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OCZ Vector 180 im Test (11/11)

Beurteilung

Seit der Übernahme von OCZ durch Toshiba hat das Unternehmen einen sichtbaren und deutlichen Wandel durchlaufen. Der Wandel ist primär dadurch geprägt, dass man nun die Kontrolle über sämtliche Komponenten der SSD hat und nicht mehr auf externe Zulieferer angewiesen ist. Viele der Probleme über die SSD Hersteller stolpern sind nicht hausgemacht, sondern finden ihren Ursprung bereits beim Zulieferer. Als gutes Beispiel kann hier die Firmware des Controllers angeführt werden. Wer einen Controller benutzt, bei dem er keinen direkten Zugriff auf die Firmware hat, wie das zum Beispiel in der Vergangenheit bei SandForce der Fall war, der ist bei Fehlern in der Firmware machtlos darauf angewiesen, dass der Zulieferer auch aktiv wird und die Probleme löst. Ebenso sind sich auch die Flash-Produzenten bekanntlich selbst die nächsten. Das heißt, je näher man an der Quelle sitzt, um so besser wird in der Regel die Qualität auf die man Zugriff hat.

So ist es dann am Ende nur logisch, dass OCZ seine gesamte Produktpalette auf den eigenen Barefoot Controller mit eigener Firmware und die aktuellen Toshiba A19 NAND-Flash-Speicher umgestellt hat. Die Vector 180 ist damit die konsequente Fortsetzung des bereits eingeschlagenen Wegs.

Wie schon bei anderen SSDs, die auf den A19 NAND umgestellt wurden, zeigt sich bei der Vector 180 im Vergleich zur Vector 150 ein kleiner Performance-Verlust. Im Gesamtschnitt schneidet die Vector 180 minimal schlechter ab als die Vector 150 und liegt etwa gleich auf mit der AMD Radeon R7 SSD, die bekanntlich ebenfalls von OCZ/Toshiba stammt. In der Anwender-Performance platziert sich die SSD insgesamt im oberen Drittel des Testfelds.

Besonders positiv fällt die OCZ SSD wieder einmal bei der Schreib-Performance auf. Nicht nur dass sie in den Benchmarks hier einen guten Platz einnimmt und sich sogar vor die extrem schnelle Samsung 850 Pro setzen kann, insbesondere die dauerhafte Schreibleistung ist bei dieser SSD sehr gut. Insbesondere für Anwender, die die SSD häufig bis an die Grenze mit Daten füllen ist das ein wichtiger Plus-Punkt.

Noch viel wichtiger als die Performance, denn diese ist bei allen SSDs im Vergleich zu einer Festplatte extrem hoch, ist die Datensicherheit. OCZ hat auch hier seit der Übernahme durch Toshiba einiges an Arbeit geleistet. Mit der neuen Vector 180 gesellt sich nun noch das OCZ Power Failure Management Plus (PFM+) hinzu, dass die SSD vor Datenverlust bei Stromausfall schützt. Zusammen mit einer sehr hohen Schreibleistung von 50 GB pro Tag ist die OCZ SSD also recht gut gerüstet. Besonders hervorzuheben in dem Zusammenhang ist auch wieder die neue Shield Plus Garantie. Wie man es bei einigen Herstellern schon von Festplatten kennt, bietet OCZ nun auch einen Vorabaustausch defekter SSD an. Alles was man dazu braucht, ist die Modell und Seriennummer der SSD. Die Rücksendung der SSD erfolgt kostenlos mit einem Retouren-Aufkleber. So sollte Kundenservice bei Datenträgern immer aussehen.

Ebenfalls positiv anzumerken bei den aktuellen OCZ SSDs ist das Gehäuse, welches komplett aus stabilem Metall besteht. Gegen die OCZ SSD wirken viele anderen SSDs aktuell geradezu "wabbelig". Allerdings ist die OCZ SSD mit 112 Gramm auch mehr als doppelt so schwer wie andere Modelle, die unter 50 Gramm wiegen, was durchaus ein Faktor in portablen Geräten sein kann.

Fazit

Insgesamt liefert die neue OCZ Vector 180 ein sehr rundes Gesamtpaket ab und genau hier liegt auch die Stärke der SSD. Sie sticht zwar nicht in einzelnen Benchmarks deutlich hervor und schneidet teilweise auch etwas schlechter ab als der direkte Vorgänger Vector 150, bringt aber insgesamt dafür eine sehr solide Leistung. Dazu steht die Vector 180 vor allem für stabile alltags Performance auch bei sehr hohem Anteil von Schreibzugriffen gepaart mit hoher Lebenserwartung und Datensicherheit und zudem sehr kundenfreundlichem Service. Der angebotene Vorabaustausch im Falle eines Defektes ist sicherlich auch ein Statement in Sachen Vertrauen in die eigenen Produkte, da ein solcher Service generell mit recht hohen Kosten verbunden ist.

Insgesamt ist die neue Vector 180 SSD ein empfehlenswertes Produkt, das mit dem neuen PFM+ noch mehr an Sicherheit bringt als die ansonsten etwa gleich schnelle AMD Radeon R7 SSD. Dazu bietet die SSD 1 Jahr mehr Garantie. Die UVP der neuen SSD liegt bei 299 USD. Wie sich sich der Straßenpreis entwickelt wird man in den nächsten Wochen sehen.  

Vorteile:

  • Insgesamt gute Gesamtperformance
  • Sehr gute Schreibperformance auch dauerhaft
  • Sehr stabiles und hochwertiges Gehäuse
  • 5 Jahre Garantie
  • Vorabaustausch über Seriennummer
  • Lieferumfang mit 3,5'' Adapter
  • TrueImage Backup/Clone Software enthalten
  • Toolbox für einfaches Secure-Erase etc.

Nachteile:

  • QD1 Lese Performance könnte besser sein.
    (SSD bei hoher Queue-Tiefe sehr schnell)

24.03.15 / rj

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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