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Noblechairs Epic Gaming-Stuhl im 6 Monate Dauertest (3/4)

Features und Verarbeitung

Der Noblechairs EPIC zeichnet sich nicht nur durch seine tolle Optik und die schöne Verarbeitung der Sitzfläche und Rückenlehne aus, er besitzt auch einige wirklich nette Features. Dank einer speziellen Polyurethan-Beschichtung sind die Lenkrollen für quasi alle Hartboden (Laminat, Parkett, Kork, Estrich, Holzdielen, Holzfliesen, Stein, Granit, Linoleum und Fliesen) und Weichböden (Teppiche, Matten, Vorleger, Felle) gleichermaßen geeignet. Die Rollen laufen leicht aber nicht zu leicht, so dass der Stuhl nicht zu schnell wegrollt. Eine Feststellbremse gibt es nicht.

Der Stuhl besitzt ein Gestell mit fünf langen Armen, das besonders kippsicher ist und damit auch im heißeren Gaming-Einsatz stabil steht. Die Rückenlehne des Stuhls lässt sich nach hinten nahezu in eine Liegeposition klappen, wobei der Stuhl dennoch stabil steht und nicht hinten überkippt.

Die Wipp-Mechanik des EPIC kann über ein großes Drehrad unter dem Sitz auf das Körpergewicht eingestellt werden, so dass das nach hinten Wippen nicht zu viel Druck erfordert um man leicht in die normale Sitzposition zurück geführt wird. Beim Wippen werden Sitzboden und Rückenlehne im eingestellten Winkel gehalten, dass heißt es wippt immer der gesamte obere Bereich des Stuhls inklusive der Armlehnen.  Der Stuhl besitzt also keine Synchronmechanik. Die Wipp-Mechanik kann über einen Hebel unter dem Stuhl blockiert werden.

Besonders nett am Noblechairs EPIC ist, dass die Armlehnen nicht nur höhenverstellbar sind, sondern auch nach vorne und seitlich verschoben werden können. Und als vierte Option ist es sogar möglich sie anzuwinkeln, also in V-Form einzustellen, was wir als besonders bequem empfanden. Diese Bauform wird auch als 4D-verstellbar bezeichnet. Die Armlehnen sind zudem recht breit und besitzen eine leicht gepolsterte Abdeckung.

Das der EPIC mit der eingebauten Gasfeder auch höhenverstellbar ist, versteht sich quasi von selbst. Neben der Verstellung des Stuhls selbst kann auch das Lendenkissen beliebig in der höhe verstellt werden, da es ähnlich wie ein Sicherheitsgurt an der Rückenlehne befestigt ist. Optional kann es natürlich auch entfernt werden.

Die Verarbeitung des Stuhls ist in nahezu allen Belangen hervorragend. Die Materialwahl ist auch beim PU-Leder gut gelungen und besonders gefallen uns die seitlichen Einsätze aus Wildleder, die das Design des Stuhls enorm auflockern. Die Nähte sind qualitativ hochwertig und gut gezogen. Die eingebauten Elemente sind passgenau und gut eingesetzt.

Das verwendete PU-Leder kommt echtem Leder optisch sehr nahe, fühlt sich allerdings etwas härter an und weniger Flexibel an. Dafür ist es in der Regel aber auch wesentlich unanfälliger und pflegeleichter als Echtleder. 

In den meisten Modellen des EPIC ist das PU-Leder in der Sitzfläche mit Poren versehen. Diese Poren haben den Vorteil, dass sie erstens die Optik etwas auflockern, das Material flexibler machen und für eine bessere Belüftung sorgen. Sie haben aber auch einen erheblichen Nachteil. Wenn es um die Reinigung geht sind die Poren äußerst lästig, denn hier sammelt sich extrem gerne jede Art von Schmutz, der sich extrem schlechte wieder entfernen lässt. Das liegt auch daran, das die Poren kleine Löcher im 90 Grad Winkel sind und keine abgerundeten "Einbuchtungen".

Während unserer Tests ist uns zum Beispiel einmal Wärmeleitpaste auf den Stuhl getropft und zudem ein Stück Schokolade in den Stuhl gekommen. Zwar hat das dem Material des Stuhls absolut nichts ausgemacht, aber der Schmutz sammelt sich extrem schnell in den Poren und ihn dort wieder herauszubekommen ist äußerst aufwendig. Zwei Modelle des EPIC besitzen diese Poren nicht, was man eventuell im Kopf behalten sollte.

Praxis und Ergonomie

Kommen wir zum wesentlichen Punkt, nämlich wie es sich auf dem Noblechairs EPIC sitzt. Zunächst einmal fällt beim ersten nutzen des Stuhls auf, das die Sitzfläche doch recht hart gepolstert ist. Im Vergleich zu üblichen Bürostühlen und auch anderen Gaming-Stühlen kommt der EPIC damit einem Auto-Sportsitz wesentlich näher. Der Härtegrad wurde übrigens von Noblechairs absichtlich gewählt und ist keinesfalls unbeabsichtigt.

Anfangs ist der Stuhl daher etwas ungewohnt, was sich aber sehr schnell innerhalb von ein paar Tagen legt. In der Tat hat sich bei uns das Gefühl nach einer Zeit sogar umgedreht, dass wir die härte des Stuhls eher als angenehmer empfanden als eine weiche Unterlage, denn der Stuhl ist nicht hart im Sinne eines "Holzbretts" sondern eher stramm, ähnlich einer harten Matratze. Die Rückenlehne fühlt sich hingegen von Anfang an optimal an, allerdings sicherlich auch nur dann, wenn man selbst die entsprechende "Breite" nicht überschreitet, so dass man gegen die seitlichen Führungen stößt.

Die Ergonomie insgesamt ist beim EPIC wohl eher auf größere Personen ausgelegt, für etwa 1,80 bis 1,90 Körpergröße dürfte der Stuhl nahezu die perfekten Maße besitzen. Das merkt man bereits an der Höhe der Rückenlehne, wo bei der Testperson mit 1.86 die Nackenstütze quasi exakt an der richtigen Stelle im Nacken landet.

Nakenstütze und Lendenstütze des Noblechairs EPIC sind sicherlich eines der besten Dinge am EPIC, denn Noblechairs hat hier auf "Kuschelweich" statt "Leder" gesetzt. die beiden optionalen anzubringenden Kissen sind vom Stoff her so weich und kuschelig, dass man sie auch in die Kategorie Schmusetier einsortieren könnte. Das führt insbesondere bei der Nackenstütze zu einem absoluten Wohlfühleffekt.

Die vielfach verstellbaren Armlehnen hinterlassen von der Ergonomie ebenfalls einen Top-Eindruck. Insbesondere die Möglichkeit sie nach vorne und hinten zu verstellen und anwinkeln zu können. Das führte bei uns zu einer deutlich bequemeren Körperhaltung und schafft zu dem Platz in der Breite. Im vergleich zu anderen Gaming-Stühlen ist der EPIC also auch bei etwas breiter gebauten Personen ergonomisch angenehm.

Im Vergleich zu unserem üblichen Bürostuhl auf dem wir sonst sitzen, dem Swopper, bietet der Noblechairs EPIC natürlich ein komplett anderes "Sitzgefühl". Der Swopper ist explizit darauf angelegt den Körper in Bewegung zu halten und die Muskulatur im Rücken zu Stärken. Der EPIC als "Simulation" eines Sportsitz basiert darauf dem Körper Führung zu geben und eine möglichst dem Körper angepasste Sitzgelegenheit zu bieten.

Obwohl das natürlich zwei völlig unterschiedliche Konzepte sind, waren wir am Ende überrascht vom Noblechairs EPIC, denn insbesondere die etwas härtere Sitzfläche mit PU-Leder hat uns absolut gefallen und am Ende gegenüber dem etwas weicher gepolsterten Swopper mit Alcantara-Bezug sogar gewonnen.  Was den Rücken angeht, bietet der EPIC auch dank der guten Lendenstütze ein gutes Ergebnis. Wie alle derartig geformten Stühle verhindert er aber natürliche Bewegungen, man sitzt in dem Stuhl also relativ starr. Gerade beim Gaming ist das eher von Vorteil, für das reine Arbeiten, bei dem man sich schon einmal nach rechts und links am Schreibtisch bewegt war der EPIC allerdings recht starr. Sogesehen eignet sich der Stuhl also eher fürArbeiten, bei der man sich nur wenig seitlich bewegen muss.

Besonders gut hingehen fanden wir den EPIC bei entspannenden Aktionen wie zum Beispiel einen Film zu schauen. Wenn man sich in den EPIC hineinlümmelt und die Wippfunktion entsprechend eingestellt hat, dann ist der Stuhl unheimlich bequem, insbesondere, wenn man die Rückenlehne etwas nach hinten stellt. Im EPIC ein kleines kurzes Nickerchen zu machen ist dabei auch möglich, wir sprechen aus Erfahrung, denn tatsächlich ist uns das einmal in der Testphase passiert!

Inhaltsverzeichnis:
[3] Montage
[4] Fazit


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