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Kolumne: Microsoft will die volle Kontrolle...

Mittwoch, 04. Okt. 2006 17:21 - [fs]

Die nächste Generation von Microsoft-Produkten wird es in sich haben. Nach dem Motto "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser" geht Microsoft bei Windows Vista und dem neuen Media-Player Zune vor.

Über die neuen Restriktionen für illegale Windows Vista-Kopien wurde schon lange spekuliert. Nun verdichten sich hier die Informationen. Was unter Windows XP Anfang des Jahres als "Windows Genuine Advantage" nachgereicht wurde und bereits auf starke Ablehnung stieß, wird in Windows Vista ausgebaut.

Nicht überprüfte oder als unecht klassifizierte Vista-Versionen werden am unteren Bildschirmrand immer einen Hinweis "Diese Kopie von Windows ist nicht echt" tragen. Zudem sollen einige Komfort-Funktionen des Betriebssystems wie Aero, ReadyBoost und Windows Defender nicht zur Verfügung stehen, so lange eine illegale Version erkannt wurde.
Bleibt eine Aktivierung der Windows-Version aus, so startet der Rechner nach 30 Tagen nur noch im eingeschränkten Modus. Immerhin kann man im Vergleich zum Vorgänger XP einen Browser nutzen - um einen neuen illegalen oder legalen Schlüssel zu besorgen.
Microsoft plant außerdem die sogenannten Volumenlizenzen deutlich stärker zu kontrollieren. Bislang fanden sich diese Volumenschlüssel zu Hauf im Internet und gestatteten eine einfache Installation von Windows XP. Mit Vista werden nun auch diese Volumenschlüssel online überprüft - sollten die Keys inzwischen gesperrt worden sein, sind sie nicht mehr nutzbar.
Immerhin werden auch nicht aktivierte oder illegale Kopien von Microsoft mit kritischen Sicherheitsupdates versorgt, vermutlich um die ehrliche Kundschaft nicht durch übermäßig viele Viren-Schleudern zu nerven.

Das Zune Universum

Soweit so gut, möchte man meinen. Wer illegale Kopien einsetzt, muss halt damit rechnen, dass das Leben schwieriger wird. Mit dem Musikplayer Zune zeigt Microsoft allerdings, wohin der Weg in einigen Jahren gehen soll.

Der schicke Multimedia-Player für unterwegs soll Digital Rights Management (oder von den Kritikern Digital Restriction Management genannt) in vollem Umfang beherrschen - mit allen Einschränkungen, die der Kunde sich nicht einmal im Traum ausdenken konnte.

Microsofts Multimedia-Plattform mit dem eigenen Internetshop wird nur mit dem Zune als Mediaplayer zusammenarbeiten. Die gekauften Songs werden mit einem digitalen Rechtemanagement versehen, damit diese nicht unbegrenzt weiterkopiert und vervielfältigt werden können. Soweit alles bekannt - beispielsweise von Apples iPod.
Nun geht Microsoft allerdings noch ein paar Schritte weiter. Auch Musik, die man von CDs in den PC einspielt, werden mit einem Kopierschutz versehen. Musik, die bereits als ungeschützte MP3 auf dem Rechner liegt, wird ins Windows Media Format mit Schutz gewandelt. Musik, die man selbst aufgenommen hat und auf dem eigenen Zune wiedergeben möchte, wird ebenfalls mit diesem Schutz versehen. Wer einen Video-Film mit seiner neuen Digitalkamera aufgenommen hat und diesen an Freunde weitergeben möchte, wird ebenfalls vom Digital Restriction Management behindert.
Natürlich geht das auch noch weiter, denn der Zune kann Dateien ohne Kabel anderen Zunes verfügbar machen - vom sozialen Netzwerk spricht Microsoft in diesem Fall. Dass alle Dateien, die über diesen Weg in den eigenen Zune gelangen, nur dreimal innerhalb von drei Tagen abspielbar sind, fällt dabei schnell unter den Tisch.
Kurzum alle Dateien, die der Zune-Player abspielen wird, werden in ein proprietäres Windows Media Format gepackt und mit einem Schutz versehen - egal woher sie kommen, egal welche alte Lizenz sie hatten und egal ob man selbst der Urheber dieser Daten ist.

Eine schöne neue Welt, die uns Microsoft da präsentiert.

Ich für meinen Teil steige da aus - Mac OS X und Linux bilden nun meine Systeme der Wahl.
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