Wer auf fallende Grafikkartenpreise gehofft hat, bekommt die nächste schlechte Nachricht. Laut Berichten aus China hat AMD die empfohlenen Verkaufspreise großer Teile der aktuellen Radeon-Familie angehoben. Betroffen sind unter anderem die Radeon RX 9070, RX 9070 GRE, RX 9060 XT und RX 7650 GRE. Die Änderungen sollen bereits zum 1. Oktober wirksam geworden sein.

Besonders stark trifft es die Radeon RX 9070. Für die Karte wird ein Aufschlag von 700 Yuan genannt. Auch beide Varianten der RX 9060 XT sollen teurer geworden sein. Die Version mit 16 GB VRAM steigt laut den Berichten um 600 Yuan, die 8-GB-Ausführung um 300 Yuan. Gleichzeitig bleibt die Radeon RX 9070 XT unverändert. Dadurch schrumpft der Abstand zwischen beiden Modellen deutlich.
Der Auslöser liegt nicht bei einer neuen GPU-Generation oder einer geänderten Marktstrategie. Stattdessen schlägt erneut die Speicherkrise durch. Hersteller priorisieren zunehmend HBM-Speicher für KI-Beschleuniger und Rechenzentren. Dadurch stehen weniger Kapazitäten für klassischen Grafikspeicher zur Verfügung. Nach Angaben aus der Lieferkette haben sich einzelne 2-GB-Speicherchips zuletzt um rund zehn Prozent verteuert. Besonders Karten mit 16 GB VRAM spüren diese Entwicklung unmittelbar, weil deutlich mehr Speicherbausteine verbaut werden müssen als bei vergleichbaren 8-GB-Modellen.
Zusätzlich steigen die Produktionskosten. In der Lieferkette wird seit längerer Zeit über höhere Preise bei TSMC berichtet. Da AMD einen Großteil seiner aktuellen Grafikchips dort fertigen lässt, erhöhen sich auch die Kosten auf GPU-Seite. Diese Entwicklung trifft AMD nicht allein, sondern belastet den gesamten Markt.
Während mehrere Modelle teurer werden, bleibt das schnellere XT-Modell unverändert. Sollte diese Preisstruktur tatsächlich bei Händlern ankommen, könnte sich das Preis-Leistungs-Verhältnis innerhalb der Radeon-Familie spürbar verschieben.
Noch handelt es sich dabei um Informationen aus dem chinesischen Markt und nicht um eine weltweite Preisankündigung. Die Richtung ist dennoch eindeutig. Die Kosten für Speicher und Fertigung steigen weiter - und am Ende landet die Rechnung erneut bei den Spielern.
