Der chinesische Speicheranbieter PetaIO hat erste Details zu seinen kommenden PCIe-Gen6-SSDs veröffentlicht und liefert damit einen Vorgeschmack auf das, was Rechenzentren und später auch Consumer-Systeme erwartet.

Die neuen Laufwerke setzen auf den Titanium-Himalaya-Controller, der im 6-nm-Prozess gefertigt wird und speziell für KI-Workloads mit großen Modellen optimiert ist.
Laut den ersten technischen Daten erreicht die SSD sequenzielle Lesegeschwindigkeiten von über 28 GB/s. Bei zufälligen Lesezugriffen sollen bis zu 50 Millionen IOPS bei 512 Byte möglich sein, begleitet von einer extrem niedrigen Latenz von 2.7 µs. Damit bewegt sich die Gen6-Generation in Leistungsbereichen, die bisher nur in theoretischen Roadmaps existierten.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Unterstützung von CXL 3.0. Darüber lassen sich die Laufwerke als hochbandbreitige Speichererweiterung nutzen, etwa um KI-Systeme mit zusätzlichen Terabytes an schnellem Speicher zu versorgen. PetaIO plant Speicherpools mit bis zu 256 TB, die als intelligenter Erweiterungspool für GPU-HBM dienen sollen. Besonders der KV-Cache, ein Engpass bei großen Sprachmodellen, soll so effizient ausgelagert werden können.
Die Architektur ist klar auf KI-Inferenz und Vektorabrufe ausgelegt und soll die sogenannte "Memory Wall" entschärfen, die moderne GPUs trotz hoher Rechenleistung ausbremst. Für klassische Rechenzentren bleibt die SSD ebenfalls interessant, da sie enorme Bandbreite mit niedriger Latenz kombiniert.
Ein konkreter Marktstart steht für die Laufwerke noch nicht fest. PetaIO erwartet jedoch eine Einführung parallel zu neuen Enterprise-KI-Systemen gegen Ende des Jahres. Für den Consumer-Bereich dürfte die Technik später folgen.
