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Verbot von Killerspielen

Montag, 14. Nov. 2005 08:44 - [al] - Quelle: n-tv, Koalitionsvert

Der Regierunswechsel und die große Koalition in Deutschland wird auch Konsequenzen für Computer-Spiele haben, wie der Fernsehsender n-tv berichtet. So plant die neue Regierung eine Verschärfung des Jugendschutzes unter dem Punkt "Aufwachsen ohne Gewalt".

Hier ein Auszug auf dem Koalitionsvertrag:

6.3 Aufwachsen ohne Gewalt

Die Koalitionspartner verabreden, den Schutz von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu verbessern. Die aktuellen Regelungen sind angesichts der rasanten Entwicklungen im Bereich der Neuen Medien noch nicht ausreichend, um den wachsenden Gefährdungen junger Menschen auf dem Mediensektor wirksam entgegenzutreten.

Die Neuregelungen im Jugendschutz werden schnellstmöglich und deutlich vor dem für März 2008 verabredeten Zeitpunkt evaluiert, um notwendige Konsequenzen rechtzeitig ziehen zu können. Wir wollen hierzu unverzüglich in einen zielorientierten Dialog mit den Ländern eintreten. Folgende Eckpunkte sollen vorrangig erörtert werden:

  • Wirksamkeit des Konstrukts "Regulierte Selbstkontrolle"
  • Altersgrenzen für die Freigabe von Filmen und Spielen/Alterskennzeichnung von Computerspielen
  • Verlässliche Kontroll- und Sicherheitsstandards für Videoverleihautomaten
  • Verbot von "Killerspielen"
Ein Punkt taucht noch unter "EU-weite und internationale Mindeststandards bei Jugendschutz im Internet" auf. Dabei soll das Internet wohl auch einem Jugendschutz unterzogen werden, aber es ist abzusehen, dass der Regierung hier einen deutlichen Dämpfer versetzt werden könnte, da die übrigen EU-Länder keine strenge Altersfreigaben haben. Ganz im Gegenteil. In Deutschland USK 18-Spiele sind beispielsweise in Großbritanien meist schon ab 16 zu haben.
Scheinbar ist die Regierung nicht zufrieden mit der FSK- und USK-Einstufung und eine Überprüfung der Einsstufung ist sicherlich in Ordnung, aber da diese Einstufung von unabhängigen Gremien aus der Gesellschaft gemacht werden, die auf wissenschaftlichen Studien basieren, kann befürchtet werden, dass die sehr konservative Regierung hier maßlos übertreiben wird.

Welche Spiele die Einstufung "Killerspiele" erhalten sollen, ist zur Zeit nicht klar und geht auch aus dem Koalitionsvertrag nicht hervor, jedoch ist es schlichtweg verfassungswidrig, Zensur in dem Maße vorzunehmen, die einem "Erwachsenenschutz" und nicht dem Jugendschutz gleichkommt.

Zudem ist zu befürchten, dass die deutsche Spieleindustrie bei solchen harten Regelungen aus dem Land abwandern wird. Manchen Regierungsmitgliedern scheint nicht klar zu sein, dass dieser Wirtschaftszweig einen höheren Umsatz hat als Hollywood und diese Firmen Deutschland verlassen werden, wenn harte Restriktionen auf sie zukommen. Der deutsche Sonderweg in Sachen Jugendschutz ist bereits heute schwierig und würde noch weiter verschärft werden.
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