TweakPC


XFX AMD Radeon R9 380X im Test (6/6)

Fazit

Und wieder hat sich eine weitere Karte zur Runde der Radeon 300 Modelle hinzugesellt. Die Radeon R9 380X soll die Lücke zwischen der Radeon R9 380 und der R9 390 schließen. So richtig gelingen will das auf den ersten Blick nicht, denn während die Radeon R9 390 einen gehörigen Schub gegenüber der R9 380 bringt, ist die neue R9 380X nur einen Tick schneller als die R9 380. In Zahlen kann man dies auch verdeutlichen. Im Gesamtindex über alle Auflösungen und getesteten Games ist die 390 satte 57 Prozent schneller als die 380, die 380X aber nur 14% schneller. Und dieser Performance Vorsprung fällt zum Teil auch noch auf die unterschiedliche Speicherbestückung zurück, denn die von uns getestete R9 380 besitzt nur 2 GB Speicher und fällt daher bei höheren Auflösungen zurück. Insgesamt liegt die 380X damit wieder auf dem Level, auf dem auch schon die 280X zu finden war, mal etwas drüber mal etwas drunter.

Die Gesamtübersicht ist bei der 380X allerdings nur die halbe Wahrheit. denn bei der Betrachtung einzelner Benchmarks gibt es zum Teil deutlichere Unterschiede zwischen 380 und 380X. So fällt klar auf das die 380X bei neueren Games deutlich stärker profitiert, als die 380. Das kann allerdings auch auf die neue Treiberversion zurückzuführen sein und muss nicht unbedingt an der Hardwareleistung liegen. Gerade bei neueren Games fallen die Optimierungen des Treibers immer besonders deutlicher ins Gewicht und können den Performanceeindruck daher deutlich verfälschen, weshalb wir auch absichtlich immer eine ganze Reihe von älteren Titeln in den Benchmarks haben!

Sehr deutlich treten bei der 380X die Vorteile durch den doppelt so großen Speicher gegenüber der 380 in Augenschein. So zeigt sich die 380X in Shadows of Mordor um mehr als 50% schneller als die 380.

Wie man sieht hat die R9 380X in Sachen Performance durchaus ihre guten Seiten, vor allem ist sie in einem Bereich angesiedelt in dem die GeForce Konkurrenz derzeit kaum in  Erscheinung tritt. Von der GeForce GTX 960 kann sich die 380X klar absetzen. Unsere Benchmarks bescheinigen der Karte "über alles" einen satten Vorsprung von 25 Prozent. In der recht interessanten 1440p Auflösung liegt die 380X 14 Prozent vorne. An die GeForce GTX 970 kann die neue AMD Karte zwar nicht anschließen, liegt aber auch auf einem komplett anderen Preispunkt.

Bei der Energieeffizenz gibt es es nicht viel neues zu berichten. Die Karte bewegt sich hier auf etwa dem gleichen Level wie die 380. An die bereits voll auf geringeren Verbrauch getrimmten Karten wie die Radeon Nano mit HBM Speicher oder auch die in diesem Punkt sehr gute GTX 960 wird AMD in der Mittelklasse erst in der kommenden Arctic Island Generation aufschließen.

Neben Performance und Energieverbrauch gibt es natürlich noch ein weiteres wichtiges Segment, die Features. Im Gegensatz zum Vorgänger Radeon R9 280X mit Tahiti-Chip wurden durchaus einige Verbesserungen eingeführt. So durfte durch Optimierungen der Shadereinheiten und Verbesserungen im Bereich des Asynchronous-Compute in Zukunft eine bessere DirectX12 Performance herausspringen. Ebenso besitzt die Karte einen verbesserten Video En- und Decoder für 4K Videos. Das wirkt sich zum Beispiel beim VSR-Feature aus, dass die 380X bis hin zu 4K Auflösung beherrscht. Dazu kommt noch die Unterstützung von AMDs Freesync, die bei den Tahiti-GPUs ebenfalls nicht zu finden ist. Man sieht es gibt einige Verbesserungen, allerdings sind diese sicherlich nicht ausreichend um von einer 280X auf eine 380X zu wechseln.

Insgesamt bleibt bei der Radeon R9 380X ein recht positiver Eindruck. Vor allem weil diese Karte in einem Bereich angeboten wird, der eher dünn mit neuen Karten besiedelt ist. Es geht um den Bereich von 250 Euro. Als UVP wir für die Karte etwa 270 Euro aufgerufen, der Straßenpreis dürfte aber bald deutlich darunter liegen, denn aktuell ist der Abstand zur Radeon R9 380 etwas zu hoch. Dennoch hat hat die R9 380X einen deutlichen Abstand zur GeForce GTX 970 und ist für alle die unter 300 Euro bleiben wollen aber eine schnelle Karte für 1080p Gaming suchen eine recht interessante Wahl und durchaus zu empfehlen.

Vorteile:

  • In der Preisklasse recht gute Performance
  • Gute Performance in 1080p und 1440p
  • 4 GB Speicher bringt zum Teil Vorteile bei einzelnen Games
  • herausnehmbare Lüfter zur Reinigung
  • Leiser Betrieb im Desktop/Idle Modus
  • Nur sehr geringes Spulenfiepen

Nachteile:

  • Weniger Energieeffizient als aktuelle GeForce Modelle oder Radeon Nano
  • Unter Volllast hohe Drehzahl und etwas lauter


19.11.15 / rj

Inhaltsverzeichnis:

Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


ueber TweakPC: Impressum, Datenschutz Copyright 1999-2017 TweakPC, Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved