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Test: AMD A10-7800 - auf Sparsamkeit getrimmt (5/6)

Kraft der zwei Herzen

AMD wäre nicht das Unternehmen, das es nun einmal ist, würden nicht in nahezu jedem Satz, der die Worte "Kaveri" oder APU enthält, auch die Begriffe "HSA" oder "Heterogenous Computing" fallen. Das mag dem regelmäßig Zuhörenden mit der Zeit penetrant vorkommen, aber es verdeutlich natürlich, wohin AMD die Reise gebucht hat.

Die Idee: CPU + GPU rechnen am selben Problem und lösen es schneller sowie effizienter als es eine der beiden Teileinheiten alleine könnte. Soweit ist das nicht neu, OpenCL (oder bei NVIDIA auch CUDA) sind die programmiertechnischen Werkzeuge, die das ermöglichen. Mit der Heterogenous System Architecture (HSA) geht AMD einen Schritt weiter - Software muss nicht nur programmierbar sein, sie soll vor allem leicht programmierbar sein, indem die Hardware für heterogene Berechnugnen optimiert ist. Und aus der Kopplung mehrerer Prozessorenarten natürlich noch mehr Leistung generieren.

Allerdings steht vor dem Lohn die Mühe und entsprechende HSA-Anwendungen stecken noch in den Kinderschuhen. Die "Kaveri"-APUs bieten bereits ein paar HSA-Features und die können bereits jetzt einen Einblick gewähren, was die HSA künftig leisten soll. Das erste Beispiel basiert auf der kostenlosen Office-Suite "LibreOffice", bei dem die Echtzeitauswertung von Börsenkursen simuliert wird. AMD hatte dies bereits während der CES demonstriert, wird fanden nun Gelegenheit, selbst damit herumzuspielen.

Der Vergleich zeigt wie sich AMDs A10-7800 bei der Echtzeitanalyse gegen Intels Core i5-4670K unter Verwendung von OpenCL schlägt. Lediglich 350 ms benötigt die "Kaveri"-APU für eine Neukalkulation, wohingegen der i5 rund das Vierfache an Zeit benötigt.

Ein anderes Beispiel kommt aus den Tiefen der Entwicklungsabteilung von AMD und basiert auf TressFX; jener Technologie, die Lara Croft in Tomb Raider vor dem Bad-Hair-Day rettet. Mit GrassFX wird das Konzept weiter getrieben, dynamisch auf die Spielphysik reagierende Graslandschaften werden demonstriert.

Wie üblich sehen solche Tech-Demos nicht unbedings schön aus, doch es geht ja schließlich nicht um die schönsten Texturen, sondern um das Prinzip. Dieses lautet: Eine diskrete GPU übernimmt das Rendering der Szene, während sich die iGPU der APU um die physikalischen Berechnugnen kümmert und so die diskrete Grafikkarte entlastet.

Aber nicht nur der Tech-Demo geht es um das Prinzip, sondern uns auch, weshalb wir als Grafikkarte eine Radeon HD 5770 an die Seite von A10-7800 stellten. Zwei Gründe hat das: Erstens fällt der Leistungszuwachs, den die inzwischen recht schwachbrüstige Radeon HD 5770 durch die Entlastung erfährt, natürlich größer aus, als mit einer aktuellen GPU. Zweitens zeigt dieses Beispiel sehr schön, wie sehr die GrassFX-Technologie auf ein aktuelles AMD-System angewiesen ist.

Natürlich erhöht sich erwartungsgemäß die Anzahl der FPS, wenn A10-7800 der Radeon HD 5770 zur Seite springt. Doch wir sehen auch, dass das Ergebnis trotz höherer FPS-Zahlen deutlich mehr ruckelt. Der Grund hierfür ist, dass die alte AMD-Karte nicht über das notwendige Speichermanagement verfügt, wie es in aktuellen Grafikkarten mit AMDs Graphics Core Next (GCN) Architektur anzutreffen ist. Denn um erfolgreich gemeinsam an einem Problem zu arbeiten, müssen alle beteiligten Einheiten laufend ihre Daten synchronisieren - über die nötigen Eigenschaften des Memory-Controllers verfügt die alte Grafikkarte nicht. Es zeigt sich also, dass für zielführendes heterogenes Computing neben Software alleine auch eine Reihe von technischen Voraussetzungen in der Hardware erfüllt sein muss.

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