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Patriot P400 M.2 SSD - Eine Überraschung im Test (12/12)

Fazit

Bei der großen Anzahl an verschiedenen SSDs, die sich mittlerweile angeboten werden, finden sich eine ganze Reihe von Klonen, sprich Modelle unterschiedlicher Hersteller, die aber oft bis auf die Firmware baugleich sind. Um so spannender ist es immer wenn sich eine SSD mit neuer Hardware, insbesondere neuem Controller zeigt.

Patriot gibt sich experimentierfreudig und nutzt auf der P400 den neuen noch eher unbekannten Innogrit IG5220. Da der Controller komplett ohne Cache auskommt, senkt man eher schon einmal die Erwartungen, wird dann aber komplett überrascht. Die SSD die grob gesagt eigentlich nur aus drei Teilen besteht, zwei Flash-Speichern und dem Controller, überrascht mit Performance-Werten, die wir so überhaupt nicht erwartet haben, zumal die P400 eben eine Mittelklasse SSD ist und auch keine all zu hohen Werte bei den technischen Angaben präsentiert.

Die SSD ist ein Paradebeispiel dafü, dass technischen Daten meist eben nur den Maximaldurchsatz angeben, der wenig Praxisrelevant ist und daher nur wenig Aussagekraft hat.

 

Die P400 zeigt in vielen Benchmarks geradezu erstaunliche Leistungen, die die Herstellerangaben problemlos bestätigen. Vor allem im Bereich der 4K Operationen kann die P400 überzeugen. Zudem liefert sie erstaunlich gute Resultate in den Anwendungsbenchmarks. Man sollte hier gar nicht vermuten, dass es sich um eine SSD ohne Cache handelt.

Auf der anderen Seite hat die P400 aber zwei Gesichter, denn das Bild neigt sich zu kippen, wenn sich die Testszenarien vom "Standardeinsatz" weg bewegen. Sobald längere Zeit geschrieben wird oder Kombinationen aus Lesen und Schreiben auf dem Programm stehen, fällt die Schreibperformance drastisch ab und kann am Ende auf unter 100 MB/s sinken. Das passiert allerdings hauptsächlich dann, wenn die SSD zu mehr als 50% also 500 GB am Stück beschrieben wurde. Kurzfristig ist die Schreibperformance der SSD sogar recht gut, weshalb sie in Tests, die nur kurz laufen wie ASSD oder Crystaldiskmark eine ziemlich gute Figur hinterlassen. Diese Werte sind aber eben auch nur "theoretischer" Natur. 

Deutlich auffälliger zeigt sich der fehlende Cache bei unseren Pattern-Tests, in denen verschiedene Test-Szenarien mit mehreren Threads simuliert werden. Kaum eine SSD zeigte bis dato ein so unterschiedliches Bild. Liefert die SSD beim Workstation Test hervorragende Top-Werte für ihre Klasse, so bricht sie beim File-Server und Database-Test so stark ein, dass sie zum Teil unterhalb von SATA-SSDs  am Ende des Testfelds landet.

Durch ihr selektives Verhalten in den Test ergibt sich dann auch schon ganz klar ein Fazit. Die P400 ist eine äußerst interessante SSD, aber leider kein Allround-Talent. Wie viele SSDs ohne Cache bereiten deutlich häufigere Schreibvorgänge der SSD Probleme und drosseln die Performance deutlich. Wer also viel und große Mengen schreibt, sollte die SSD eher nicht dafür einsetzen.

Ganz anders sieht es auf der anderen Seite aus. Als System-SSD oder für Spiele-PCs, also in Szenarien wo überwiegend gelesen wird, eignet sich die SSD optimal. In der Klasse der 5000 MB/s SSDs dürfte die P400 zu den schnellsten Modellen beim Lesen gehören.

 Insbesondere weiß die Patriot P400 natürlich zu gefallen, wenn sie zu einem günstigen Preis angeboten wird. Und darauf scheint es durchaus hinauszulaufen, denn das 1 TB Modell gibt es schon für um die 130 Euro, obwohl erst seit Anfang des Jahres erhältlich. In dem Preisgefüge befinden sich aktuell sehr viele SSDs, sollte die P400 noch etwas günstiger werden, wird sie für viele wohl zu einem richtig interessanten Modell werden.

Vorteile:

  • Sehr gute Performance in Standardanwendungen
  • Sehr gute 4K Lese-Performance
  • Kurzfristig gute Schreibleistung
  • Erstaunlich gute Performance in PC-Mark / Gaming Test
  • Graphene-Heatpsreader

Nachteile:

  • Schlechte Performance in schreibintensive Anwendungen
  • Schreibperformance fällt schneller ab als bei Modellen mit Cache

 

12.05.22 / rj

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