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Corsair AX1000 im Test - Corsairs neues Titanium Netzteil (3/10)

Effizienz und Leistungsdaten

Erläuterung zum Test: Der Einsatz unserer eigenen Chroma-Teststation - die uns selbst gehört und nicht von einem Netzteilhersteller bereitgestellt wurde - ermöglich uns deutlich mehr Messungen vorzunehmen, als dies außer Haus aufgrund von Terminabsprachen und Zeiteinteilung möglich ist. In unseren Effizienzmessungen testen wir daher den kompletten Lastbereich des Netzteils von 5 bis 100 % in 5 % Schritten bei 230 und 115V. Hierbei messen wir alle relevanten Daten des Netzteils von Spannungen, Verbrauch, PFC, THD und mehr, stellen aber hier der Übersicht halber nur die für den Endkunden relevanten Daten dar, um nicht in einer Flut von Diagrammen zu ersticken. Gerne nehmen wir in unserem Netzteil-Forum Vorschläge zur Verbesserung oder Erweiterung entgegen.

Effizienz bei 115 V

Werfen wir wie immer einen Blick auf die Effizienz bei 115V, bei der das Netzteil auf 80 Plus Titanium zertifiziert ist. Tatsächlich erreicht das AX1000 diesen Level relativ leicht und übertrifft ihn sogar deutlich bei niedrigen Lasten unterhalb von 40%. Auch das AX1000 zeigt also mal wieder, dass die beste Effizienz bei 115V-Betrieb eines Netzteils meist nicht bei 50% der Last liegt. Die beste Effizienz sieht man beim AX1000 bei etwa 30 % und sie liegt dort bei stolzen 94.3 %.

Die 0.3%, die das Netzteil bei 50% den Sollwert von 94% unterschreitet, kann man ignorieren, da wir die Netzteile im "Worst-Case" messen. Es ist in der Regel ein leichtes den Wert durch kürzere AC-Leitungen und andere minimale Anpassungen um 0,3% oder sogar mehr zu steigern.

Effizienz bei 230 V

Bei 230V sehen wir auch beim AX, das Phänomen, dass wir schon beim AX1600i betrachten konnten. Die Effizienz geht noch mal ein ganzes Stück weiter nach oben, besonders fällt aber auf, dass die Effizienzkurve erheblich flacher wird. Bei hohen Lasten steigt die Effizienz also deutlich mehr. In der Spitze bei 30% erreichen wir eine Effizienz von 95.4%. Beim AX1600i ging es bis 95.7% hoch. Die Netzteile erreichen also ähnliche Werte.

Besonders attraktiv bei den AX Modellen ist die sehr hohe Effizienz auf einem sehr breiten Lastbereich. Von 15 bis 90 % durchweg eine Effizienz von etwa 94% und mehr. Und selbst bei 5% Last, was hier aber ja schon 50 Watt sind, liegt die Effizienz schon bei 87.2 %

Da höhere Effizienzwerte immer geringe Verluste bedeuten, führen wir diese im folgenden Diagramm noch einmal genau als Verlustleistung in Watt auf. Hier kann genau abgelesen werden, wie viel Watt bei welcher Belastung "verloren" gehen.

Der Unterschied zwischen 115 und 230 V Eingangsspannung ist hier noch deutlicher zu sehen, und liegt bei fast 100 Watt Verlustleistung zu etwa 70 Watt. Der Betrieb mit 230V spart also bei voller Auslastung gut 30 Watt ein.


Effizienzbereich (Max-Min)

Bei den üblichen Messungen nach 80Plus Standard werden nur symmetrische Lastverteilungen betrachtet, das heißt alle Schienen des Netzteils werden prozentual gleich belastet. So wird ein guter Durchschnitt der Effizienz ermittelt. Um die Leistung des Netzteils aber noch etwas genauer zu erfassen und weitere Daten zu gewinnen, testen wir das Netzteil unter 230V noch einmal im besten Fall (nur last auf 12V) und im schlechtesten Fall (maximale Last auf 3,3 und 5V). Das Ergebnis aus dieser Messung gibt den Effizienzbereich wieder, in dem das Netzteil üblicherweise arbeitet.

Das Corsair AX1000 arbeitet ab etwa 250 Watt immer über 92% Effizienz. Je mehr sich die Last auf 12V verschiebt, was bei den meisten Systemen der Fall ist, um so mehr verschiebt sich die Effizienz in Richtung 95,5 %.

Effizienz bis 100 Watt Last

Erläuterung zum Test: Ein immer wichtiger werdender Aspekt bei Netzteilen ist die Effizienz im niedrigen Lastbereich, weshalb wir für jedes Netzteil noch einmal getrennt die Effizienz von 5 bis 100 Watt messen. Dabei greifen wir auf eine Lastverteilung zurück, die einer tatsächlichen Belastung eines PC im Idle-Betrieb entspricht. Absolute Top-Netzteile liefern bereits ab 50 Watt eine Effizienz von über 90 %.

Erstaunlich gut schneidet das AX100 auch bei unserem Test mit geringen Lasten ab. Bei der Effizienz unter 100 Watt erreicht man bereits bei 70 Watt über 90% Effizienz Die magische 80% Marke wird bereits bei 25 Watt last gerissen. Insgesamt zeigt sich das Netzteil damit auch bei sehr niedrigen Lasten für ein 1000 Watt Netzteil sehr stark.

Standby Verbrauch und Effizienz

Erläuterung zum Test: Die 5V-Standby-Leitung eines Netzteils bestimmt maßgeblich den Verbrauch des PCs im ausgeschalteten Zustand und im Sleep-Modus (S3, Suspend to RAM). Auch hier ist natürlich eine hohe Effizienz vor allem unter geringer Last erwünscht. Dies Standby-Effizienz ist extrem relevant für die Einhaltung der Energiesparrichtlinien. Daher sind weltweit unterschiedliche Mindestanforderungen vorgeschrieben. Wir messen die Standby Leitung ohne Belastung, nach EuP/ErP und dann ebenfalls in 5% Schritten bis zur Maximalbelastung der Schiene.

Beim Standby-Verbrauch kommt das AX nicht ganz an den Spitzenreiter AX1600i heran. Das AX1600i gilt als das mit beste Netzteil in der Standby-Effizienz und erreicht bis zu 82%. Beim AX sehen wir eher 79-80%, was aber immer noch ein wirklich guter Wert ist. ErP Richtlinien sind damit für das AX1000 kein Problem.

Power Factor

Erläuterung zum Test: Der Power Factor auf Deutsch auch Leistungsfakor eines Netzteils wird von 0 bis 1 angegeben und gibt wieder wie effizient ein elektrisches Gerät die eingebrachte Energie ausnutzt.  Der Leistungsfaktor ist der Quotient aus Wirkleistung und Scheinleistung, wobei die Wirkleistung in Watt und die Scheinleistung in VA (Voltampere) angegeben wird.

Da Strom für Endkunden in Deutschland nach Wirkleistung abgerechnet wird und nicht nach Scheinleistung hat der Leistungsfaktor überwiegend eine Bedeutung für die Stromerzeuger. Ein hoher Leistungsfaktor bedeutet nämlich das der Stromerzeuger weniger "unbezahlte Scheinleistung" bereitstellen muss. Gute PFC-Werte liegen also sehr im Interesse der Stromanbieter.

 



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