Microsoft integriert offenbar erste Vorbereitungen für Advanced Performance Extensions, kurz APX, in Windows 11. Die Technik gilt als eine der größten Erweiterungen des x86-64-Befehlssatzes seit vielen Jahren und soll künftigen Prozessoren von Intel und möglicherweise auch AMD zusätzliche Leistungsreserven erschließen.

Entdeckt wurde die Funktion in einer aktuellen Windows-11-Insider-Version. Dort findet sich erstmals ein APX-Schalter mit dem Hinweis auf eine bessere Performance. Noch befindet sich die Unterstützung in einer experimentellen Entwicklungsphase und steht nicht in regulären Windows-Versionen zur Verfügung.
Mehr Register mehr Leistung
Die wichtigste Änderung besteht in der Verdopplung der allgemeinen Prozessorregister von bislang 16 auf künftig 32. Dadurch können CPUs deutlich mehr Daten intern speichern und müssen seltener auf den Arbeitsspeicher zugreifen. Ergänzt wird APX durch neue Befehlsformen und weitere Optimierungen innerhalb der x86-Architektur.
Laut Intel lassen sich dadurch Speicherzugriffe und die Zahl der benötigten Befehle reduzieren. Die tatsächlichen Leistungsgewinne hängen jedoch davon ab, ob Anwendungen gezielt für APX entwickelt oder kompiliert werden. Bestehende Prozessoren erhalten dadurch keinen automatischen Geschwindigkeitsschub.
Nova Lake macht den Anfang
Microsoft bereitet die Unterstützung bereits auf Betriebssystemseite vor. Gleichzeitig wurden entsprechende Erweiterungen in Entwicklerwerkzeuge und das Windows SDK integriert. Als erste Consumer-Plattform gilt Intels kommende Nova-Lake-Generation, während auch Diamond-Rapids-Xeons APX unterstützen sollen.
AMD arbeitet gemeinsam mit Intel innerhalb verschiedener x86-Initiativen an der Weiterentwicklung der Architektur. Ob bereits Zen 6 oder erst eine spätere Generation APX vollständig unterstützt, ist derzeit noch offen. Fest steht jedoch, dass Microsoft die Grundlage bereits heute schafft, damit kommende Prozessoren die Erweiterung direkt unter Windows 11 nutzen können.
