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be quiet! Pure Power 11 im Test - Pure Power jetzt in Gold (4/10)

Holdup Time

Erläuterung zum Test: Die Hold-Up-Time ist die Zeit, die ein Netzteil genug Strom liefern kann, wenn am Eingang eine Stromunterbrechung auftritt. Wie ein kleiner Puffer kann das Netzteil kurzfristige Stromschwankungen oder Ausfälle ausgleichen. Der ATX-Standard gibt für diese Hold-Up-Time einen Mindestwert von 16/17 Millisekunden vor. Das Einhalten der Hold-Up-Time wird gerne von Herstellern unter den Tische gekehrt, da hierzu größer dimensionierte und damit teurere Kondensatoren nötig sind. Besonders Billig-Netzteile oder Modelle mit hoher Leistung unterschreiten daher gerne die Mindestanforderungen. In der Praxis hat das jedoch an stabilen Stromnetzen kaum Auswirkungen und ist eher für den Einsatz unter schlechten Bedingungen  (wie zum Beispiel an Stromagregaten) oder bei Einsatz von USVs interessant.

Die Holdup-Time gemessen am PG-Signal liegt beim Pure Power 11 CM wie schon beim Vorgänger sehr hoch. mit 23.8 ms liegt der Wert deutlich über den von der ATX-Spec geforderten 16 ms.  Auffällig ist ebenfalls wie beim Vorgänger, dass das PG Signal nahezu zeitgleich mit der Spannung abfällt. Vom Unterschreiten der Grenzspannung unter 11.4 V bis hin zum PG-Drop vergehen etwa 1 ms. Die Spannung auf 12V liegt zu diesem Zeitpunkt bei nur noch 9.99 V. Eigentlich sollte das PG-Signal nach der ATX-Spezifikation 1 ms vor diesem Zeitpunkt abschalten.

Das Verhalten tritt aber nur dann auf, wenn der Strom extern abfällt und nicht dann, wenn man den PC ordnungsgemäß herunterfährt. Bei Rücksprache mit be quiet! war der Effekt schon beim Pure Power 10 bekannt und man teilte uns mit, dass man die Position des PG-Signals für eine größtmögliche Kompatibilität mit allen Mainboards sorgt und Probleme wie  Bootschleifen bei bestimmten Modellen verhindert. Nichtsdestotrotz wird hier streng genommen die ATX-Spezifikation verletzt.

Power On Voltage Rise Time - Full Load

Erläuterung zum Test: Die Voltage-Rise-Time beschreibt Parameter wie sich die Spannungen beim Einschalten des Netzteils verhalten müssen. Die Spannungen müssen innerhalb von 0.2 ms bis 20 ms von nominal 10% in die Regulationsgrenzen steigen. Dabei muss eine weiche und kontinuierliche Steigerung von 10 zu 95% des finalen Spannungspunkts erfolgen. Ein weiches Einschalten erfordert, dass die Kurve innerhalb der 10-95% Grenze eine positive Steigung hat und zwischen 0V/ms und [Vout, nominal / 0.2] V/ms liegt. Für alle 5 ms Segmente innerhalb der 10-95% Steigung muss eine gezeichnete Linie zwischen den Endpunkten des Segments eine Steigung größer oder gleich [Vout, nominal / 20] V/ms haben. Kurz gesagt die Spannung soll gleichmäßig steigen und keine Ausschläge oder Einbrüche verzeichnen. Wir führen diesen Test zunächst bei Volllast durch, da hier die Spannungen in der Regel am langsamsten steigen.

Die Timings beim Einschalten des neuen Pure Power 11 sind gut. Die Spannungen steigen regelmäßig und innerhalb kürzester Zeit an. Es gibt weder größere Schwankungen in der Steigung noch "Zacken" in den Spannungen. Auch der maximale Rahmen von 20 ms im den alle Spannungen ihre Regulationsgrenzen erreichen müssen wird deutlich unterschritten.

Power On Voltage Rise Time - Crossload

Erläuterung zum Test: Den gleichen Test, den wir bei Volllast durchführen wiederholen wir erneut, unter einer Crossload Bedingung. Das Netzteil muss in einer Crossload Situation mit  ≤ 0.1 A auf der 12V ( oder Kombination aus 12V1 und 12V2) und einer Last von 0-5A auf der 3,3 V und/oder 5 V Leitung problemlos starten. Dabei sollen natürlich auch die Bedingungen für die Rise-Time eingehalten werden.

Power On Time

Erläuterung zum Test: Die Power-On-Time bezeichnet die Zeit vom Einschalten des Netzteils (PS-On Signal auf Low) bis zu dem Zeitpunkt an dem sich die Spannungen innerhalb der Regulationsgrenzen befinden, die in der ATX-Spezifikation festgelegt sind. Die Power-On-Time muss unterhalb von 500 ms liegen. Empfohlen wird allerdings eine Zeit von unter 200 ms.

Bei der Power-On-Time liegt das Pure Power 11 mit nur 56 ms weit unter der Empfehlung von 200 ms. Diese Zeit wird auch bei verschiedenen Lastszenarien eingehalten.

Power OK Delay

Erläuterung zum Test: Der Power OK Delay beschreibt die Zeit von dem Punkt an dem die Spannungen des Netzteils in den Regulationsgrenzen befinden bis hin zu dem Punkt an dem das Power OK Signal von Low auf High geschaltet wird, was die Betriebsbereitschaft des Netzteils signalisiert. Der Power OK Delay  muss zwischen 100 und 500 ms liegen. Empfohlen wird ein Bereich zwischen 100 und 250 ms.

Beim Power-Ok-Delay schafft das neue Netzteil mit 280 ms zwar nicht die neuste Empfehlung unter 250 ms, liegt allerdings dicht daran und klar unter den erforderlichen <= 500 ms.

Einschaltstrom

Erläuterung zum Test: Der Einschaltstrom eines Netzteils steht in engen Zusammenhang mit der Lebensdauer eines Netzteils und spielt auch bei der "Kompatibilität" um Hausnetz eine Rolle. Leistungsstarke Netzteile mit zu hohem Einschaltstrom können nämlich schnell die Haussicherung auslösen. Vor allem aber wird bei jedem Einschalten ein kleiner "Stromschlag" in das Netzteil gepumpt, der zu einer schnelleren Alterung der Komponenten führt. Gute Netzteile besitzen daher einen Einschaltstrombegrenzer, der vor allem bei höher dimensionierten Netzteilen enorm wichtig ist. Relevant für den Einschaltstrom ist die Amplitude, also der kurzfristig maximal fließende Strom, aber auch die Dauer. FI-Schalter und Sicherungen besitzen nämlich eine Zeitspanne in der der maximale Stromfluss nicht überschritten werden darf. Je kürzer und niedriger der gemessene Peak beim Einschalten, um so besser für das Netzteil.

Beim Einschaltstrom erreichen wir einen Wert von 48.8 in der Spitze was ein relativ typischer Wert ist. Der Top-Wert von 42.4 A wird  nur für etwa 1 ms gehalten. Die Werte liegen in etwa auf dem gleichen Level wie beim Pure Power 10.

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