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SilverStone Grandia GD05 - Preiswerte HTPC Gehäuse Generation (2/7)

Außenansicht I

Die neue Fassade

Auch wenn SilverStone gerade in letzter Zeit größere Veränderungen im eigenen Produktportfolio vorantreibt, lässt sich sein eigentliches Markenzeichen nicht verleugnen. Dazu zählen nun mal die typisch klassischen Formen und die unbunten Farben, die sich quer durch das ganze Produktangebot ziehen. Auch der Grandia GD05 kann sich dem nicht erwehren. Er kommt in einem kantigen Desktop-Style daher, wenngleich er – als HTPC – deutlich kleiner ist als ein Desktop-Gehäuse oder ein Midi-Tower. So nimmt er im Raum nur halb soviel Volumen ein und spart dabei vor allem in der Tiefe. Hier misst er nur 32cm und zählt damit zu den kürzesten PC-Gehäusen auf dem Markt. Auch unter den HTPCs ist eine so geringe Tiefe äußerst ungewöhnlich, was eigentlich verwundert, denn gerade für ein HTPC ist eine geringe Tiefe beinahe schon Pflicht. Schließlich kann ein HTPC nur mit geringer Tiefe gut unter einen Fernseher positioniert werden. Und da neue Fernseher selbst sehr flach sind, springt einem ein tiefes Gehäuse eher ins Auge, als ein kurzer Grandia GD05. Hier scheint SilverStone ein gutes Gespür für den aktuellen Zeitgeist zu besitzen. Gleichzeitig bedeutet eine geringe Tiefe aber auch weniger Platz für extravagante Hardware. Doch dazu später mehr.

Auf den ersten, zweiten und dritten Blick wirkt die Front des GD05 wie Aluminium. Wohl aber auch deswegen, weil man Aluminium erwartet. Schließlich handelt es sich um ein HTPC-Gehäuse und dort gehört eine Aluminium-Front nun mal zum guten Ton. Zum anderen vermutet man aber auch deswegen Aluminium, weil es ein SilverStone-Gehäuse ist und SilverStone praktisch Aluminium als geheime Zutat in jedes seiner Gehäuse verarbeitet. Abschließend kommt noch der schwarze Lack und die gebürstete Oberseite hinzu, die den Aluminium-Eindruck noch weiter verstärken. Doch gleich nach der ersten Berührung äußerst sich eine kaum wahrnehmbare kleine Stimme aus dem Tiefen des Hinterkopfs und im Bewusstsein entsteht ein Zwiespalt.

Der optische Reiz und die Vernunft argumentieren, dass es sich nur um Aluminium handeln kann. Doch der Tastsinn und die Intuition halten dagegen. Ein näherer Blick hinter die Fassade offenbart die Front als ein dünnes Metall, dass über Kunststoff gezogen wurde. Doch Aluminium wird für gewöhnlich nicht so dünn verarbeitet. Denn Aluminium ist dann zu weich und würde sich verformen, was nicht nur unschöne Dellen hervorbringt, sondern vor allem auch den Lack auf Dauer beschädigt. Der optische Reiz und die Vernunft wechseln nun die Seiten. Die Sachlage ist jetzt klar, die Front besteht aus Stahlblech. Hartes und unverformbares Stahlblech, dessen Kunststoffkern ihm zusätzliches Volumen und Gewicht verleiht und damit den Eindruck erhärtet, es würde sich um dickes Aluminium handeln.

Nicht schlecht. Bereits andere Gehäuse-Hersteller demonstrierten ein Aluminium-Imitat, doch SilverStones Umsetzung zählt mit Abstand zu den glaubhaftesten. Solange man vermeidet die Front direkt zu berühren, dürfte einem nicht einmal ein Verdacht kommen. Unabhängig davon ist das Stahlblech gut verarbeitet und die Bedienelemente sind sauber integriert. Das Einzige was beanstandet werden muss, ist die Qualität der Lackierung. Hierbei scheint es sich um eine Pulverbeschichtung zu handeln, die von Haus aus sehr dünn aufgetragen wird. An einigen Stellen hat sie sich jedoch nicht gut mit der Front verbunden, weshalb bei genauerer Betrachtung das Metall durchscheint. Dies ist zwar nur bei Tageslicht und bei näherer Betrachtung sichtbar, könnte aber anspruchsvollere Kunden abschrecken.

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