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Kolink Enclave 500 im Test - vollmodulares 80 PLUS Gold zum Schnäppchenpreis (10/10)

Fazit

Beim Kolink Enclave 500 bekommt man für etwa 65 Euro einiges geboten. Aktuell ist es schwer ein vollmodulares Netzteil zu finden, welches dass Kolink Enclave in Sachen Preis unterbieten kann. Und dabei darf man nicht vergessen, dass es sich hier um eine Neuvorstellung handelt, die zum Listenpreis angeboten wird, während andere Modelle schon länger auf dem Markt sind und im Preis gesenkt wurden. So wichtig aber der Preis bei einem Netzteil sein kann, gerade für Systemintegratoren, die günstige PCs anbieten wollen oder aber auch Bastler mit kleinem Geldbeutel, man darf darüber hinweg einfach nicht die Leistung vergessen, denn auch die muss einfach stimmen.

Angefangen bei der Effizienz sieht man beim Kolink Enclave direkt eine solide Leistung. Der 80 Plus Gold Level wird bei 115 V deutlich überschritten und auch bei 230 V stellt sich das Kolink Enclave gut auf. In der Spitze erreicht man bei 230V über 92 % Effizienz und diese wird über einen sehr breiten Lastbereich gehalten. Von 30 bis 100 % Last liegt das Netzteil über 91 %., insgesamt gute Werte. Die Effizienz im Niedriglastbereich zeigt sich ab etwa 40 Watt Last über 80 %, das sind keine Top-Resultate, aber solide Ergebnisse. Die Standby-Effizienz fällt überraschend stark aus und liegt auf gut 79-80%. Bei den ERP Werten erfüllt das Netzteil die EU617/2013 Anforderungen.

Stark tritt das Enclave-Netzteil eigentlich auch bei Timings und Houskeeping auf. Einzige Ausnahme, die Holduptime mit 14.6 ms ist etwas niedriger als vorgesehen, aber da die Auswirkungen hier in der Praxis gering sind, fällt dieser Punkt bei günstigen Netzteilen oft dem Preis zum Opfer. Besonders positiv fallen aber die deutlich wichtigeren Punkte wie Voltage-Rise-Times und die Power-On-Time und Power-OK-Delay auf. Diese Punkte sind wichtig für die Empfehlungen der ATX-Spezifikation für neue Energiespartechniken. Das Enclave erfüllt hier die neusten und strengsten Anforderungen.

Die Spannungsregulation teilt sich etwas auf in den Bereich der 12V Leitung, die mit einem Spannungsabfall von 0,78 % gut, die besten Netzteile reichen hier unter 0,5 %. Die Nebenspannungen sind nicht ganz so straff reguliert und liegen bei einem Spannungsabfall von etwa 2 %, die Abweichung liegt auf etwa dem gleichen Level. Dank DCDC-Technologie bleiben diese Werte bei Crossload-Belastungen auch erhalten.

Bei der Restwelligkeit liefert das Enclave auf der 12V-Leitung ein sehr schönes Bild. Die Ripplewerte liegen auf etwa 55 mV und formen sich in einer sehr gleichmäßigen Sinuswelle auf. Auf dem ATX-Stecker finden sich leichte Störungen die die Ripple werte dort auf  75 mV erhöhen. Die Ripple-Werte der Nebenspannungen fallen ebenfalls positiv auf, insbesondere die 5V Spannung die auf kleinen 8 mV liegen.

Bei den Schutzschaltungen konnten wir beim Enclave solide Abschaltpunkte bei OCP und OPP messen. Bei etwa 637 Watt geht dem Netzteil die Puste aus und es wird regelgerecht abgeschaltet. Die Nebenspannungen schalten bei etwa 25A recht früh ab. Die SCP-Schaltung des Enclave arbeitet gut, aber wie bei den meisten Netzteilen etwa träge bei gekreuzten Kurzschlüssen.

Bei der Laustärke hinterlässt das Kolink Enclave trotz des Lüfters mit Kugellager, die ja eher etwas mehr Laufgeräusche aufbringen, einen guten Eindruck. Das liegt vor allem daran, das Kolink die Drehzahlen relativ weit drückt. bis gut 400 Watt dreht der Lüfter mit etwa 700 UPM und erst dann erfolgt ein Anstieg auf 1060 UPM, was aber immer noch recht niedrig ist. So ergibt sich ein insgesamt doch angenehmer Geräuschpegel, der aber an die extrem leisen Netzteile mit FDB-Lager-Lüfter und noch niedrigeren Drehzahlen von zum Teil 400 UPM nicht heran kommt.

Die Leistungen des Netzteils sind insgesamt also tatsächlich durchweg gut, bis auf den Patzer bei der Holdup-Time, den man aber gerade bei günstigen Netzteilen immer wieder sieht und der wenig bis keinen Einfluss auf den Praxisbetrieb hat. Lediglich in Verbindung mit sehr billigen USVs, die extrem lange Umschaltzeiten haben kann es hier Probleme geben.

Das Kolink Enclave hinterlässt insgesamt bei uns damit einen durchaus positiven Eindruck und das nicht nur aufgrund des besonders niedrigen Preises von 65 Euro. Zu bekommen ist das nneue Netzteil zum Beispiel bei Caseking*.

Vorteile

  • Mit günstigstes vollmodulares Gold-Netzteil
  • Effizienz über Gold-Level 91-92 %
  • Gute Spannungsregulation auf 12V
  • Extrem niedrige PSON/PWROK Timings
  • vollmodulare Kabel

Nachteile

  • Holduptime unter 16 ms

02.09.19 / rj



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