AMD plant angeblich, die 4nm-Prozesstechnologie von Samsung Electronics Foundry für die Produktion von I/O-Dies zu nutzen. Damit würde AMD erstmals auf die modere Sub-4nm-Prozesse von Samsung setzen. Obwohl AMD zuvor bereits bei älteren Prozessen mit Samsung gearbeitet hat, könnte dies ein entschiedener Schritt für die weitere Abspaltung von TSMC werden.

Samsung Electronics Foundry soll derzeit größere Ressourcen auf AMD-Projekte legen. Diese Anstrengungen soll zu größeren Aufträgen führen, die über die Produktion von I/O-Dies hinausgehen. Brancheninsider berichten, dass AMD die 4nm-Prozesse von Samsung für die Herstellung von den eigenen I/O-Dies für die nächste Generation von Server-CPUs prüft und bereits Prototypen gefertigt hat.
AMD nutzt in seinen EPYC-Server-CPUs die Chiplet-Technologie, bei der CPU- und I/O-Dies getrennt produziert und anschließend miteinander verbunden werden. Das Projekt mit Samsung bezieht sich ausschließlich auf die Produktion von I/O-Dies, die für die Ein- und Ausgabe in Halbleitern verantwortlich sind.
Die Chiplet-Technologie verbindet dabei mehrere Dies (CPU, GPU, I/O) zu einem einzigen Chip, was die Produktion effizienter und kostengünstiger machen kann und erwartungsgemäß auch die Chip-Ausbeute verbessert. Ein möglicher Grund für die Entscheidung von AMD, Samsung Foundry zu nutzen, könnte der Mangel an Produktionskapazitäten bei TSMC für 4nm-Prozesse sein. TSMC hat den Großteil seiner 4nm-Kapazitäten für die Produktion von AI-Beschleunigern von Nvidia reserviert.
Samsung bietet zusätzlich eine 4nm-Prozesstechnologie an und produziert damit unter anderem die eigenen Exynos-Prozessoren und AI-Chips für Baidu. Die Technologie soll eine Ausbeute von etwa 70 % erreichen.
Die Serienproduktion der I/O-Dies bei Samsung ist jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Es besteht die Möglichkeit, dass die Produktionsmengen zwischen Samsung und TSMC aufgeteilt werden. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass die Produktion der AMD I/O-Dies bei Samsung frühestens in der zweiten Jahreshälfte beginnen könnte. AMD bereitet sich darauf vor, im kommenden Jahr die sechste Generation seiner EPYC-Serverprozessoren auf den Markt zu bringen.
