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be quiet! Dark Power Pro 11 im Test (5/6)

Lautstärke und Temperaturen

Wenn es um das Thema Laustärke geht, dann gilt be quiet! derzeit nicht umsonst als Referenz bei Netzteilen. Das hat man dabei nicht überwiegend der Konstruktion der Netzteile selbst zu verdanken, sondern vor allem dem selbst entwickelten Silent Wings Lüfter, der nun in der dritten Generation verbaut wird. Dank des fantastischen Lüfters hat be quiet! es auch nicht nötig über das Thema "Semi-passiv-Netzteil" nachzudenken.

Der Knackpunkt bei vielen semi-passiven Netzteilen ist nach wie vor, dass diese den semi-passiv-Modus nur einführen, weil die verbauten Lüfter mit der Mindestdrehzahl zu weit oben liegen. Das heißt der Lüfter läuft zum Beispiel erst ab einer Drehzahl von 800 oder mehr U/Min. Zudem ist der semi-passiv Modus oft sogar eine Mogelpackung, denn die Lüfter der Netzteile sind dann zwar bei 20% Last leise, da ausgeschaltet, werden dafür aber beim Einschalten deutlich lauter. Für Gamer, die ihren PC eher im mittleren bis hohen Lastbereich fahren, bringen semi-passive Netzteile meist überhaupt keinen Vorteil.

Bei den älteren be quiet! Modellen behalf man sich eines kleinen Tricks um die Lüfter mit sehr geringer Drehzahl laufen zu lassen. Dazu wurde der Lüfter beim Einschalten des Netzteils erst mit einer höheren Spannung angefahren um sich dann auf das mögliche Minimum, etwa 450 bis 500 U/Min abzusenken. Mit dem neuen Silent Wings 3 Lüfter mit 6 Pol Motor kann be quiet! den Lüfter nun mit einer Anlauf-Drehzahl von gerade einmal 250 U/Min anfahren, was ein absoluter Spitzenwert ist. Der Lüfter ist damit im Idle Betrieb nicht wahrzunehmen. Dazu müsste man das Ohr direkt auf das Netzteil legen. Danke Antivibrationsrahmen und absoluter Laufruhe des Lüfters wird das Netzteil so aus dem PC absolut nicht zu hören sein.

Das neu überarbeitete Lüftergitter des Dark Power Pro 11 besitzt einen höheren Abstand zwischen den Stangen. Für die Geräuschentwicklung ist das sicherlich positiv, obwohl hier auch schon vorher kaum Verwirbelungen entstanden sein dürften. Etwas negativ fällt nun aber auf, dass man mit dem Finger zwischen die Gitter greifen kann, dass war beim Vorgänger kaum möglich. Außerdem ist das Gitter nun anders befestigt und sitzt deutlich lockerer im Gehäuse als beim P10.

Das Dark Power Pro 11 ist das mit abstand leiseste aktive Netzteile, das wir bisher in den Fingern hatte und das gilt nicht nur für den Betrieb bei niedriger Last sondern insbesondere auch bei Vollast. Denn selbst mit 850 Watt Belastung schnurrt das Dark Power Pro 11 leise vor sich hin. Vor allem natürlich dank der niedrigen Drehzahl des Lüfters, die bei gerade einmal 255 U/Min startet und beim 850 Watt Modelle bis hoch zu 1080 U/Min geht. Das 1000 und 1200 Watt Modell benötigen etwas mehr Drehzahl.

Wenn man die Laustärke des be quiet! Dark Power Pro 11 einschätzen will, dann muss man dabei im Kopf habe, dass die meisten anderen aktiven Netzteile bereits im Niedriglast betrieb eine Drehzahl von 800 U/Min aufweisen. Man kann sich also in etwa vorstellen wie leise das Dark Power Pro 11 arbeitet. Gegenüber dem Dark Power Pro 10 wurde der Anstieg der Lüfterkurve auch noch einmal nach vorne gezogen. Das heißt die neue Version arbeitet jetzt bis zu einer Belastung von 80% fast lautlos und steigt dann langsam etwas stärker an als zuvor, bleibt am Ende aber unterhalb des P10.  Lediglich im Bereich um 90% Last ist das neue P11 minimal lauter als das alte P10.

Leider ist es derzeit für uns überhaupt nicht möglich die Laustärke des Netzteils an der Chroma Station zu messen, denn diese ist um ein vielfaches Lauter als das Netzteil selbst. Wir arbeiten aber an einer Methode auch die Laustärke der Netzteile in Zukunft recht genau bestimmen zu können.

Insgesamt reicht hier beim neuen Dark Power Pro 11 aber auch bereits das menschliche Ohr um einschätzen zu können, dass wir hier dass mit abstand leiseste 850 Watt Netzteil auf dem Markt vorliegen haben.

Einen kleinen Kackpunkt bringt die niedrige Lüfterdrehtzahl dann aber auch mit sich. Bereits im offenen Betrieb auf dem Labortisch konnten wir im Netzteil einige Hotspots von 55 Grad messen. Wirkliche sorgen muss man sich darum allerdings nicht machen, denn be quiet! stattet das Netzteil mit 5 Jahren Garantie aus und wird die entsprechenden Komponenten daher garantiert auf Temperaturbeständigkeit getestet haben.

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