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Intel Core i7- 10700K und Core i9-10900K im Test - 10te-Generation auf Z490-Mainboard (8/8)

Fazit

Wer mit der neuen 10ten Generation der Intel Core Prozessoren eine Revolution bei der CPU-Leistung erwartet hat, der wird leider von den neuen Modellen enttäuscht sein. Erneut heißt es bei Intel wieder mehr Evolution als Revolution. Zwar hat Intel hier und da ein paar Verbesserungen, die auch zu mehr Performance führen, durchgeführt, diese beziehen sich aber nicht auf die Architektur der CPU, sondern auf alle anderen Aspekte, die die Performance beeinflussen.

Insbesondere ist hier die Erhöhung der TDP auf 125 Watt und die Verbesserung der Kühlung der CPUs zu nennen. Diese beiden Punkte ermöglichen am Ende mehr Boost, damit mehr Takt und damit mehr Performance. Dazu gesellen sich nun auch noch beim i9 zwei Cores zusätzlich, die ebenfalls für mehr Performance bei Multi-Thread-Aufgaben sorgen. An der reinen Performance pro Takt, hat sich bei Intel seit Generationen nichts verändert.

Auch der Z490 Chipsatz bietet gegenüber dem Vorgänger Z390 kaum Verbesserungen. Gerade für Gamer hätte man sich wenigstens 20 PCIe-Lanes für den gleichzeitigen Betrieb einer 16x Grafikkarte und einer schnellen M.2 SSDs gewünscht, aber leider ist es bei den 16 PCIe-Lanes und das auch noch im PCIe-3.0-Standard geblieben. Alle weiteren Lanes für PCIe-Geräte müssen über den Chipsatz bereit gestellt werden und hier kann die DMI-3.0-Verbindung zwischen CPU und Chipsatz zu einem echten Flaschenhals werden. Die Verbindung bietet eine maximalen Geschwindigkeit von 3,93 GB/s (4 PCIe-Lanes). Anders ausgedrückt lässt sie sich bereits mit einer schnellen PCIe-SSD fast komplett auslasten. Positiv zu vermelden bleibt, das der Z490 Chipsatz wie auch der Z390 sehr stabil läuft und anders als der X570 von AMD keine besondere Kühlung benötigt.

Es gibt aber noch mehr positives zu Berichten. Obwohl die Intel CPUs eine doch recht hohe Leistungsaufnahme besitzen halten sich die Temperaturen überraschenderweise gerade beim Core i7-10700K erstaunlicherweise in Grenzen. In der Tat konnten wir den neuen i7 sogar mit einem einfachen Pure Rock Kühler auf etwas über 80 Grad halten, das war beim alten i9-9900K in keiner Weise so möglich. Mit größeren Kühlern lässt sich der i7-10700K sogar recht einfach kühlen. Beim i9-10900K sieht die Sache etwas anders aus, hier wird wirklich ein fetter Kühler benötigt oder man landet ganz schnell bei 100 Grad.

Einen weiteren Pluspunkt gibt es tatsächlich beim Preis. Der Core i7-10700K kostet gut 90 € weniger als der vergleichbare Core i9-9900K. Für für 449 Euro erhält man hier also die in etwa gleiche Performance des 9900K auf einer neueren und etwas zukunftssicheren Plattform. Das rechtfertigt natürlich in keiner Weise ein Update, wenn man schon auf einem Sockel 1151 System sitzt, aber es zeigt ganz klar, dass es mehr Leistung fürs Geld gibt als zuvor. Der Core i7-10700K ist zwar klar der besserer Core i9-9900K und hat uns recht gut gefallen, verglichen mit dem AMD Ryzen 3700X, der in etwa der gleichen Performance-Klasse spielt, ist der Preis aber leider zu hoch (290 zu 450 Euro), nicht zu erwähnen, dass bei AMD sogar noch ein brauchbarer Kühler beiliegt!

Der Core i9-10900K mit seinen 10 Kernen ist ein echtes "Monster" geworden. Zwar ist die Performance klar durch mehr Kerne und einen Boost-Takt bis zu 5.3 GHz gegenüber dem Sockel 1151 erhöht worden, die Performance im Multi-Thread reicht aber immer noch nicht an AMDs Ryzen auf dem Sockel AM4 heran. Der AMD Ryzen 3900X schlägt den Core i9-10900K in quasi allen Multicore-Anwendungen und ist dabei 160 Euro günstiger. Zudem muss sich Intel die Performance mit einer deutlich erhöhten Leistungsaufnahme und hohen Temperaturen erkaufen. Für den Core i9-10900K sollte man direkt eine Wasserkühlung oder einen dicken Luftkühler einplanen, wenn man die Performance ausreizen oder sogar übertakten will.

Insgesamt bleibt mit dem neuen Sockel 1200 und der 10ten Generation eigentlich alles beim alten. Bei der Single-Thread-Leistung kann Intel dank der hohen Taktraten seine Spitzenposition halten. Dazu zeigen sich extrem gute Übertaktbarkeit bei RAM und CPU. Sobald es um Multi-Thread-Anwendungen geht, zieht AMD mit mehr Kernen und das auch zum deutlich niedrigeren Preis vorbei. Auch die Chipset-Plattform ist bei AMD mit PCIe-4.0 aktueller. Was die Spiele-Performance angeht bleibt unser Fazit noch offen, denn diesem Thema werden wir uns in Teil 2 unserer Tests zuwenden.

Die neuen Intel CPUs sind neben Unmengen anderer cooler Hardware bei unseren Shop-Partnern Amazon* oder Caseking* zu bekommen. Mit einem Einkauf unterstützt ihr unsere Testberichte, da die Einnahmen zum Kauf von Samples wie für diesen Test genutzt werden!

Vorteile:

  • Gute Performance und hohe Single-Thread-Leistung dank hoher Taktraten
  • Deutlich bessere Temperaturen als beim Vorgänger bei gleicher Kernzahl
  • Sehr hohe RAM-Taktraten möglich
  • Preis bei gleicher Kern-Zahl gegenüber Vorgänger deutlich gesunken

Nachteile:

  • hohe Leistungsaufnahme
  • hohe CPU-Temperaturen (Core i9-10900K)
  • Kein Kühler im Lieferumfang
  • Preise im Vergleich zu AMD Ryzen deutlich zu hoch

 

20.05.20 / ar/rj



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