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DSL mit Fastpath oder Interleaving?

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Mit Fastpath zum neuen DSL-Highscore

Schneller reagieren

Für die Onlinegamer ist es ein Muss, für die Otto-Normal-User ist es egal und für die meisten Surfer ist es so oder so ein unbekanntes Wesen: "Fastpath". Alleine der Name verspricht Performanceschübe. Wäre dies eine Option im BIOS, die meisten würden sie wohl aktivieren. Ist es aber nicht, es ist eine Option des DSL-Internetzugangs.

Es muss aber schon etwas besonderes sein, immerhin schlägt die Aktivierung von Fastpath bei T-Com nach einer Anmeldegebühr von knapp 25 € mit monatlich knapp 1 € zu Buche. Ganz schön happig für ein wenig Tuning der DSL-Leitung, zumal keine höheren Datenraten zu erwarten sind. Andere Provider bieten Fastpath wie selbstverständlich an, ganz im Gegensatz zum rosa Riesen, der doch tatsächlich noch lange nicht jedem Kunden dieses Angebot unterbreiten kann.

Fastpath vs. Interleaving

Die Funktionsweise

Die bisher üblichen Telekom-DSL Verbindungen arbeiten mit dem Interleaving-Verfahren. Eine Übertragung im Internet wird zunächst in viele kleine Pakete zerlegt, die wiederum in weitere Häppchen aufgearbeitet werden. Diese Datenhäppchen gehen nun, versehen mit einigen Checkbytes, auf die Reise. Diese Checkbytes erlauben nicht nur das Erkennen von Fehlern, die während der Datenreise aufgetreten sind, sondern auch eventuell deren Korrektur. Oft treten Fehler nicht als stetiges Hintergrundrauschen auf, sondern eher als eine kurze und massive Störung der Leitung. Das Interleaving-Verfahren verschachtelt nun unsere Datenhäppchen mit dem Ziel, die Chancen auf eine Korrektur zu erhöhen.

Wie so vieles im Leben, hat auch das seine Schattenseite. Durch die Verschachtelung dauert es länger, bis die Datenhäppchen wieder erfolgreich zusammengesetzt werden können. Die Folge sind scheinbar längere Reaktionszeiten (sogenannte Pings) der Gegenstelle.

Guter Ping - Schlechter Ping

Wer braucht einen guten Ping

Wird die Verschachtelung, also das Interleaving-Verfahren, ausgeschaltet, so führt dies zu einer Verbesserung der Reaktionszeit. Dieser Betriebsmodus ohne Verschachtelung wird als Fastpath bezeichnet. Wie lange es dauert bis ein Server antwortet können Sie selber recht einfach testen. Öffnen Sie dazu nur eine DOS-Textkonsole und geben sie den folgenden Befehl ein: "ping www.tweakpc.de", natürlich ohne die Anführungsstriche. Sollte eine Verbindung zum Internet bestehen, müsste die Reaktion etwa so aussehen:

Interessant ist nun die benötigte Zeit in Millisekunden, zur Erinnerung sei hier noch erwähnt, dass die Vorsilbe "Milli" tausendstel bedeutet. Werte um 55 ms sind normal, unter 30 ms sind gute Werte und deuten auf eine Internetverbindung mit Fastpath hin, während weniger als 10 ms nur mit Standleitungen zu schaffen sind.

Gute Ping-Zeiten sind letztendlich nur für Onlinespieler interessant. Ein Ping von 100 ms bedeutet immerhin eine Verzögerung von einer zehntel Sekunde, manch ein Gegenspieler mit einer besseren Verbindung hat da schon abgedrückt.

Ob Lucky Luke sich die technologische Überlegenheit von Fastpath zunutze machen würde, kann wohl nur sein Schöpfer beantworten. Für Onlinegamer ist es jedoch eine Pflicht.

Fastpath nur für die Prominenz?

Luxus nicht für jedermann

Auf den ersten Blick mag es wieder Verschwörungstheoretiker auf den Plan rufen: Arcor und Co bieten Fastpath für jedermann wie selbstverständlich an, nur die Telekom nicht. Diese Türsteher-Manieren haben einen triftigen Grund, während sich die DSL-Alternativen auf die Ballungszentren konzentrieren, deckt die Telekom einen deutlich größeren Bereich ab.

Das Interleaving-Verfahren bzw. Fastpath kommt jedoch nur zwischen der Vermittlungsstelle und dem Endkunden zum Einsatz. In den Ballungszentren ist die Entfernung zwischen diesen beiden Punkt oft sehr klein. Die daraus resultierenden kurzen Kabellängen verursachen naturgemäß auch weniger Fehler, so dass sich hier Fastpath anbietet oder sogar fast aufdrängt. In Dünnbesiedelten Gebieten sieht die Lage schon wieder anders aus, aufgrund der größeren Distanzen wird von dem Alleinanbieter Telekom oftmals kein Fastpath angeboten.

Kritische Zeitgenossen mögen nun die Vermutung äußern, dass mit Fastpath fehlerhafte Datenströme gehäuft anzutreffen seien. Doch weit gefehlt. Zum einen treten auf der kurzen Verbindungsstrecken zwischen Vermittlungsstelle und dem Endkunden gar nicht so viele fehlerhafte Datenpakete auf, zum anderen werden Internetverbindungen immer noch mit dem TCP/IP-Protokoll aufgebaut. Dieses ist aber von Haus aus sehr fehlertolerant. Uns ist nicht bekannt, dass sich durch das Ausschalten des Interleaving-Verfahrens Datendurchsatzänderungen aufgrund erhöhter Fehlerquote ergeben haben.

Fazit

Eine persönliche Entscheidung

Ob Sie nun Fastpath brauchen oder nicht, hängt wohl nur von Ihren Interessen ab. Onlinespieler sollten aus den geschilderten Gründen auf Fastpath setzen, alle anderen Telekomkunden können den Euro im Monat besser sparen.

[ra]
 



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