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Thermaltake Toughpower GF1 im Test - Die neue Goldserie von TT (3/10)

Effizienz und Leistungsdaten

Erläuterung zum Test: Der Einsatz unserer eigenen Chroma-Teststation - die uns selbst gehört und nicht von einem Netzteilhersteller bereitgestellt wurde - ermöglich uns deutlich mehr Messungen vorzunehmen, als dies außer Haus aufgrund von Terminabsprachen und Zeiteinteilung möglich ist. In unseren Effizienzmessungen testen wir daher den kompletten Lastbereich des Netzteils von 5 bis 100 % in 5 % Schritten bei 230 und 115V. Hierbei messen wir alle relevanten Daten des Netzteils von Spannungen, Verbrauch, PFC, THD und mehr, stellen aber hier der Übersicht halber nur die für den Endkunden relevanten Daten dar, um nicht in einer Flut von Diagrammen zu ersticken. Gerne nehmen wir in unserem Netzteil-Forum Vorschläge zur Verbesserung oder Erweiterung entgegen.

Effizienz bei 115 V und 230V

Werfen wir wie immer einen Blick auf die Effizienz bei 115V. Das Toughpower GF1 zeigt hier ein extrem interessantes verhalten und eine erstaunliche Effizienz im unteren Lastbereich. Zwischen 10 und 20 % nähert sich das Modell gar der Titanium Grenze und fällt dann langsam über Platinum ab um erst bei etwa 60% auf Gold-Niveau zu landen.

Kurz gesagt, das GF1 ist unten fast Titanium, In der Mitte eher Platinum und nur oben bei hoher Auslastung ein Gold Netzteil. Aufgrund der Einteilung bei 80 Plus fällt es damit in die Gold-Kategorie, obwohl es in der Effizienz zum Teil deutlich darüber liegt. Bei 20% Last zum Beispiel liegt das Netzteile 4,5 % über dem für Gold notwendigen Level.

Bei 230V sehen wir ein noch viel besseres Bild. Hier lässt sich das Toughpower GF1 nämlich fast schon in die Kategorie Platinum einsortieren. Lediglich  bei 50% Last wird der Wert etwas unterschritten. In der Spitze erreicht das Netzteil eine Effizienz von 93.5%, für ein Gold Netzteil ein sehr guter Wert. Schön ist zu sehen, dass auch unter 230V die Effizienz im unteren Bereich bereits ab etwa 10% Last also 85 Watt schnell über 90% liegt. Dieser Wert wird dann auch bis zur Volllast nicht wieder unterschritten.

Effizienzbereich (Max-Min) bei 230V

Bei den üblichen Messungen nach 80Plus Standard werden nur symmetrische Lastverteilungen betrachtet, das heißt alle Schienen des Netzteils werden prozentual gleich belastet. So wird ein guter Durchschnitt der Effizienz ermittelt. Um die Leistung des Netzteils aber noch etwas genauer zu erfassen und weitere Daten zu gewinnen, testen wir das Netzteil unter 230V noch einmal im besten Fall (nur last auf 12V) und im schlechtesten Fall (maximale Last auf 3,3 und 5V). Das Ergebnis aus dieser Messung gibt den Effizienzbereich wieder, in dem das Netzteil üblicherweise arbeitet.

Betrachtet man den gesamten Effizienzbereich des Netzteils, so sieht man in der Spitze klar über 94% Effizienz. Selbst in schlechten Situationen, also bei ungünstigen Lastverteilungen liegt das Netzteil weitgehend über 90%.

Effizienz bis 100 Watt Last

Erläuterung zum Test: Ein immer wichtiger werdender Aspekt bei Netzteilen ist die Effizienz im niedrigen Lastbereich, weshalb wir für jedes Netzteil noch einmal getrennt die Effizienz von 5 bis 100 Watt messen. Dabei greifen wir auf eine Lastverteilung zurück, die einer tatsächlichen Belastung eines PC im Idle-Betrieb entspricht. Absolute Top-Netzteile liefern bereits ab 50 Watt eine Effizienz von über 90 %.

Bei der Effizienz unter 100 Watt schneidet das GF1 nicht ganz so gut ab wie gute Platinum oder Titanium Modelle, die hier zum Teil sehr schnell über 90 % erreichen. Diese sehen wir im Ergebnis nicht, aber dafür gibt es bereits ab etwa 35 Watt eine Effizienz von über 80%.

Standby Verbrauch und Effizienz

Erläuterung zum Test: Die 5V-Standby-Leitung eines Netzteils bestimmt maßgeblich den Verbrauch des PCs im ausgeschalteten Zustand und im Sleep-Modus (S3, Suspend to RAM). Auch hier ist natürlich eine hohe Effizienz vor allem unter geringer Last erwünscht. Dies Standby-Effizienz ist extrem relevant für die Einhaltung der Energiesparrichtlinien. Daher sind weltweit unterschiedliche Mindestanforderungen vorgeschrieben. Wir messen die Standby Leitung ohne Belastung, nach EuP/ErP und dann ebenfalls in 5% Schritten bis zur Maximalbelastung der Schiene.

Beim Standby-Verbrauch erreicht das GF1 nicht ganz die Top klasse, die Effizienzwerte deutlich über 80% erreicht. Das Ergebnis liegt bei etwa 77 %, was aber immer noch ein akzeptabler Wert ist, der mit den ErP Richtlinien keine Probleme bekommt. Minimal, also im ausgeschalteten Zustand ohne jede Last braucht das Netzteil nur 0.07 Watt.

Power Factor

Erläuterung zum Test: Der Power Factor auf Deutsch auch Leistungsfakor eines Netzteils wird von 0 bis 1 angegeben und gibt wieder wie effizient ein elektrisches Gerät die eingebrachte Energie ausnutzt.  Der Leistungsfaktor ist der Quotient aus Wirkleistung und Scheinleistung, wobei die Wirkleistung in Watt und die Scheinleistung in VA (Voltampere) angegeben wird.

Da Strom für Endkunden in Deutschland nach Wirkleistung abgerechnet wird und nicht nach Scheinleistung hat der Leistungsfaktor überwiegend eine Bedeutung für die Stromerzeuger. Ein hoher Leistungsfaktor bedeutet nämlich das der Stromerzeuger weniger "unbezahlte Scheinleistung" bereitstellen muss. Gute PFC-Werte liegen also sehr im Interesse der Stromanbieter.

 



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