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be quiet! Pure Power 11 im Test - Pure Power jetzt in Gold

Mehr Effizienz für das Pure Power

Anfang 2017 stellte be quiet! das Pure Power 10 vor und gönnte dem damaligen Einsteigernetzteil erstmals DCDC-Technologie, was primär zu einer Verbesserung der Spannungsregulation auf den Nebenspannungen geführt hat. Aber auch die Effizienz konnte man damals steigern und das Pure Power 10 arbeitete fortan als 80 Plus Silber Netzteil. Im Bereich unter 50% Last sogar eher wie ein Gold Modell. Nun steht fast zwei Jahre später wieder ein Update an, welches das neue Pure Power 11 endgültig in die Mittelklasse der Netzteile befördert.

Seit 2007 ist be quiet! deutscher Marktführer für PC-Netzteile und besitzt gerade in Sachen Laustärke einen hervorragenden Ruf. Das liegt vor allem am kompromisslosen Einsatz von hervorragenden Lüftern, die mit geringen Drehzahlen arbeiten und so auch ohne semi-passiven Betrieb ungeheuer leise sind. Ein großer Teil des Erfolgs fällt auf den Verkaufsschlager Pure Power zurück, aber auch auf die Straight Power Serie, die bislang für die Mittelklasse bei be quiet! stand. Dieser Umstand könnte sich nun ändern, denn das Pure Power 11 kommt mit der neuen Generation in etwa dort an, wo man früher das Straight Power 10 oder frühere Modelle gefunden hat.

Das neue Pure Power 11 kann aufgrund verbesserter Effizienz nun mit einem 80 Plus Gold Zertifikat glänzen und befindet sich damit in der gleichen Effizienzkategorie wie das Straight Power 11, obwohl es hier im Detail immer noch Unterschiede gibt. In der groben Marschrichtung kommen sich die beiden Modelle aber näher. 

Be quiet! unterteilt auch die neue Pure Power 11 Serie wieder in zwei Modellreihen mit und ohne Kabelmanagement. Insgesamt 10 Modelle von 300 bis 700 Watt treten damit ins Rampenlicht. Verzichtet man auf Kabelmanagement so kann man unter Modellen von 300, 350, 400, 500, 600 und 700 Watt in 100 Watt Schritten wählen. Setzt man auf Kabelmanagement fällt die Auswahl etwas kleiner aus und man muss sich auf 400, 500 ,600 oder 700 Watt beschränken.

Bei den 300 und 350 Watt Modellen gilt es aufzupassen, denn diese unterscheiden sich technisch erheblich von den größeren Modellen. Sie besitzen nur ein 80 Plus Bronze Zertifikat, sind also wesentlich weniger effizient. Auch auf DCDC müssen die Modelle verzichten und sind daher mit den größeren Versionen kaum zu vergleichen. Insgesamt ist es aber bei sehr kleinen Modellen auch deutlich schwieriger hohe Zertifikate bei attraktivem Preis zu erreichen, weshalb die meisten Hersteller gleich ganz auf solche Versionen verzichten und Modelle erst ab 500 Watt anbieten.

Zwar ist die Effizienzklasse beim Pure Power 11 nun auf Straight Power Niveau, aber es gibt dennoch deutliche Unterschiede zwischen den Modellen. Abgesehen vom Design, das beim Pure Power 11 gegenüber dem 10 nicht geändert wurde und sich deutlich von der hochwertigeren Optik des Straight Power 11 unterscheidet, gibt es intern auch Unterschiede. Beim Straight Power ist nicht nur der Lüfter, ein Silent Wings 3 mit 135 mm und 6-Pol-Motor größer und eine Stufe besser, auch die verbauten Komponenten fallen hochwertiger aus. So gesehen wird schnell deutlich, dass das Pure Power 11 trotz der gleichen Effizienzklasse mehr auf Preis/Leistung und das Straight Power mehr auf Performance  gebaut wurde. Trotzdem setzt be quiet! beim neuen Pure Power die Garantiezeit von 3 auf 5 Jahre hoch, es generell immer als Signal für eine bessere Haltbarkeit zu interpretieren ist.

Technisch bietet das Pure Power 11 wie in der Vorgängergeneration DCDC-Wandler und eine Active Clamp + SR Technologie. Anders als beim Straight Power werden beim Pure Power auch weiterhin intern Kabel genutzt, der Lüfter ist nur 120 mm mit 4-Pol-Motor und nicht ganz so leise wie beim Straigth Power, wobei die Unterschiede eher nur bei hoher Last auffallen. Be quiet! gibt das neue Pure Power 11 600 CM mit 9.2 bis 19.9 dB(A) an. Das sind Werte, die nur knapp unter dem Straight Power 11 liegen. Nur das Dark Power Pro 11 ist aufgrund seiner höheren Effizienz noch einmal deutlich leiser mit bis zu 14,6 dB(A)

Neben der Laustärke legt be quiet! auch weiterhin Wert auf einen sicheren Betrieb. Deshalb ist auch das neue Pure Power 11 nicht nur mit allen nötigen Schutzschaltungen OCP, OVP, UVP, SCP, OPP und sogar OTP ausgerüstet sondern verfügt wie gehabt auch über zwei 12-Volt-Rails, die getrennt gegen Überlastung gesichert sind.

Preislich gibt es beim Pure Power 11 eigentlich wenig Überraschungen. Die Preise bleiben trotz gesteigerter Effizienz auf etwa dem gleichen Level wie beim Pure Power 11, oder liegen sogar knapp darunter. Die UVP für unser Testmodell, das Pure Power 11 600 CM liegt bei 79 Euro und damit 6 Euro unter dem Vorgänger. Im Laufe der Zeit dürften die Straßenpreise damit insgesamt unter dem Power Power 10 liegen, was in jedem Fall schon einmal eine sehr positiv ist.

Wie sich das neuste Modell des Verkaufsschlagers von be quiet! schlägt werden wir uns auf den nächsten Seiten ausführlich anschauen.

Unser Test-Equipment

Gerade wenn es darum geht kleinste Unterschiede in der Effizienz zu bestimmen und so ein Netzteil qualitativ einordnen zu wollen, ist extrem teures professionelles Messequipment unabdingbar. Bei günstigen Messgeräten sind die Messtoleranzen so hoch, dass eine korrekte Einschätzung der Performance im Vergleich zu anderen Netzteilen kaum möglich ist. Gerade wo die Netzteile in den letzten Jahren immer enger zusammenrücken.

Wir werden In Sachen Testequipment direkt vom deutschen Chroma Service Center unterstützt. Chroma ist auf professionelles Testequipment zur Effizienzmessung spezialisiert und unterstützt uns mit Know-How in Sachen Messtechnik. Die Messtechnik von Chroma gilt im Bereich der Netzteilproduktion und Qualitätskontrolle als Referenz und wird auch von den meisten Herstellern genutzt.

Neben der Chroma Teststation verfügen wir über weitere präzise Messinstrumente wie Keysight 34461a 6,5 Digit-Voltmeter, drei 4-Kanal-Oszilloskope mit 100 MHz, mit denen wir konstant alle Spannungen des Netzteils sowie die PG, PS_ON und AC-In Signale überwachen. Zu Kontrolle der Ripple-Noise-Werte besitzen wir zudem eine Low-Voltage-Differential-Probe, wie sie in den ATX-Spezifikationen vorgeschlagen wird.

Neu hinzugekommen ist nun auch noch eine Chroma 61505, eine 4 KW AC Source, die mit AC & DC Offset und Netzstörsimulation ausgestattet ist. Mit dem etwa 25.000 Euro teuren Gerät lassen sich sogar Störungen um Stromnetz simulieren.

Das gesamte Chroma-Testequipment ist unser Eigentum und wurde von uns selbst angeschafft. Es steht uns daher konstant und jederzeit zur Verfügung. Es wird nicht von einem Netzteilhersteller bereitgestellt und wurde auch nicht von Netzteilherstellern gesponsert. Wir sind diesbezüglich also völlig unabhängig.

Neben der Chroma-Teststation, verfügen wir seit kurzem auch noch über einen günstigen Sunmoon-Netzteiltester. Dieser erreicht zwar in keiner Weise die Präzision der Chroma, weshalb wir sie auch nicht für die Messungen nutzen, sie ist aber äußerst nützlich um Fakten in Videos zu präsentieren, da die Sunmoon im Gegensatz zur Chroma ein zentrales leicht abzulesendes Display besitzt und zudem transportabel ist. Die Sunmoon wurde uns freundlicherweise von Corsair zur Verfügung gestellt.

Wer unsere Tests regelmäßig verfolgt, der weiß, dass wir zudem auch noch Zugriff auf die Teststation von Cooler Master in direkter Nähe in Eindhoven haben und in Zweifelsfällen dort unsere Ergebnisse an einer zweiten Station aber in einem anderen Setup verifizieren können. Wir sind nun also nun in der mehr als "luxuriösen" Lage gleich zwei Chroma-Teststationen in direkter Reichweite zu haben um unserer Ergebnisse zu validieren.



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