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Microsoft wirbt für freie Formatauswahl

Freitag, 08. Feb. 2008 00:29 - [fs]

Der Formatkrieg im Büro geht in die heiße Phase. Schließlich steht für Microsoft Ende Februar viel auf dem Spiel: Die Hälfte des Umsatzes generiert man mit MS Office.

Während OpenDocument - der offene Dokumentenstandard für Office-Dateien - seit einiger Zeit als offizieller Standard anerkannt wurde, muss Microsoft mit seinem OOXML immer noch um die Standardisierung bangen.

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Nach der Ablehnung der ISO im letzten Jahr, steht eine weitere wichtige Entscheidung nun Ende Februar an. Wir hatten bereits berichtet, dass Microsoft die strittigen Punkte einfach ausgeklammert hat, um den Standardisierungsprozess möglichst schnell zu durchlaufen.

heise online liegt nun ein Lobbypapier aus Redmond vor, das für einen zweiten Standard wirbt. "Wir leben nicht in einer Welt von 'entweder/oder', sondern in einer Welt des 'und'". Die Lösung von Microsoft heißt entsprechend: "OpenXML und ODF und andere Formate". Im IT-Bereich gebe es viele Beispiele für überlappende Standards, die die "Innovation" angekurbelt hätten. Dabei verweist Microsoft unter anderem auf die Bildformate JPEG und PNG sowie die Email-Protokolle SMTP, POP3 und IMAP.

Ihnen fällt etwas auf? Genau, JPEG und PNG unterscheiden sich doch gewaltig. Während JPEG immer mit einer verlustbehafteten Kompression einhergeht, kann PNG gerade bei vektorisierten Bildern ohne Verluste eine hohe Kompression erzielen. Auch die Email-Protokolle bedienen vollkommen unterschiedliche Bereiche und müssen fast zwangsläufig parallel genutzt werden. Dies ist bei den Office-Formaten natürlich nicht der Fall. Beide Formate unterstützen sämtliche Funktionen und sind damit weitgehend deckungsgleich - eben nur inkompatibel.

Das Lobbypapier bringt aber noch etliche weitere Widersprüche oder Ungereimtheiten mit sich. So wird behauptet, dass Verwaltungen und Bürger mit Mehrkosten rechnen müssen, würde nur OpenDocument als Standard festgesetzt. Dass die größte Anwendung für OpenDocument - sprich OpenOffice - kostenlos verfügbar ist, wird in Redmond dabei wohl übersehen. Ferner spricht das gleiche Papier wenige Zeilen später davon, dass eine Konvertierung zwischen OpenDocument und OOXML problemlos möglich sei. Wieso sollte also nicht ein Standard genügen und ein Konverter in dieses eine offene Format ausreichend sein?

Man darf gespannt sein, zu welcher Entscheidung die ISO Ende Februar kommen wird. Wird es eine kommerzielle Entscheidung geben oder eine Entscheidung für den Nutzer?

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