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AMD Radeon Pro Duo Performance Check - Details und Benchmarks zur neuen Dual-GPU Karte. (4/4)

Fazit

Lange war sie schon angekündigt die Dual-Karte auf Basis von Fiji. Bereits bei der ersten Präsentation der Radeon R9 Fury X wurde ein "Entwurf" einer Dual-Karte herumgezeigt. Nun ist die Karte endlich da, leider zu spät wie wir finden. Wieso AMD so lange gebraucht hat das Modell nun wirklich auf den Markt zu bringen, man kann nur spekulieren. Ebenso wieso AMD sich bei der Karte offenbar zu einem Paper-Launch hinreißen lässt. Kein Händler, den wir gefragt haben hat eine Karte lieferbar und auch in Preisvergleichen findet sich derzeit noch nichts. Samples für die Presse gab es wie Eingangs erwähnt offenbar auch überhaupt keine.

Die Radeon Pro Duo bietet auf Seiten der Hardware genau das, was man auch in Form von zwei Radeon R9 Nano oder Radeon R9 Fury X bekommt, lediglich auf einem PCB vereint. Das Prinzip kennen wir bereits von der Radeon R9 295X2, die bis zum heutigen Tage immer noch den Titel der "schnellsten Grafikkarte der Welt" trug. Wie trügerisch dieser Titel ist, sieht man daran, dass die Aussage massiv vom verwendeten Benchmark, vom Crossfire-Support und nicht zuletzt von der Auflösung und dem Speicherbedarf abhängt. Sowohl die R9 295X2 wie auch die neue Radeon Pro Duo besitzen nur 2x4 GB Speicher und sind damit Modellen wie der GeForce GTX 980 Ti oder den Titans in dieser Hinsicht unterlegen. Die 4 GB Speicher müssen sich nicht begativ auswirken, selbst bei 4K Auflösung, aber je nach Benchmark ist das durchaus möglich. Vor allem in Zukunft könnten hier Probleme lauern. Es lässt sich derzeit gerade bei AMD ein deutlicher Trend der Kunden zum Kauf von 8 GB Karten erkennen. Modelle wie die Radeon R9 390 mit 8 GB verkaufen sich erstaunlich gut.

In der Standard 4K Auflösung sehen wir bei unserer simulierten Radeon Pro Duo in einer ersten Abschätzung gegenüber der R9 295X2 im Schnitt einen Performance Vorsprung von etwa 25% bis 30%. AMD gibt in seinen Unterlagen einen Faktor von 30% an. Ein gewisser Unterschied kann sicherlich durch die bessere Kühlung der Duo-Karte gegenüber zwei Nano-Modellen zustande kommen. Bedenkt man wie alt die R9 295X2 bereits ist - sie Stammt aus Mitte 2014 - so ist das entweder ein Beleg dafür wie schnell dieses gute alte Stück Hardware immer noch ist, oder aber dafür, dass die Performance-Steigerung durch die Pro Duo doch nicht ganz so hoch ausfällt wie man das eigentlich erwartet hätte.

 Gemeinerweise hab wir in unserem Benchmarks auch solche die für schlechten Crossfire/SLI-Support bekannt sind, oder überhaupt kein Crossfire supporten. Hier zeigt sich die Radeon Pro Duo dann sogar langsamer als eine einzelne Nano Karte. Bei Crossfire läuft wie auch bei SLI eben noch lange nicht alles optimal. Das muss man zum Teil aber auch den Spieleentwicklern und nicht nur AMD und Nvidia ankreiden.

Wie wir aus einer recht zuverlässigen Quelle wissen, gibt es positives über die Kühlung zu berichten. Denn hier soll Cooler Master zur Ehrenrettung angetreten sein und die verbauten Pumpen in der Radeon Pro sollen erheblich besser sein als die Modelle in der Fury X. Alles andere wäre auch inakzeptabel für eine 1600 Euro Karte. Da sich eine Radeon Nano bereits mit einem kleinen Luftkühler gut Kühlen lässt kann man davon ausgehen, das die Wasserkühlung auf der Radeon Pro Nano ebenfalls keinerlei Probleme haben wird, die GPUs auf Temperatur zu halten.

Schaut man sich die Radeon Pro Duo als Gesamtpaket an, so ist es sicherlich eine interessante Karte mit sehr hoher Leistung. Der größte Vorteil gegenüber den anderen Modellen liegt ganz klar im Platzbedarf, spätestens dann wenn man zwei dieser Karte im Quad GPU Betrieb einsetzt. Eins solche Kombination lässt sich schon deutlich angenehmer verbauen und kühlen als vier  R9 Nano Karten. Zudem ergibt sich daraus der Vorteil, dass man eine einzelne Radeon Pro Duo auch in sehr kompakte Systeme bauen kann, die nur einen PCIe-Slot besitzen (miniITX).

Äußerst Nachteilig fällt wie auch schon bei den GeForce Titan Karten der Preis aus. Für die 1600 Euro, die AMD aufruft, bekommt man derzeit fast vier Radeon R9 Nano Modelle zum Beispiel von XFX, die derzeit bei 464 Euro liegen. Oder anders gesagt, in Form von Nanos bekommt man die gleiche Leistung für nahezu den halben Preis. Das macht die Karte für normale "Gamer" natürlich relativ uninteressant, so dass die Ausrichtung von AMD auf den Profi-Bereich schon durch den hohen Preis vorgezeichnet ist. Ob die Radeon Pro Duo es schafft einen gewissen "Coolness-Faktor" unter Gamern zu bekommen wie die GeForce Titan, man wird sehen.

Aller Voraussicht nach wird ein Großteil der Radeon Pro Duos sowieso in Komplett-Systeme für professionelle Anwendungen landen, denn hier sticht der hohe Preis im Gesamt-System auch weniger raus.

Zum Abschluss darf man zur Radeon Pro Duo wohl sagen, dass es sich um ein technisch interessantes Produkt handelt, das aber für den Einsatz im Gaming Bereich aufgrund des Preises eher uninteressant ist. Für den Einsatz im professionellen Bereich könnte sich der limitierte Speicher von 2x4 GB als Knackpunkt erweisen, vor allem wenn in Kürze neue Karten auf den Markt kommen, die sicherlich allesamt auf mehr Speicher setzen werden.

26.4.16 / rj

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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