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Corsair MP600 Core Gen4 M.2 NVMe SSD im Test (12/12)

Fazit

Die neue MP600 Core ist die konsequente Weiterentwicklung der MP400 und es war eigentlich zu erwarten, dass Corsair dieses Modell nachschießen würde. Dank des Controllerupgrades ist die MP600 Core nun auf PCIe 4.0 unterwegs und kann dementsprechend eine höhere Peak-Performance bieten, da mit PCie 4.0 bis zu 7 GB/s und nicht mehr nur bis zu 3.5 GB/s übertragen werden können.

Was also die MP400 im Vergleich zur MP510 war, ist nun die MP600 Core im Vergleich zur MP600. Durch den günstigeren QLC-Speicher sollten größere Modelle der MP600 Core deutlich erschwinglicher werden als die Modelle, die auf TLC-Speicher basieren. Bei kleineren Modellen ist der Preisunterschied aber zu vernachlässigen. So sind insbesondere die Modelle der QLC-SSDs interessant die aktuell 2 TB oder mehr anbieten. Da die MP600 Core gerade erst vorgestellt wurde, muss sich der Preis erst einmal einpendeln, denn aktuell kostet die SSD mit QLC in der 2 TB Version nur 10 Euro weniger als die TLC-Version. Das lohnt sich eher nicht, es ist aber davon auszugehen, dass hier noch Anpassungen erfolgen.

Wie schon bei der MP400 zeigt sich auch bei der MP600 Core, dass man die Nachteile des QLC-Flash durch den SLC-Cache durchaus gut eindämmen kann. Im Gegensatz zu den ersten QLC-SSDs muss man bei den neueren Modellen also gar nicht mehr mit so vielen Einschränkungen in der Performance leben.

Erneut zeigt sich die MP600 Core wie schon die MP600 und Mp400 sehr stark beim Lesen. Es gibt hier kaum Unterschiede zum MP600 Modell mit TLC-Speicher und die SSD erreicht im Peak auch die angegebenen 5 GB/s. Auch bei anspruchsvolleren Leseaufgaben ist die Performance gut.

Unterschiede ergeben sich erst, wenn man Lese- und Schreiboperationen kombiniert oder sich wirklich komplett auf das Schreiben von Daten konzentriert. Zwar kann die MP600 Core Daten auch mit bis zu 3700 MB/s schreiben, allerdings ergeben sich deutliche Unterschiede in den anspruchsvolleren Benchmarks wie dem Passmark Workstation-Test in dem die SSD mit 137 MB/s deutlich hinter den 183 MB/s der MP600 liegt. Auch einige PCIe 3.0 SSD liegen hier vor der MP600, da in diesen Tests die Bandbreite des PCIe-Bus sowieso nie ausgereizt wird.

Insgesamt macht die Core 600 Pro beim Schreiben aber trotzdem einen recht guten Eindruck, denn dank des SLC-Cache den Corsair hier offensiv einsetzt lassen sich 500 GB Daten quasi ohne Performanceverlust schreiben bevor die SSD einbricht. Der SSD-Cache wirkt sogar so stark, dass die SSD gut 15 Minuten lang die selbe Performance wie die MP600 bietet (siehe Stresstest). Danach zeigt das TLC-Modell etwas mehr Ausdauer um am Ende etwa auf dem gleichen Level zu landen.

Die Performanceaspekte dürften für die meisten User also eher im Hintergrund liegen, deutlich relevanter sind da schon die TBW-Werte, die bei den QLC-SSDs deutlich niedriger liegen. Die SSDs halten also nicht so lange durch, wenn man extrem viele Daten schreibt. Allerdings sind die 450 TB, die die MP600 Core in der 2TB version bietet für den normalen Anwender immer noch genug.

Da es sich bei der Corsair MP600 Core quasi um ein Upgrade der MP500 handelt, ist auch recht schnell klar an wen sich diese SSD so richtet. Hier sind vor allem User angesprochen, die einen hohen Peak-Datendurchsatz mit PCIe 4.0 wollen und das bei Hoher Kapazität und geringen Kosten.

In diese Kategorie kann man also sicherliche alle Nutzer stellen, die viele Daten, Bilder, Videos dauerhaft auf SSD für einen schnellen Zugriff speichern wollen. Auch die beliebten "Gamer" kann man hierzu zählen, wenn sie eine große Bibliothek von Games dauerhaft auf SSD lagern wollen.

Wer die SSD rein als Workstation-SSD nutzen will, also im Einsatz wo viele Schreib- und Lese-Operationen aufeinandertreffen muss mit leichten Performance-Einschränkungen leben. Je nach Preisunterschied lohnt es sich dann hier eher auf eine TLC-SSD wie die MP600 von Corsair zu setzen.

Für die MP600 Core lässt sich in etwa das gleiche Fazit wie für die MP400 ziehen, allerdings noch mehr mit dem Augenmerk auf den Preis. Man erhält hier eine solide SSD mit guten Leistunsgwerten für einen vorraussichtlich recht attraktiven Preis. Die Einschräkungen bezüglich der Schreibleistung treten eher nur in Grenzbereichen auf.

Die Corsair MP600 Core ist in der 2 TB Version schon jetzt die günstigste PCIe 4.0 SSD, mit ansprechender PeakPerformance, und den Kühlkörper gibt es noch oben drauf, bei vielen anderen Modellen ist dieser nicht im Lieferumfang enthalten. Allerdings muss man auch anmerken, dass die Peak-Performance für die Praxis oft nicht wirklich relevant und eher "nice to have" ist, so dass man sich genau überlegen sollte, ob es den Aufpreis, der aktuell bei etwa 50 Euro liegt, wert ist. Zudem ist der Aufpreis für die etwas bessere MP600 mit TLC aktuell sehr gering.

Vorteile:

  • Sehr gute Leseperformance
  • Trotz QLC-Speicher gute Schreibperformance
    (außer beim dauerhaften Schreiben)
  • SLC-Cache bis etwa 500 GB
  • Nützliche Corsair Toolbox
  • Kühler im Lieferumfang
  • Kühler abnehmbar
  • 5 Jahre Garantie

Nachteile:

  • Performance in der Praxis kaum besser als PCIe 3.0
  • QLC-Speicher mit deutlich reduzierter TBW gegenüber TLC
  • Geschwindigkeit kann bei langen Schreiboperationen > 500 GB oder komplett gefüllter SSD sehr stark abfallen

 

 

10.02.21 / rj



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