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Suchmaschinen wollen Verhaltenskodex umsetzen

Dienstag, 11. Mai. 2004 13:01 - [al] - Quelle: bertesmann-stiftung.

Vier Internet-Suchmaschinen werden sich künftig an einen Verhaltenskodex binden. Suchmaschinen-Betreiber Abacho, Apollo7, Crossbot und Sharelook kündigten auf einer Konferenz in Berlin an für mehr Transparenz und erweiterten Jugendschutz sorgen zu wollen.

Pressemitteilung Mehr Transparenz im Netz: Internet-Suchmaschinen wollen Verhaltenskodex umsetzen Landesanstalt für Medien NRW greift auf Berliner Konferenz Ergebnisse der Bertelsmann Stiftung auf Vier deutschsprachige Suchmaschinen haben einen entscheidenden Schritt zu mehr Transparenz auf dem Suchmaschinenmarkt getan und werden ihre Arbeit künftig an einen Verhaltenskodex binden: Abacho, Apollo7, crossbot und Sharelook. Das kündigen die Betreiber gemeinsam auf der Berliner Konferenz "Suchmaschinen – Neue Her­ausforderungen für die Medienpolitik" an, die am 10. und 11. Mai von der Bertelsmann Stif­tung und der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen veranstaltet wird. Die Konferenz als Plattform für Entscheidungsträger aus Suchmaschinenindustrie und Me­dienpolitik bildet den Höhepunkt des Projektes "Transparenz im Netz" der Bertelsmann Stif­tung. Im Rahmen dessen hatte die Stiftung die Studie "Wegweiser im Netz" zu Marktsitua­tion, Qualität und Nutzung deutschsprachiger Suchmaschinen erstellt und starke Defizite bei der Nutzerfreundlichkeit und der Objektivität der Suche festgestellt. Problematisch für die Trefferrelevanz bleibt weiterhin die Manipulation ("Spamming") von Suchmaschinen. So beobachten laut der Stiftungsstudie 83 Prozent der befragten Suchmaschinen, dass das Spamming-Problem zugenommen hat. In einem gezielten Spamming-Test konnte bei allen führenden Suchmaschinen durch externe Manipulation eine Aufnahme der manipulierten Websites in das Suchmaschinen-Ranking erzielt werden. "Die Suchmaschinen müssen noch mit weit effektiveren Maßnahmen gegen diese Manipulation von außen vorgehen, um die Relevanz der Treffer und des Rankings zu erhöhen. Das gilt im besonderen Maße, wenn sich Angebote mit jugendgefährdenden Inhalten hohe Rankings durch Spamming erschleichen", bewertet Professor Dr. Marcel Machill, Journalistik-Professor an der Universität Leipzig und Berater der Bertelsmann Stiftung, die Ergebnisse der Studie. Fehlende Transparenz bei den Suchmaschinen wird besonders an dem mangelnden Wissen der Nutzer über die Funktionsweisen von Suchmaschinen deutlich. In einer repräsentativen Befragung der deutschen Internetnutzer hatten mehr als 50 Prozent der Nutzer falsche Vorstellungen von der Finanzierung der Suchmaschinen und gehen meist fälschlicherweise davon aus, dass Suchmaschinen als neutrale Informationssortierer arbeiten. Aus diesen und weiteren Ergebnissen entwickelte die Bertelsmann Stiftung den "Code of Conduct" für Suchmaschinenbetreiber. Dieses Selbstregulierungsinstrument sieht unter anderem vor, dass Nutzern besser erklärt wird, wie Suchmaschinen arbeiten und sich finanzieren, Kin­der und Jugendliche vor jugendgefährdenden Inhalten geschützt werden und dass illegale In­halte aus den Trefferlisten entfernt werden. 73 Prozent der repräsentativ befragten Suchma­schinennutzer der Stiftungsstudie haben die gesellschaftliche Relevanz der Qualitätssicherung im Internet erkannt, denn sie befürworten eine Selbstkontrolle von Suchmaschinen. Künftig will die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen die Thematik weiterführen. "Wissen ist Macht und Macht braucht immer Kontrolle. Die Suchmaschinen sind als "Gate­keeper" vor den Wissensspeichern des Internets besonders mächtig. Wir müssen lernen, worin diese Macht dieser Maschinen besteht, wie sie funktionieren und wer sie wirklich in Gang setzt. Wozu sie gebraucht werden und wie man sie missbrauchen kann. Letztlich heißt das Suchwort: "Kompetenz"", erläutert Dr. Norbert Schneider, Direktor der Landesanstalt für Me­dien Nordrhein-Westfalen das Engagement der LfM. Die LfM lässt ein Gutachten erstellen, das sich mit Fragen der Regulierung von Suchmaschi­nen im Internet beschäftigt. Zentrale Fragen sind u.a.: Welche gesetzlichen Vorgaben greifen mit Blick auf eine ggfs. notwendige Konzentrationsbegrenzung? Welche Instanzen sind handlungsbefugt?
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