycaps weißen, wie man es beispielsweise von Notebooktastaturen gewohnt ist, eine flache Bauweise auf. Im Gegensatz zu den Tastenkappen herkömmlicher Tastaturen wirkt jedoch der Befestigungsmechanismus der Tastenkappen sehr filigran und fragil. Dies ist wahrscheinlich der flachen Bauweise geschuldet. Sollte man die Tastenkappen also zu Reinigungszwecken entfernen, empfiehlt sich ein behutsames Vorgehen, um diese nicht zu beschädigen.

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