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AMD A8-3800, A6-3500, A4-3400: Drei 65 Watt APUs im Test (6/6)

Fazit

Am Ende lässt sich über die 65 Watt Llano APUs dann doch recht viel und differenzt berichten. Fangen wir zunächst klein an: A4-3400. Ein kleines Modell, das vor allem durch den Preis bestechen soll. Für "'nen Fuffi" wechselt diese APU die Seite der virtuellen Ladentheke und fällt damit in die Kategorie "Dirt Cheap".

Die A4-3400 APU generiert Leistung auf die gute altmodische Art, mit wenigen Kernen und dafür realtiv hohem Takt. Damit eignet sie sich hervorragend für kleine Systeme, böse Zungen würden ihr eine Top-Tauglichkeit für Opas digitale Schreibmaschine attestieren. Aber die Leistung reicht dann doch für mehr als das, etwa preiswerte Home-Theater-PCs, wofür auch der Energieverbrauch spricht. In unseren Energietest nahm das System lediglich 50 Watt im Schnitt auf, auch bei der Leistung pro Watt tut sich die A4-3400 positiv hervor.

Was die A4-3400 nicht gut kann, sind komplexe Aufgaben wie beispielsweise Videobearbeitung, Transcoding, aufwendige Bildbearbeitung oder Gaming - ist von einem 50 Euro Produkt aber auch nicht zu erwarten; das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt bei diesem Modell auf jeden Fall.

AMD Llano 65 Watt Box

Die zweite APU in diesem Test ist die A6-3500. An diesem Modell etwas Positives aus dem Vergleich mit anderen APUs zu ziehen ist schwierig. Sie besticht weder bei der Leistung, weil sie mit drei Kernen und einem Basistakt von 2100 MHz ins Rennen geschickt wird. Drei Kerne sind für Anwendungen, die Multi-Threading beherrschen, dann doch irgendwie eine "krumme Sache" und der Turbo auf 2400 MHz reisst es auch nicht heraus, knapp sechs Prozent Mehrleistung vermag er im Schnitt unserer Benchmarks zu erzeugen. Auch was die Energieeffizienz anbelangt sieht es nicht rosig aus, hier belegt die A6-3500 in unserem Vergleich den letzten Rang.

Dabei ist die aufgenommene Wirkleistung im Durchschnitt des Testparcours gar nicht so schlecht: Mit 57 Watt ist sie sogar erstaunlich niedrig. Das alleine nützt jedoch wenig, da sich die A6-3500 CPU-seitig gerade mal so vor die A4-3400 setzen kann. Was dann jedoch in diesem speziellen Vergleich durchaus für die A6-3500 spricht, ist ihre GPU-Leistung. Mit ihrer Radeon HD 6530D GPU lässt sich durchaus das ein oder andere Spiel zocken, wie wir bereits bei anderer Gelegenheit feststgestell haben. Und daher könnte man auch sagen: Wer sich an seinem HTPC vielleicht auch mal schnell das ein oder andere Game zu Gemüte führen möchte, für den ist A6-3500 die bessere Wahl als A4-3400. Ob diese Perspektive überzeugend ist, das darf dann jeder für sich entscheiden.

Last aber ganz sicher nicht Least war in diesem Test dann auch noch ein absoluter Lichblick unter den APUs vertreten: A8-3800 hat es - das muss man so deutlich sagen - krachen lassen. Bei diesem Modell stimmt einfach alles: Vier Kerne mit anständiger Taktleistung und sinnvollem kleinen Turbo-Plus, leistungsstärkste Grafiklösung, hervorragende Energieeffizienz, nahm im Schnitt mit 56 Watt sogar weniger Energie auf, als die A6-3500.

Wer die mit Abstand und in jeder Hinsicht beste APU mit 65 Watt TDP sucht, der findet sie in der A8-3800 - das Ding hat uns wahrhaft vom Hocker gerissen und da übertreiben wir nicht. Die A8-3800 hängt selbst in ihrer schwächsten Disziplin - der reinen CPU-Leistung - dem 100 Watt TDP Modell A6-3650 dicht auf den Fersen; und hängt dieses dann aber bei der GPU-Leistung gnadenlos ab.

Tia, wenn die A8-3800 nur erhältlich wäre. Es gibt nie, leider wirklich nie, eine Jubelarie, die man als Hardware-Redakteur sauber und ungestört zuende singen kann und in diesem Fall ist es die Verfügbarkeit, die den Vorhang noch während des Finales auf die Bühne krachen lässt - schade drum. Findige User können die A8-3800 zwar auf Ebay ersteigern, nigelnagelneu. Aber für im negativen Sinne konkurrenzlose 123 Euro zuzüglich Versand ist das dann schon ein Deal für Liebhaber.

16.05.12 / jm

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