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Cooler Master MasterCase H500P im Test (7/7)

Fazit

Auch wenn es nicht HAF heißen mag, von seinem Konzept her ist das Cooler Master MasterCase H500P eben doch ein HAF allererster Kajüte. Die beiden gigantischen 20 cm Lüfter in der Front sorgen im Gehäuse für einen recht guten Luftzug auf der gesamten Gehäusehöhe. Aber man muss keine Angst haben das aus dem H500P schnell einen Hoovercraft wird. Nein so ist es nicht, denn die Lüfter laufen nur mit 800 UPM und arbeiten daher recht leise und sorgen jetzt nicht unbedingt für den "absoluten Durchzug". Den will vermutlich heute auch niemand mehr so haben, wie er 2008 vor fast 10 Jahren einmal war. Da man die Lüfter eh über das Mainboard regelt, denn auch die RGB-Steuerung sollte dort angeschlossen werden, lässt sich das H500P gedrosselt richtig schön leise bekommen. Zwischenzeitlich hatten wir im Test von den Frontlüftern einmal ein Pfeifen wahrgenommen, konnten das später aber nicht wieder reproduzieren.

Optik und Verarbeitung sind beim H500 auf der Höhe der Zeit. Aber man sollte sich keine Illusionen machen, mit dem doppelt so teuren Cosmos C700P kann das H500P in keiner Weise mithalten. Auch wenn viel Kunststoff zum Einsatz kommt, sieht dieser Dank Gunmetal Lackierung doch ganz und anders als üblich aus. Die HAF-Gehäuse waren aber auch schon immer reich an Kunsstoffteilen in exotischen Formen. Zusammen mit den transparenten Teilen in Front und Deckel, sowie dem Seitenteil aus Glas ergibt sich insgesamt ein Look der zwar immer noch sehr kantig wirkt, aber lange nicht so martialisch wie bei den alten HAF Modellen. Ob einem das gefällt, das muss natürlich jeder selbst entscheiden.

In Sachen RGB und Beleuchtung flasht das MasterCase H500P natürlich gewaltig. Die beiden riesen Frontlüfter leuchten mit ihren Flügeln komplett und bieten nicht etwa nur einen Ring. Das führt zu einem sehr markanten Effekt, den man vermutlich lieben oder hassen wird, je nachdem ob man sich zu den RGB-Freunden oder Feinden zählt. Mit vier eingebauten 20 cm RGB-Lüftern ist das Gehäuse jedenfalls RGB-Pur. und wenn dann auch noch das Motherboard im Innenraum entsprechend gewählt oder eine beleuchtete Wasserkühlung verbaut wird, dann sind die Lampen hier wirklich an und das H500P kann auch als stimmungsvolle Zimmerbeleuchtung dienen. Das Cooler Master beim H500P sowohl auf RGB und Lüftersteuerung verzichtet empfinden wir eigentlich als positiv. Diese Funktionen können nämlich heute von jedem Mainboard deutlich besser gelöst werden und ein zusätzlicher Controller kostet nur unnötig Geld.

Das Kabelmanagement beim H500P ist fantastisch.  Dank der vielen Abdeckungen muss man sich hier nicht mal die Mühe machen die Kabel zu fixieren, denn die Abdeckungen verstecken nicht nur Unordnung, sie halten die Kabel auch an ihrem Platz und erleichtern die Montage des Seitenteils. Der Innenraum ist extrem aufgeräumt, was man sich aber mit einem etwas höheren Montageaufwand wegen der Abdeckungen erkaufen muss. Wer nicht ständig neu verkabeln muss, den wird das allerdings kaum stören.

Das Gehäuse bietet extrem viel Platz für ausladende PC-Konfigurationen. Einzig wenn man zwei Grafikkarten verbaut wird es unten etwas eng, so dass man zum Beispiel die Anschlüsse am Mainboard nicht mehr erreicht. Das ist aber bei fast allen Gehäusen mit Netzteilabdeckung der Fall. Sonstige Schwachpunkte, die man aufzählen kann wären vielleicht das nicht ganz feste etwas wackelige Seitenfenster. Auch die einfach durch Snap-In angebrachten Anbauteile sitzen recht locker. Wer seinen PC nur an einer Stelle stehen hat, den wird das nicht stören, wer ihn öfter bewegt, den vielleicht schön.

Das Design des neuen MasterCase H500P ist sicherlich nicht für jedermann und wird die Geschmäcker spalten. Wir aber freuen uns, dass Cooler Master die HAF-Serie wenn auch unter anderem Namen wiederbelebt hat. Das Konzept mit den großen 20 cm Lüftern hat uns schon immer gut gefallen und wurde hier erstklassig umgesetzt. Das man dabei direkt auf eine Steuerung über das Mainboard setzt, zeugt von einem modernen Ansatz, denn die Lüfter und RGB-Steuerungen moderner Mainboards sind so ausgefeilt, dass kaum eine separate Steuerung da mehr mithalten kann. Außerdem wird so der Preis des Gehäuses niedrig gehalten. Er liegt bei einer UVP von 149 Euro und damit eigentlich auf einem ganz akzeptablem Level.

Wem der Look des neuen "HAF" gefällt und sich an den vielen Kunststoffelementen nicht stört, der bekommt hier ein durchaus empfehlenswertes Gehäuse, das man wunderbar zu einem RGB-Monster aufbauen kann.

Vorteile:

  • Einzigartiges Design
  • 20 cm RGB-Lüfter
  • Sehr viele Kühlungsoptionen
  • großes Platzangebot im Innenraum
  • Viele Staubfilter, einfach zu reinigen
  • Viele Sichtblenden
  • Tolles Kabelmanagement
  • E-ATX kompatibel

Nachteile:

  • Viel Schraubarbeit
  • Seitentür aus Echtglas etwas wackelig
  • Außen viel Kunststoff

28.09.17 / rj



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