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Test: Need for Speed - Endlich wieder ein NfS? (2/3)

Mangelhafte Fahrphysik, unnachvollziehbare Rennen

Das Problem an der Fahrzeugvielfalt: Es wirkt sich kaum auf das Fahrgefühl aus. Da man die Autos entweder auf Grip oder auf Drift konfigurieren kann, hat man es entweder mit Autos zu tun, die wie ein Formel-Wagen auf dem Asphalt kleben (Grip) oder wie auf Schienen durch nahezu jede erdenkliche Kurve driften (Drift). Natürlich ist Need for Speed keine Simulation, doch die Fahrphysik fällt selbst für einen Arcade-Renner extrem simpel aus. Das Gleiche gilt übrigens auch für das Schadensmodell, dass selbst bei heftigsten Unfällen nur ein paar Kratzer und Dellen darstellt. Ebenso eintönig wie die Fahrphysik stellen sich die Rennen dar. Man ist es ja schon gewohnt, dass Need for Speed mit seltsam anmutenden Gummiband-Rennen daherkommt, die Rennpuristen die Galle im Hals hochsteigen lassen, doch mit der 2015er-Fassung hat EA das Ganze auf die Spitze getrieben. Die eigenen Fahrtkünste sind in den Rennen gegen die quasi nicht vorhandene KI nebensächlich, da die Rennausgänge oftmals so gut wie gar nichts mit der eigenen Leistung zu tun haben. Mal ziehen die Gegner unnachvollziehbar an einem vorbei, nur um einen das nächste Mal aus nicht nachvollziehbaren Gründen wieder vorbeizulassen. So kann man sich über keine Sieg freuen, denn ehrlich herausgefahren ist in Need for Speed kaum etwas.

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Besser sind die Rennen gegen die Uhr. Hier erhält man über das Online-System Zeiten anderer Fahrer mit denen man sich messen kann und in diesen Rennen kommt tatsächlich so etwas ähnliches wie Spannung auf. Allerdings benötigt man für ein Rennen gegen die Uhr kein Arcade-Rennspiel ohne jegliche Fahrphysik, denn wenn ich mich mit mir selbst oder unsichtbaren Gegnern messen möchte, nehme ich ein Rennspiel mit Anspruch.

Bliebe ja theoretisch noch die Polizei, die einen unbarmherzig durch Ventura Bay jagt, doch selbst dieses - in den meisten NfS-Titeln traditionell gelungene - Element wurde von den Entwicklern noch verhunzt. Sollte es tatsächlich mal vorkommen, dass einem die Polizei am Hintern klebt, wird man diese im neuen Need for Speed einfacher los als eine leere Dose beim Pfandhändler.

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[3] Fazit


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