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Toshiba TR200 SSD im Test (11/11)

Fazit

Mit der TR200-Serie wagt Toshiba den Schritt auf die Umstellung des 3D-BiCS-NAND-Flashspeichers. Die verwendeten TLC-Speicherchips sollen eine ganz neue Ära der Speicherlaufwerke des Herstellers einführen und vor allem die Preise senken.

Durch die vertikale Struktur von dem 3D-NAND-Falshspeicher lässt sich mehr Datenspeicher pro Fläche nutzen. Während der Platzgewinn bei der 15-nm-Struktur noch nicht sonderlich groß ausfällt, soll sich der Speicherplatz durch die Nutzung von 3D-BiCS-NAND in den kommenden Jahren vervielfachen.

Bei dem Stromverbrauch der TR200-Serie lässt sich der Vorteil der neuen Technologie bereits erkennen. Mit nur 1,6 Watt typischen Verbrauch benötigen die Speicherlaufwerke deutlich weniger Energie als vergleichbare Laufwerke, darüber hinaus steht mit DevSleep auch der neueste Stromsparmechanismus zur Verfügung. Vor allem Nutzer, welche die TR200 in einem Notebook nutzen möchten, dürften den Vorteil durch eine verbesserte Akkulaufzeit registrieren können.

Mit einer maximalen Lesegeschwindigkeit von 550 MB/s und einer Schreibgeschwindigkeit von 540 MB/s präsentieren sich die SSDs der TR200-Serie als solide Laufwerke mit SATA-6-Gbps-Anschlüssen. Bedingt durch den gigantischen Performanceschub beim NVMe-Standard beeindrucken die maximalen Lese- und Schreibraten für SATA-Laufwerke heute natürlich nicht mehr so, da sie einfach den SATA Standard nahezu ausreizen. Erstaunlich gut schneidet die SSD bei der 4K-Leseperformance im Single Thread ab. Dort kann sie sich sogar in der Spitzengruppe platzieren. In der Gesamtperformance ist das Bild aber eher unbeständig, mal gut, mal nicht so gut und auch mal im Vergleich sehr langsam. Bei längeren Schreibvorgängen bricht die Performance auch schon mal deutlich ein, weil die SSD auf Cache verzichtet.

Die Laufwerke der TR200-Serie richten sich vor allem an preisbewusste Kunden, wie Aufrüster von älteren Systemen, wo die Verwendung einer SSD als Systemplatte im Vergleich zu einer HDD noch immer beindruckende Boot- und Startzeiten bescheren können. Alleine durch den Austausch einer HDD zu einer SSD, kann so ein alter PC wieder flott gemacht werden.

Mit einer Haltbarkeit von 120 TB TBW (Total Bytes Written) bei der 480-GB-Variante kann die von uns getestete TR200 bei einer Garantie über drei Jahren mit einer typischen Beanspruchung von 110 Gigabyte pro Tag beziffert werden. Das Modell mit 240 Gigabyte Speicher wird mit 60 TB TBW (55 GB Tag) und die Version mit 960 GB mit 240 TB TBW (219 GB/Tag) angegeben. Mit einer hardwareseitigen Verschlüsselung können die Laufwerke nicht aufwarten.

Die unverbindliche Preisempfehlung der TR200 mit 480 Gigabyte Speicherplatz liegt bereits auf sehr niedrigem Level und könnten die neue TR 200 mit zur günstigsten SSD auf dem Markt machen. Gerade einmal 144,90 Euro fallen für die 480 GB Version an. Die 240 GB  Variante soll 80,90 Euro und die 960 GB Variante nur 269,00 Euro kosten

Insgesamt zählen die SSDs derzeit zwar nicht zu den absolut günstigsten Modellen, allerdings liegt die UVP bei Datenspeichern meist deutlich über dem eigentlichen Verkaufspreis. Es ist dabei durchaus denkbar, dass die SSDs der TR200-Serie in den kommenden Wochen im Preis fällt und dann die Führung bei den günstigsten SSDs übernimmt. Hier wird man abwarten müssen.

Wer auf der Suche nach einem SSD-Speicher mit SATA-6-Gbps-Anschluss und hoher Kapazität ohne größere Anforderungen an die Performance ist, findet in der TR200-Serie sicherlich einen passenden Kandidaten.

Vorteile:

  • Geringer Stromverbrauch und DevSleep-Kompatibel
  • 3 Jahre Garantie

Nachteile:

  • Eher durchschnittlichen Werte bei unserem Langzeit-Performance-Stresstest
  • In Teilbereichen eher mäßige Performance

 

11.10.17 / rj/ar



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