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Corsair RM650, RM750, RM850 (2019) im Test - Neue Generation mit neuen Features (7/10)

Spannungsqualität - Ripple-Noise / Restwelligkeit

Erläuterung zum Test: Im Zusammenhang mit der Spannungsqualität wird bei Netzteilen oft von Ripple und Noise oder auf Deutsch der Restwelligkeit gesprochen. Ein optimales PC-Netzteil würde genau konstant 12 V an den 12 V Ausgängen liefern. Bei PC-Schaltnetzteilen, die bekanntlich Gleichstrom aus Wechselstrom generieren, ist diese Situation aber nicht gegeben. Die erzeugten Gleichspannungen enthalten hier immer überlagerte minimale Restschwankungen. In ein Diagramm aufgetragen ist die Ausgangsspannung somit keine Gerade (optimale Situation) sondern eine Welle (Ripple) mit zusätzlichen Ausschlägen/Störungen (Noise). Diese Wellen und Störungen kann man mit einem Oszilloskop sichtbar machen. In den ATX Spezifikationen ist dazu genau festgelegt, wie die Restwelligkeit zu messen ist und welche Toleranzen zu erfüllen sind. So darf die Restwelligkeit auf der 12 V Leitung maximal 120 mV und auf der 3,3 und 5 V Leitung maximal 50 mV betragen. Wir messen die Restwelligkeit des Netzteils gleichzeitig an 8 Messkontakten, die über die Anschlüsse verteilt sind. Die 12 V Schiene wird dabei an 4 Anschlüssen betrachtet und zwar ATX+Molex/SATA, EPS und zwei mal PCIe an verschiedenen Steckern.

Bei der Restwelligkeit der neuen RM 2019 Serie von Corsair gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Zunächst einmal kann man sagen, dass die Restwelligkeit auf einem recht guten Level liegt. Die Werte auf der 12V Leitung liegen je nach Auslastung und Anschlusskabel um die 15-25 mV. Auf der ATX-Leitung in der Regel etwas höher als auf EPS oder PCIe. Ebenfalls fällt auf, das beim 850 Watt Modell die Restwelligkeit auf der vierten 12V-Last (=blau) steigt. Das liegt bei uns daran, dass das neue RM zwar 6 PCIe-Anschlüsse besitzt aber nur 3 PCIe-Kabel. Die vierte 12 V Last wird also im Gegensatz zur dritten mit nur einem Kabel versorgt, was zu höheren Ripple werten führt.

Die Ripple-Werte auf den Nebenspannungen sind ebenfalls gut und liegen zumeist unter 20 mV, gehen zum Teil auch Richtung 10 mV.

Damit wäre eigentlich alles gut, wenn da nicht das neue Feature des RM wäre bei niedrigen Lasten in den Burst-Modus zu schalten um die Effizienz zu erhöhen. Das führt nämlich unter bestimmten Settings dazu, dass die Ripple deutlich nach oben schießt und sehr hochfrequent wird. Allerdings eben nicht immer sondern nur bei ganz bestimmte Last-Szenarios. Kurz gesagt bei 95 Watt Last kann die Ripple hoch schießen, bei 94 Watt aber schon wieder normal sein. Besonders ist uns dieses Verhalten beim RM650 aufgefallen. Dort können sich die Ripple-Werte schnell verdoppeln und im Extremfall sogar Richtung 100mV (passiert selten) gehen. Insgesamt bleiben sie innerhalb der Spezifikationen, aber wünschenswert ist das Verhalten natürlich nicht unbedingt.

Als Beispiel fügen wir hier mal eine Messung die recht Typisch ist bei etwa 100 Watt erzeugt das RM650 eine sehr hochfrequente Ripple von gut 32 mV im Burst-Mod´us, die sich deutlich von der normalen Ripple im Resonanz-Modus (siehe weiter unten) bei höheren Lasten unterscheidet. Die Hochfrequente Ripple hat noch einen Nebeneffekt, nämlich ein hochfrequentes Geräusch, worauf wir bei der Laustärke näher eingehen.

Bei den beiden 750 und 850 Modellen, lässt sich die Frequenzumschaltung im Burst-Modus ebenfalls erkennen, die Ripple Werte fallen aber insgesamt dort deutlich niedriger aus.

Corsair RM750 2019



Ripple Messung auf 12V Gelb=ATX, Molex, SATA, Türkis = EPS, Rest= PCIe

Ripple-Noise-Messung 3.3 , 5, -12 , 5V SB


Corsair RM750 2019




Corsair RM850 2019






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