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Samsung SM951 - Die schnellste M.2 SSD im Test

Bis zu 2200 MB/S über M.2

Schon seit einiger Zeit sind die neuen M.2 Ports auf aktuellen Mainboards zu finden. Auch wenn die Anschlüsse überwiegend auf den neusten Intel Mainboards der Z97 oder X99 Generation integriert sind, gibt es neuerdings sogar auch die ersten Mainboards für AMD CPUs, die um einen M.2 Port erweitert wurden. M.2 nimmt also Fahrt auf und dürfte schon bald zu einer deutlich größeren Verbreitung in allen Bereichen und damit auch in Desktop PCs finden. Man kann sogar fast davon ausgehen dass die Standard-SSD für das Betriebssystem bald oft eine M.2-SSD sein wird.

Mit der Samsung XP941 konnten wir im letzten Jahr bereits eine erste M.2 SSD mit extrem hoher Geschwindigkeit vorstellen. Diese war allerdings ein reines OEM Produkt und daher über den normale Handel  kaum zu bekommen. Andere M.2 SSDs bis zu diesem Zeitpunkt basierten meistens noch auf mSATA/SATA-Controllern und erreichten daher keine bessere Performance als übliche SATA-SSDs. Mit dem neuen M.2 Slot kann Massenspeicher direkt über die PCI-Express-Lanes an das System und die CPU angebunden werden und dadurch erheblich höhere Durchsatzraten erreichen.

Nun steht bei Samsung bereits der Nachfolger der XP941 SSD auf dem Plan und dürfte neben dem bereits verfügbaren OEM Produkt später vermutlich auch den Weg in die Retail-Sparte finden. Die Samsung SM951, so der Name des neuen SSD-Modells, ist noch einmal deutlich schneller, ja derzeit vermutlich die schnellste M.2 SSD überhaupt und wird damit die Samsung XP941 ablösen. Für einen ersten schnelle Test der Performance der neuen Samsung SM951 haben wir uns über Caseking.de eine 512 GB Version dieser SSD bestellt und durch unseren bekannt umfangreichen Bechmarkparcours  geschickt.

Optisch sieht die neue SM951 M.2 SSD natürlich genauso aus, wie das alte Modell, denn es handelt sich um eine typische M.2 Steckplatine. Samsung biete die SM951 in zwei Modellvarianten an, die aber eher schwer zu unterscheiden sind.

Die bereits verfügbare Version arbeitet mit AHCI Modellbezeichung MZ-HPV und nie neue Version mit NVM-Express-Standard und Modellbezeichnung MZ-VPV. Der neue NVMe-Standard bietet zwar einige Optimierungen bei Zugriffen auf kleinere 4K-Dateien hinsichtlich der Latenz, allerdings bekommt man mit AHCI noch die deutlich höher Kompatibilität, so dass die Samsung SM951 AHCI Version theoretisch sogar als Boot-Laufwerk für ein älteres Windows 7 verwendet werden kann. Für unseren Test stand uns die AHCI-Version der SSD zu Verfügung, einen Test der NVM-Express Version werden wir so bald verfügbar nachliefern.

Wie auch die Samsung XP941 ist die SM951MZ-HPV eine AHCI-fähige M.2-SSD, weshalb die Installation von zusätzlichen Treibern nicht nötig ist. Als Boot-Laufwerk eignet sich diese Modell auch nur bedingt, da das Laufwerk kein eigenes BIOS, wie etwa die Plextor M6e besitzt. Um die SSD als Boot-Laufwerk nutzen zu können, muss das UEFI/Bios des Mainboards diese Option explizit unterstützen. Viele neue Mainboards bringen dazu aber die Voraussetzungen mit sich.

Aufgrund der extrem hohen Geschwindigkeit der Samsung SM951 benötigt diese für die optimale Anbindung ein System mit M.2-Anschluss, welcher mit vier PCI-Express-Lanes des neusten 3.0-Standards angebunden ist. Dies trifft auf fast alle X99-Mainboards mit Sockel LGA 2011-3 sowie vereinzelte Z97-Mainboards zu. Zum Beispiel kann man hier das ASRock Z97 Extreme6 anführen, das wir auch zum Testen der SSD herangezogen haben.

Die Samsung SM951 zeigt bei den Performance-Rohdaten wirklich beachtliche Werte. Zu sehen sind hier hohe IOPS von bis zu 130.000 bei wahlfreien Lesezugriffen und eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 2.150 MB/s beim Lesen und bis zu 1.500 MB/s beim Schreiben von Dateien. Mit diesen Performancedaten übertrifft die SSD die Maximalgeschwindigeit üblicher M.2 Slots bei weitem.

Als Controller kommt auf der SSD der von Samsung selbstentwickelte UBX S4LN058A01 zum Einsatz, denn nur mit einem speziell für M.2 entwickelten Controller kann man derart hohe Durchsatzraten erreichen. Bei dem verbauten Flashspeicher handelt es sich um 65 Gbit MLC-Module die im 19-nm-Verfahren ebenfalls von Samsung produziert werden. Die Komponenten der SSD werden also allesamt direkt bei Samsung gefertigt.

Bei den NAND-Flash-Modulen werden auf dieser SSD keine 3D-VNAND-Modelle, sondern Standard MLC-Speicher genutzt. Wie auch bei dem Vorgängermodell Samsung XP941 ist ein 512 Megabyte großer DRAM-Cache verbaut.

Der Stromverbrauch der neuen Samsung SM951 konnte im Vergleich zu dem Vorgängermodell noch einmal reduziert werden. So verbraucht die SSDs nun nur 6,5 Watt im aktiven Zustand und 50 Milliwatt im Idle. Im neuen L1.2-Idle-Modus senkt sich der Verbrauch sogar auf zwei Milliwatt. Die SSD eignet sich damit natürlich hervorragend für Laptops.

So wundert es dann auch nicht, dass die Samsung SM951 genau wie der Vorgänger zunächst einmal nicht als Retail-Produkt startet, sondern bislang nur als OEM-Version erhältlich ist. In einigen sehr gut sortierten Online-Shops lässt sich die SSD dennoch erwerben. Die Garantie und Gewährleistung wird dann aber nicht von Samsung, sondern nach den gesetzlichen Vorschriften vom Shop selbst übernommen.  

Testplattform

  • Testkandidat: Samsung SM951 MZ-HPV 512GB M.2 AHCI
  • Intel Core i7 4770K
  • SATA III Controller des Z97 Chipset (ASRock Z97 Extreme6)
  • M.2 Slot 4x PCIe Anbindung
  • OCZ Revodrive 350 (Systemplatte)

Betriebssystem & Benchmarks

  • Windows 8.1
  • HDTune Pro
  • PCMark 7 und PCMark 8
  • Passmark Advanced Disk Test
  • ATTO
  • AS SSD
  • CrystalDiskMark
  • Intel IO-Meter
Inhaltsverzeichnis:

Übersicht der Benchmarks in diesem Artikel:


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