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AMD Ryzen 7 3700X und Ryzen 9 3900X mit X570-Mainboard im Test

Mit Volldampf voraus und an Intel vorbei

Zusammen mit den neuen Navi-GPUs auf der Radeon RX 5700 und RX 5700 XT hat AMD auch die neuen Prozessoren der Ryzen-3000-Serie vorgestellt. Die ersten CPUs, die mit der neuen "Zen 2"- Architektur aufwarten, sollen endlich die Vorherrschaft bei den X86-CPUs von Intel brechen. Mit den CPUs der Ryzen 2000 Serie wie dem AMD Ryzen 7 2700X, war AMD bereits dicht an Intel herangerückt und hat für einiges an Aufsehen gesorgt. Die neue Zen-2-Plattform soll aber noch einmal deutlich mehr Wind aufwirbeln. 

 Während die "Zen+"-Architektur der zweiten Ryzen-Generation nur kleinere Neuerungen im Vergleich zu den Modellen der ersten Generation aufwiesen, schöpft das Unternehmen bei der neuen Zen-2-Architektur jetzt aus den Vollen.

Die Prozessoren der Ryzen-3000-Serie sind die ersten CPUs mit x86-Architektur, welche in dem 7-nm-Prozess gefertigt werden und bieten mit der Einführung des PCI-Express-4.0-Standards auch bei den technischen Neuerungen ein absolutes Novum.

Der Ryzen-3000-CPUs von AMD sind für den bereits bekannten AM4-Sockel konzipiert und setzen dementsprechend nicht zwangsweise ein neues Mainboard voraus. Aufrüster sollten allerdings die CPU-Kompatibilitätsliste des eigenen Mainboards überprüfen, bevor sie eine Ryzen-3000-CPU kaufen. Prinzipiell können die neuesten AMD-CPUs der Ryzen-3000-Generation aber auf fast allen älteren Mainboards, mit einigen Einschränkungen, verwendet werden.

Die neue Ryzen 3 Familie

Die neue Ryzen 3 Familie besteht zunächst aus fünf neuen Modellen. Zwei Modelle des Ryzen 5 als 3500X und 3600X, die gegen die Core i5 Modelle von Intel gestellt werden. Dazu zwei Modelle des Ryzen 7 mit den Bezeichnungen 3700X und 3800X, die gegen den Core i7 9700K stehen. Und zum Abschluss das aktuelle Top-Modell den Ryzen 9 3900X der gegen den Intel Core i9 9900k gestellt wird. Bereits angekündigt ist auch ein Ryzen 9 3950X Modell, dass aber erst später im Jahr erscheinen wird. Die Ryzen 5 Modelle besitzen dabei jeweils 6 Cores / 12 Threads, die Ryzen 7 Modelle 8 Cores / 16 Threads und der Ryzen 9 kommt entweder auf 12 Cores / 24 Threads oder in der Top-Variante 3950X demnächst dann auf 16 Cores / 32 Threads. Die TDP der CPUs liegt zwischen 65 Watt und 105 Watt.

Mit dem Ryzen 5 3400G und Ryzen 3 3200G präsentiert AMD zudem zwei neue APU, welche mit einer integrierten Grafikeinheit der Vega-Generation sowie jeweils vier CPU-Kerne aufwarten können. Diese basieren aber weiterhin auf der Zen+ Architektur und sind daher eher umbenannte Modelle der bisherigen APUs und tauchen bei der Neuvorstellung von Zen 2 nicht wirklich auf.

Ryzen 7 3700X und Ryzen 3900X treten an

Für unseren Test können wir auf zwei Modelle des neuen Ryzen 3 zurückgreifen, den Ryzen 7 3700X und den Ryzen 9 3900X. Beide Modelle wurden uns vorab von AMD für den Test inklusive passender Mainboards mit X570 Chipsatz zur Verfügung gestellt.

Die groben Spezifikationen des Ryzen 7 3700X mit acht Kernen und 16 Threads sowie einer Taktrate von 3,6 GHz und einem Boosttakt von 4,4 GHz ähnelt stark dem Ryzen 7 2700X auf Basis der Zen+-Generation. Dieser geht mit 3,7 GHz im Standardbetrieb und 4,3 GHz im Boost-Modus etwas gemächlicher zu Werke.

Bei genauerer Betrachtung des Ryzen 7 3700X zeigt sich, dass AMD nicht nur den Takt der CPU durch eine neue Fertigung etwas erhöhen konnte, bei niedrigerer TDP von 65 statt 105 Watt. Die neue Generation besitzt zudem weitreichende Änderungen am kompletten Design und dem Aufbau der Prozessoren. Dies gilt nicht nur für den Ryzen 7 3700X, sondern für alle vorgestellten Ryzen-3000-CPUs. Allem voran wurde der Level-3-Cache für alle CPUs verdoppelt, was sich besonders positiv auf die Performance beim Gaming auswirken soll.

Auch den Ryzen 9 3900X welcher mit 12 Kernen und 24 Threads gegen den Core i9 9900K konkurrieren soll, können wir in unserem Testbericht bereits genauer anschauen. Der noch leistungsfähirgere Ryzen 9 3950X wird mit 16 Kernen und 32 Threads etwas später im September den Handel kommen, so dass der 3900X bis dahin der leistungsstärkste der neuen Prozessoren ist. Ein passendes Pendant im Consumer-Bereich kann Intel zu diesen CPUs bislang noch gar nicht vorweisen.

Der Ryzen 7 3800X bietet ebenfalls 8 Kerne und 16 Threads, wie der Ryzen 7 3700X, kann aber mit 3,8 GHz bei Standard- und mit bis zu 4,5 GHz im Boost-Modus aufwarten. Der Ryzen 5 3600X und 3600 ohne X-Suffix stellen die 6-Kern-CPUs der Serie dar. Diese CPUs werden wir uns später noch anschauen, da sie uns zum Launch noch nicht zur Verfügung standen.

Mit einer aggressiven Preisgestaltung, sowie höheren Taktraten und mehr CPU-Kernen will AMD die Krone der Consumer-CPUs nun endlich für sich beanspruchen. Ein Ziel das man mit dem Zen+ ja auch nur knapp verfehlt hatte. Ob es mit dem den neuen CPUs der Ryzen-3000-Generation gelingt zeigen wir in unserem ausführlichen Testbericht mit dem AMD Ryzen 7 3700X und Ryzen 9 3900X.

Boxed Kühler im Lieferumfang

Anders als bei Intel ist AMD nicht geizig und spendiert bei den Boxed-Versionen jeweils auch einen Lüfter zu den CPUs. Bei Intel muss dieser jeweils separat zugekauft werden und erhöht somit den Preis der CPU noch einmal um 30 bis 50 oder sogar mehr Euro. Der AMD Lüfter ist ein alter Bekannter und kam schon beim Ryzen 2 zum Einsatz. Seine Leistung ist recht gut. Auch wenn er in Sachen Laustärke nicht mit Highendlüfter mithalten kann, reicht er doch vollkommen aus um direkt mit dem neuen Ryzen loslegen zu können ohne extra einen Lüfter kaufen zu müssen. Sogar der große 3900X lässt sich mit dem Kühler recht gut auf Temperatur halten. Über den Wraith-Prism-Kühler selbst haben wir im Test des Ryzen 2 bereits einiges erzählt.

Testsysteme

Für den Test des neuen Ryzen kommen folgende Testsysteme zum Einsatz, bei denen wir versuchen möglichst viele Komponenten gleich zu halten. Wir nutzen hierbei den Corsair Dominator RGB 3600 RAM und takten diesen jeweils auf die maximalen Spezifikationen der jeweiligen Plattform. Die beiden neuen Mainboards mit X570 Chipsatz bei uns das ASRock X570 Taichi und das Gigabyte X570 Aourus Master befinden sich noch im Beta-Stadium und haben im Laufe des Tests noch Bios-Updates erhalten. Wir können also leider nicht garantierten, das die Ergebnisse unserers Tests "endgültig" sind und werden noch eine Updates vornehmen, wenn sich Änderungen ergeben.

Als Grafikkarte setzen wir wir bisher eine GeForce GTX 1070 Ti Founders Edition ein, außer für den Test von PCIe 4.0, dort wird eine neue Radeon RX 5700 XT genutzt. Für die Kühlung wird der AMD Boxed Kühler sowie eine Corsair Hydro Series H115i RGB PLATINUM 280  genutzt.

Ryzen 3 Testsystem - Sockel AM4 X570

  • Ryzen 7 3700X, Ryzen 9 3900X
  • ASRock X570 Taichi, Gigabyte X570 Aourus Master
  • Corsair Dominator RGB 3600 MHz @ 3200 MHz
  • GeForce GTX 1070 Ti Founders Edition
  • Samsung 970 EVO 500 GB
  • AMD Ryzen 3 Boxed Kühler / Corsair Hydro Series H115i RGB PLATINUM 280
  • Seasonic Prime Titanium 650
  • AMD Radeon RX 5700 XT für PCIe 4.0 Test
  • Corsair MP600 PCIe 4.0 SSD für PCIe 4.0

Ryzen 2 Testsystem - Sockel AM4 X470

  • Ryzen 7 2700X, Ryzen7 1700X etc.
  • MSI X470 Gaming M7 AC
  • Corsair Dominator RGB 3600 MHz @ 2933 MHz
  • GeForce GTX 1070 Ti Founders Edition
  • AMD Ryzen 3 Boxed Kühler / Corsair Hydro Series H115i RGB PLATINUM 280
  • Samsung 970 EVO 500 GB
  • Seasonic Prime Titanium 650

Intel Testsystem - Sockel 1151 Z390

  • Intel Core i9 9900K, i7 8700K
  • MSI Z390 Gaming Carbon
  • Corsair Dominator RGB 3600 MHz @ 2666 MHz
  • GeForce GTX 1070 Ti Founders Edition
  • Corsair Hydro Series H115i RGB PLATINUM 280
  • Samsung 970 EVO 500 GB
  • Seasonic Prime Titanium 650



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