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Verwanzte Ledger-Hardware: 102 Millionen Dollar gestohlen

Freitag, 16. Okt. 2026 12:58 - [ar] - Quelle: heise.de

Der Hardware-Wallet-Hersteller Ledger hat sich erstmals ausführlicher zu den manipulierten Krypto-Wallets geäußert, die bereits Schäden in Millionenhöhe verursacht haben. Nach Unternehmensangaben handelt es sich nicht um einen klassischen Supply-Chain-Angriff, sondern um eine koordinierte Aktion einer professionell organisierten Tätergruppe.

Verwanzte Ledger-Hardware: 102 Millionen Dollar gestohlen

Die Kriminellen sollen originale Ledger-Geräte über Monate hinweg aufgekauft, geöffnet und mit eigener Hardware ausgestattet haben. Anschließend gelangten die manipulierten Wallets wieder in den regulären Handel. Ledger spricht von einem Angriff, für den die Täter Millionen investiert und eigene technische Infrastrukturen aufgebaut haben sollen.

So funktioniert die Manipulation

In den kompromittierten Geräten steckt zusätzliche Elektronik, die den Bildschirminhalt überwacht. Ergänzt wird diese durch ein LTE-Modul mit eSIM. Sobald Nutzer das Wallet einrichten und ihre Seed-Phrase angezeigt bekommen, werden die Daten unbemerkt an die Angreifer übertragen. Damit erhalten diese die vollständige Kontrolle über die hinterlegten Kryptowährungen.

Besonders gefährlich ist dabei die Qualität der Manipulation. Die Geräte wirken originalverpackt und lassen sich äußerlich kaum von unveränderten Wallets unterscheiden. Selbst nach dem Öffnen sind laut Berichten nur minimale Unterschiede erkennbar.

102 Millionen Dollar Beute

Nach Auswertungen von Bitquery wurden zwischen dem 9. und 13. Oktober mindestens 324 betroffene Wallets identifiziert. Die Täter sollen Kryptowährungen im Gesamtwert von rund 102 Millionen US-Dollar erbeutet haben. Im Durchschnitt entfielen damit mehr als 300.000 Dollar auf jedes kompromittierte Gerät.

Ledger fordert Händler inzwischen auf, Geräte nicht offen zu präsentieren und Rückläufer niemals erneut zu verkaufen. Weitere technische Schutzmaßnahmen seien in Arbeit, konkrete Details nennt das Unternehmen bislang jedoch nicht.

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